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Mordkommission ermittelt: Warf der Vater seine Kinder aus dem Fenster?

Drei schwerverletzte Kinder liegen vor einer Flüchtlingsunterkunft im rheinischen Lohmar. Die Polizei glaubt nicht an einen Unfall. Erste Vernehmungen bestätigen offenbar einen schrecklichen Verdacht.

Noch ist laut Behörden nicht zweifelsfrei geklärt, was in der Flüchtlingsunterkunft im rheinischen Ort Lohmar geschah. Klar ist nur, dass gestern drei Kinder beim Sturz aus dem Fenster schwer verletzt wurden. Der schlimme Verdacht: Der Vater der aus Syrien stammenden Flüchtlingsfamilie warf die eigenen Kinder aus dem ersten Stock.

Am Montagnachmittag alarmiert ein Nachbar die Polizei. Er habe beobachtet, wie zwei Kinder aus Fenstern im Obergeschoss der Unterkunft gestoßen worden seien. Als die Beamten eintreffen, finden sie vor dem Gebäude einen fünfjährigen Jungen und ein siebenjähriges Mädchen, beide sind schwer verletzt. Mehrere Rettungswagen werden zu der Unterkunft gerufen, ein Hubschrauber bringt die Kinder schließlich ins Krankenhaus. Auch ein einjähriges Kind sei leicht verletzt worden, berichtet der WDR. Es sei jedoch unklar, ob dies ebenfalls bei einem Sturz passiert sei.

Nach ersten Vernehmungen vor Ort nehmen die Polizisten den Vater der Kinder fest. Der 35-Jährige steht offenbar im Verdacht, seine eigenen Kinder gestoßen oder geworfen zu haben. Ein Polizeisprecher bestätigt die Festnahme. Der Mann habe keinerlei Widerstand geleistet. Weitere Einzelheiten, etwa zu einem möglichen Motiv, werden zunächst bekannt. Die Staatsanwaltschaft und eine Mordkommission der Kriminalpolizei Bonn und übernehmen noch am Abend die Ermittlungen - nach offiziellen Angaben, da ein Tötungsdelikt "nicht auszuschließen" sei.

Laut dem Polizeisprecher bewohnte die syrische Familie zusammen mit anderen Asylbewerbern eine Wohnung in der ersten Etage des Gebäudes. Mehrere Familien teilen sich demzufolge dort Badezimmer und eine Küche, darüber stehe der Familie ein privater Raum zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de

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