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Sechs Menschen starben bei dem Horror-Unfall auf der A5.
Sechs Menschen starben bei dem Horror-Unfall auf der A5.(Foto: dpa)

Horrorunfall auf der A5: Was trieb den Geisterfahrer?

Der Horror-Crash eines Geisterfahrers bei Offenburg wirft viele Fragen auf. War es ein Versehen, eine Fahrt unter Drogen oder gar eine Mutprobe? Und ganz allgemein: Kann es einen Schutz vor Geisterfahrern geben? Die Polizei durchleuchtet unterdessen das Leben des Falschfahrers auf der A5.

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Die Polizei arbeitet mit einer zehnköpfigen Ermittlungsgruppe daran, den Horror-Crash des Geisterfahrers von Offenburg mit sechs Toten aufzuklären. Hinweise auf eine Selbstmord-Fahrt gibt es nicht, wie die Ermittler mitteilten. Die letzten Stunden im Leben des 20-jährigen Verursachers seien genau nachvollzogen worden. Er habe den Abend und die Morgenstunden in verschiedenen Lokalen verbracht. Dass er bei seiner Geisterfahrt am Sonntagmorgen auf der Autobahn 5 nahe Offenburg unter Alkohol oder Drogen stand, könne nicht ausgeschlossen werden. Auch eine Mutprobe sei möglich.

Die Polizei rechnet mit langwierigen Ermittlungen. Bei dem Unfall auf der Autobahn waren am Sonntagmorgen ein Taxifahrer aus Offenburg sowie seine vier Fahrgäste und der Geisterfahrer ums Leben gekommen. "Es gibt eine Vorgeschichte. Und dieser müssen wir jetzt nachgehen", sagte der Chef der Offenburger Polizei, Reinhard Renter. Renter rechnet erst im kommenden Jahr mit dem Abschlussbericht. "In diesem Jahr wird das nichts mehr."

Probleme mit der Verkehrsführung oder eine Baustelle bei der Autobahnauffahrt habe es nicht gegeben, sagte Renter. "Äußere Umstände, die den Fahrer verwirrt und in die falsche Spur gelenkt haben können, sind keine feststellbar." Es müsse davon ausgegangen werden, dass der 20-Jährige gezielt die falsche Richtung ansteuerte.

"Es ist ein Puzzle"

Einen Tag nach dem Unfall des Geisterfahrers konzentrierte sich die Polizei auf das Umfeld des Unfallverursachers. Dies werde auch die Hauptaufgabe der kommenden Tage sein. Das Leben des Mannes werde durchleuchtet. "Es ist ein Puzzle, das wir zusammensetzen müssen", sagte der Polizeisprecher. Nach dem Todes-Crash wurden bei Folgeunfällen Menschen verletzt, darunter eine 37-Jährige, die Erste Hilfe leisten wollte. Sie ist mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr.

Nach Ansicht des Auto Club Europa (ACE) gibt es gegen Geisterfahrten keine Patentrezepte. Allerdings lasse sich die Beschilderung optimieren, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. In Österreich und vereinzelt in Bayern gebe es neongelbe reflektierende Tafeln mit einem Handsymbol, das vor Falschfahrten warne. Krallen in der Fahrbahn von Auf- und Abfahrten seien dagegen weniger geeignet.

Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten. So starben allein im Oktober mindestens 13 Menschen bei Unfällen mit Falschfahrern. Fünf Tote gab es vor vier Wochen, als ein 24-jähriger Selbstmörder auf der A46 im Sauerland in ein Auto mit vier Insassen raste.

Quelle: n-tv.de

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