Tiefenort, Nachterstedt, KölnWenn die Erde ins Rutschen kommt
Riesenschreck in Schmalkalden: In der thüringischen Stadt tut sich über Nacht ein gewaltiges Erdloch auf. Die Anwohner haben Glück im Unglück, niemand wird verletzt. Plötzliche Krater im Boden oder Erdrutsche haben in den vergangenen Jahren in Deutschland wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Nicht immer ging es glimpflich.
Tiefenort: Erst im Januar tat sich in dem ebenfalls in Thüringen gelegenen Tiefenort ein zwei Meter tiefer Krater auf, mehrere Häuser wurden unbewohnbar. Gutachten zufolge hatte der Erdrutsch natürliche Ursachen und stand in keinem Zusammenhang mit dem Bergbau in dem Gebiet, in dem früher vor allem Kalisalz abgebaut wurde. Auch andernorts in Deutschland sind solche sogenannten Erdfälle keine Seltenheit. Sie entstehen durch die Ausspülung von Gesteinen wie Salz, Gips oder Kalkstein im Untergrund.
Nachterstedt: Bei einem Erdrutsch in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt wurden am 18. Juli 2009 zwei Wohnhäuser in einen teilweise gefluteten Tagebau gerissen. Drei Menschen starben, mehr als 40 mussten ihr Zuhause aufgeben und verloren ein Großteil ihres Hab und Guts. Die Ursachenforschung ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Geprüft werden mögliche Einflüsse unter anderem durch nicht vollständig verfüllte Bergbaugruben oder kleinere Erdbeben.
Köln: Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs bei U-Bahn-Bauarbeiten wurden am 3. März 2009 zwei Anwohner getötet. Eine Vielzahl der Archivalien wurde unter dem Trümmerberg am Kölner Waidmarkt verschüttet. Die genaue Ursache des Unglücks, bei dem das Archivgebäude in einen riesigen Krater rutsche, ist weiter ungeklärt.
München: In München stürzte im September 1994 ein Nahverkehrsbus mit dem Heck voraus in einen plötzlich auf der Fahrbahn entstandenen, fast zehn Meter tiefen Krater. Drei Menschen starben, 34 weitere wurden verletzt. Beim Bau der Münchner U-Bahn-Linie zum neuen Messegelände war es zuvor zum lawinenartigen Einbruch von Wasser und Bodenmaterial in den Bauschacht gekommen. Die späteren Ermittlungen ergaben, dass nicht Bauarbeiten, sondern "nicht erkannte Sandrisse" zu dem Unglück führten.