Schweinegrippe-Mittel im InternetWarnung vor Fälschungen
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor gefälschten und nutzlosen Schweinegrippe-Medikamenten aus dem Internet.
Vor gefälschten und nutzlosen Schweinegrippe-Medikamenten aus dem Internet hat das zuständige Bundesinstitut gewarnt. Im Netz gebe es Anbieter, die verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Tamiflu ohne Vorlage eines Rezeptes vertreiben, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit. "In diesen Fällen ist mit einiger Wahrscheinlichkeit mit dem Verkauf von gefälschter Ware zu rechnen", sagte BfArM-Leiter Prof. Johannes Löwer.
Gefälschte Arzneimittel enthalten nach Angaben der Bundesbehörde häufig keinen Wirkstoff oder sind wegen ihrer mangelnden Qualität und giftiger Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich. Im Falle von antiviralen Arzneimitteln wie Tamiflu könnte ein zu niedrig dosierter Wirkstoff zu einer Resistenz des Grippevirus führen. Hilfreich zur Erkennung einer legalen Internetapotheke sei ein orange-blaues Sicherheitslogo "Versandapotheke" mit dem der Nutzer prüfen kann, ob die Apotheke registriert ist. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln hat zudem auf seiner Internetseite ein Versandapothekenregister.
Der Berufsverband der Frauenärzte rief Schwangere angesichts der Schweinegrippe zu Vorsichtsmaßnahmen auf. Sie sollten auf Reisen, den Besuch von Massenveranstaltungen sowie aufs Küssen und Händeschütteln verzichten, sagte der Impfexperte des Verbandes, Michael Wojcinski, in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wojcinski warnte gleichwohl vor Panikmache: "Es gibt derzeit keinen Grund, sich große Ängste zu machen." Im Falle einer Erkrankung habe sich das Medikament Tamiflu auch bei Schwangeren als sehr erfolgreich erwiesen; es mildere den Verlauf und füge dem Fötus keinen Schaden zu.
In Deutschland ist die Zahl der Schweinegrippefälle innerhalb eines Tages um 738 Fälle auf 6.062 gestiegen. 605 der neuen Fälle seien Reiserückkehrer, berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) mit Verweis auf seine jüngsten Zahlen vom Donnerstagnachmittag. Während die Erkrankungen in Deutschland in der Regel mild verlaufen, gibt es weltweit nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC mehr als 1.100 Todesfälle. In fünf EU-Ländern starben bereits Menschen an der neuen Grippe.
Erstmals wurde ein Fall von Schweinegrippe bei einem Mitarbeiter der Bundesregierung bekannt. In der vergangenen Woche sei ein Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums an dem Virus erkrankt, berichtete die "Saarbrücker Zeitung". Ein Sprecher habe dies bestätigt. Eine Umfrage habe ergeben, dass es der bisher einzige Fall in einem Ministerium ist. Im Finanzministerium seien Plakate zum richtigen Händewaschen und zur Desinfektion aufgehängt worden.
57 Prozent der Deutschen meinen, dass die Medien die Gefahren der Schweinegrippe stark übertrieben darstellen. Dennoch halten 41 Prozent die Gefahren durch das Grippevirus für durchaus groß. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Die Behörden würden die Auswirkungen der Schweinegrippe aber schon in den Griff bekommen, meinten 69 Prozent der am 29. Juli befragten Menschen.