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Mehrere Waggons der Züge kippten vom Gleis.
Mehrere Waggons der Züge kippten vom Gleis.(Foto: AP)

Fragen und Antworten: Was wir über das Bahnunglück bisher wissen

Nach dem Zugunglück in der Nähe von Bad Aibling werten die Ermittler nun Blackboxes aus, die die Züge an Bord hatten. Was ist bereits bekannt? Welche Fragen sind noch offen?

Was ist genau passiert?

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Wenige Minuten vor 7 Uhr prallten zwei Regionalzüge der "Meridian"-Linie auf der Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen frontal aufeinander. Die Triebwagen der beiden Züge verkeilten sich ineinander, einige Waggons kippten zur Seite um und entgleisten. Ein Sprecher der Bundespolizei geht davon aus, dass die beiden Züge "mit einer nicht niedrigen Geschwindigkeit" unterwegs waren. Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde, auf dem Streckenabschnitt sind bis zu 100 Kilometer pro Stunde möglich.

Gibt es schon Erkenntnisse zur Unfallursache?

Nein, gesicherte Angaben dazu sind noch nicht möglich. Die Strecke ist an der Unglücksstelle eingleisig, die beiden Züge hätten also nicht zeitgleich in entgegengesetzter Richtung unterwegs sein dürfen. Warum dies doch der Fall war, ist unklar. Womöglich hat es eine Störung der Signalanlage gegeben, die den Verkehr regelt. Aber auch menschliches Versagen ist nicht ausgeschlossen. Der Streckenabschnitt ist aber eigentlich mit einer sogenannten "Punktförmigen Zugbeeinflussung" ausgestattet. Das heißt, Züge werden automatisch ausgebremst, wenn sie ein rotes Signal überfahren. Das Verfahren wurde nach dem schweren Unglück von Horsdorf in Sachsen-Anhalt im Jahr 2011 eingeführt. Aufschluss soll nun die Auswertung der Blackboxes geben, die in den Zügen verbaut waren. Zwei von drei der Aufnahmegeräte wurden bereits geborgen.

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Wie viele Tote und Verletzte gibt es?

Nach neuesten Angaben sind neun Menschen gestorben. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Menschen werden vermisst, sie sind wahrscheinlich noch in den Trümmern der Züge. Die Opfer werden in den umliegenden Krankenhäusern in Rosenheim und Miesbach behandelt, die schwereren Fälle wurden nach München gebracht.

Wie verliefen die Rettungsarbeiten?

In Bad Aibling waren fast 500 Helfer im Einsatz - sowohl aus Deutschland als auch dem benachbarten Österreich. Kräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Maltesern, der Bergwacht und Polizei arbeiten Hand in Hand. "Alles, was Räder hat, ist vor Ort", sagte ein Vertreter des Roten Kreuzes Rosenheim. Die Unglücksstelle liegt in einem Waldstück am Ufer der Mangfall und ist schwer zugänglich. Bis zu 15 Rettungshubschrauber flogen Einsatzkräfte dort hin, damit diese die Verletzten vor Ort behandeln, aus dem Wrack befreien und abtransportieren können. Mittlerweile sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.

Was ist über den Betreiber der Zuglinie bekannt?

Die sogenannte Mangfallbahn, benannt nach dem Fluss, an dem sie verläuft, wird von der Bayerischen Oberlandbahn betrieben. Der private Betreiber ist noch ein Neuling in dem Geschäft: Erst seit Ende 2013 sind 35 "Meridian"-Züge auf drei Strecken der Region unterwegs. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der französischen Transdev-Gruppe.

"Der Unfall ist ein Riesen-Schock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen", sagte der Geschäftsführer der BOB, Bernd Rosenbusch, in einer Pressemitteilung nach dem Unglück. Der Dank gelte den Einsatzkräften und Mitarbeitern, die so schnell Hilfe geleistet hätte, so der technische Geschäftsführer des Unternehmens.

Quelle: n-tv.de

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