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Ein Sprengstoffexperte sichert Spuren am Tatort.
Ein Sprengstoffexperte sichert Spuren am Tatort.(Foto: dpa)

Ermittler beginnen Vernehmungen: War das Berliner Attentat ein Racheakt?

Ein Sprengsatz unter seinem Auto reißt einen 43-Jährigen in Berlin in den Tod. Nun nehmen Ermittler sein Leben auseinander. Möglicherweise war der Anschlag die Reaktion auf ein verpatztes Drogengeschäft.

Der tödliche Sprengstoff-Anschlag auf einen Autofahrer in Berlin war möglicherweise ein Racheakt innerhalb der Organisierten Kriminalität. Es gebe verschiedene Hinweise aus dem Umfeld des Getöteten, die nun gebündelt werden müssten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Ein 43-Jähriger war am Dienstagmorgen während einer Autofahrt in Charlottenburg bei einer Explosion getötet worden.

Die "Berliner Zeitung" berichtet, Hintergrund der Tat sei ein verpatztes Geschäft im vergangenen Jahr. Dabei soll entweder ein Bekannter des gestern getöteten 43-Jährigen oder dieser selbst einen Geschäftspartner niedergeschossen haben. Wer genau der Schütze war, sei noch unklar.

Bei dem niedergeschossenen Mann soll es sich dem Bericht zufolge um ein Mitglied einer osteuropäischen Bande handeln. Diese bestehe wohl aus Russen und Tschetschenen. Bei dem Sprengsatz unter dem Auto könnte es sich nun um einen Racheakt handeln.

Der 43-Jährige war laut dem Bericht 2008 wegen Kokainhandels verurteilt worden. Zudem liefen weitere Ermittlungen gegen ihn, etwa wegen des Verdachts auf Falschgeld-Delikte. Zum organisierten Verbrechen soll der Mann aber keine engen Kontakte gehabt haben. Vor einiger Zeit habe er eine Haftstrafe in Polen abgesessen.

Offen ist weiter, ob der Angriff möglicherweise den Falschen getroffen hat - der Getötete war nicht der Halter des Wagens. Einen terroristischen oder rechtsextremistischen Hintergrund schließen die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft derzeit aus.

Derweil haben die Ermittler mit Vernehmungen von Menschen aus dem Umfeld des Opfers und Zeugen des Vorfalls begonnen. In dessen Wohnung wurde der Staatsanwaltschaft zufolge nichts gefunden, was sie "substanziell weiterbringen würde". Ein terroristischer oder rechtsextremistischer Hintergrund wurde aber ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de

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