Ein wenig ahnte man es ja schon immer: Es ist etwas faul in der Lebensmittelindustrie.Bild 1 von 33 In einer Industrie, die Hühnchen zum Spottpreis verkauft ...Bild 2 von 33 ... und Tomaten 3.000 Kilometer quer durch Europa karrt.Bild 3 von 33 Doch welche Abgründe sich noch auftun, vermag man sich meist nicht vorzustellen.Bild 4 von 33 Erst wenn man den Dokumentarfilm "We feed the world" gesehen hat, erweitert sich die Vorstellungskraft, und der Appetit schwindet.Bild 5 von 33 Akribisch hat sich der Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer auf die Spur unserer Nahrungsmittel gemacht.Bild 6 von 33 Und er zeigt: Essen ist nicht einfach Essen, sondern vor allem ein Produkt, das den Gesetzen der Industrialisierung und Globalisierung unterworfen ist.Bild 7 von 33 So wird in Brasilien Regenwald gerodet, ....Bild 8 von 33 ... um Soja für die Tiermast in Europa anzubauen.Bild 9 von 33 Gleichzeitig hungern Millionen Brasilianer und können nur verschmutztes Wasser trinken.Bild 10 von 33 In Wien dagegen wird täglich so viel Brot weggeworfen und vernichtet wie in Österreichs zweitgrößter Stadt Graz gegessen wird. Mittlerweile ist hier der Weizen billiger als Rollsplit für die Straßen.Bild 11 von 33 Die Schweiz importiert Weizen aus Indien, wo noch immer 200 Millionen Menschen an Hunger leiden.Bild 12 von 33 "Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet", sagt Jean Ziegler, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Nahrung.Bild 13 von 33 Dabei könnte die Weltlandwirtschaft ohne Probleme zwölf Milliarden Menschen ernähren.Bild 14 von 33 Gleichzeitig stützen allein im Jahr 2004 die OECD-Staaten ihre Landwirtschaft mit 226 Milliarden Euro - und verkaufen die Lebensmittel dann zu Billigpreisen in Afrika.Bild 15 von 33 Ein Gutteil der Förderungen sind Exportsubventionen: Sie helfen, überschüssige Agrarerzeugnisse, die im eigenen Land nicht abzusetzen sind, auf dem Weltmarkt zu verkaufen.Bild 16 von 33 Diese künstliche Verbilligung drückt die Weltmarktpreise und macht so die Landwirtschaft in vielen anderen Teilen der Welt unrentabel.Bild 17 von 33 "Wenn Sie im Senegal auf den Markt gehen, können Sie europäische Früchte zu einem Drittel der einheimischen Preise kaufen. Also hat der senegalesische Bauer keine Chance mehr, das Auskommen zu finden", so Jean Ziegler.Bild 18 von 33 Wer kann, versucht nach Europa zu fliehen.Bild 19 von 33 Saatgutfirmen wiederum verdrängen zunehmend einheimische alte Pflanzen und machen die Bauern abhängig von Kunstsamen.Bild 20 von 33 Karl Otrok, Produktionsdirektor von Pioneer, einem der weltgrößten Saatguthersteller in Rumänien: "We fucked up the west some time ago ...Bild 21 von 33 ... and now that we are coming to Romania, we will fuck up all the agriculture here."Bild 22 von 33 "An sich interessiert den Handel der Preis...Bild 23 von 33 ... Der Geschmack, eigentlich, ist kein Kriterium", so auch der Geflügelzüchter Hannes Schulz.Bild 24 von 33 Dem wachsenden Preisdruck können viele Bauern nicht mehr standhalten.Bild 25 von 33 Von 1975 bis 1995 wurden mehr als 1,4 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in Europa aufgegeben.Bild 26 von 33 Ein wesentlicher Grund: Die Agrarpolitik der EU.Bild 27 von 33 War anfangs die Förderung noch an den Ertrag gekoppelt - je mehr ein Bauer produzierte, desto mehr EU-Gelder - so gab es in den letzten Jahren desto mehr Geld, je mehr Fläche ein Bauer bewirtschaftete oder je mehr Vieh er hielt.Bild 28 von 33 Die Folge: Produktionssteigerungen, Intensivierungen und der Trend zu immer größeren Betrieben.Bild 29 von 33 Bei Nestl, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt, sieht man die Entwicklung gelassen.Bild 30 von 33 So plädiert Vorstandschef Peter Brabeck für eine noch weiter gehende Globalisierung: "Wasser ist ein Lebensmittel wie jedes andere und sollte einen Marktwert haben".Bild 31 von 33 Ob man das in Afrika ähnlich sieht, bleibt fraglich.Bild 32 von 33 Eins jedoch ist klar: Wir stehen erst am Anfang, die Globalisierung unserer Nahrung wird weiter gehen. (Alle Fotos: dpa oder aus dem Film "We feed the world"; Text: Gudula Hörr)Bild 33 von 33