Panorama

Weniger heiß, dafür beständigerWetter schaltet auf "Frühsommer"

23.05.2012, 04:22 Uhr
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Das Wasser in der Nord- und Ostsee ist noch richtig kalt: 10 bis 14 Grad sind eine Herausforderung für Schwimmer. (Foto: dpa)

Ein Hoch über Skandinavien schickt uns über das Pfingstwochenende kühlere Luft, die lauen Nächte sind damit vorbei. Dafür, so weiß n-tv-Wetterexperte Björn Alexander, gibt es weniger Unwetter. Die Wassertemperaturen sind vorerst weiter nur für Hartgesottene zu ertragen.

Ein Hoch über Skandinavien schickt uns über das Pfingstwochenende kühlere Luft, die lauen Nächte sind damit vorbei. Dafür, so weiß n-tv-Wetterexperte Björn Alexander, gibt es weniger Unwetter. Die Wassertemperaturen sind vorerst weiter nur für die Hartgesottenen zu ertragen.

n-tv.de: Auf der einen Seite Sommerfeeling mit Sonne und heißen Temperaturen. Auf der anderen Seite teils schwere Unwetter. Björn, welches von beiden Extremen wird sich bei uns durchsetzen?

Björn Alexander: Keines von beiden. Denn ab Freitag schaltet das Wetter einen Gang runter auf Frühsommer. Weniger heiß, aber immer noch durchaus angenehm und überwiegend freundlich oder sonnig. Damit sinkt auch die Unwettergefahr. Grund ist ein Hoch über Skandinavien, das uns in der zweiten Wochenhälfte von Norden her eben die trockene und kühlere Luft schickt.

Badewetter ade?

Der Sprung ins kühle Nass wird sicherlich nicht mehr so verlockend sein. In den Badeseen haben wir derzeit Wassertemperaturen von 14 bis 18 Grad und in Nord- und Ostsee von 10 bis 14 Grad. Aber auch am Wochenende erreichen die Lufttemperaturen verbreitet 18 bis 25 Grad. Allerdings dort, wo der zeitweise lebhafte Wind übers Meer heranweht, bleibt es spürbar frischer bei 14 bis 16 Grad. In einem windgeschützten Eckchen merken Sie aber auch bei auflandigem Wind, dass die Sonne jetzt schon so viel Kraft hat wie im Juli.

Gibt es vor dem Wochenende noch irgendwo Unwetter?

Die kühlere Luft kommt im Süden und Südwesten natürlich langsamer voran. Gerade dort sind dann eben noch kräftige Schauer und Gewitter möglich. In der schwülwarmen und energiereichen Luft leider nach wie vor mit örtlichem Unwetterpotential durch Platzregen, Hagelschlag und Sturmböen. Ab Freitag ist die Unwettergefahr dann erst einmal gebannt.

Damit steht den Ausflügen und Grillfesten wohl nicht mehr viel im Wege, oder?

Im Prinzip nicht. Die kühlere Luft wird sich aber abends und nachts bemerkbar machen. Gegen 20 Uhr werden sich die Temperaturen oft um 16 bis 22 Grad bewegen. In der Nacht erwarten uns meist Tiefstwerte zwischen 14 und 7 Grad. Die ganz lauen Nächte sind also vorerst einmal vorbei. Außerdem sollten wir bei den Besuchen in unseren Wäldern Vorsicht walten lassen. Momentan liegt die Waldbrandgefahr verbreitet bei Stufe 3 von 5. Die fünfte, also höchste Stufe erwartet Sie in etwa von der Lüneburger Heide ostwärts bis herüber an die Oder beziehungsweise nach Sachsen. Jegliche Art von offenem Feuer kann vor allem dort also schlimme Folgen haben.

Wie sieht es in Sachen Wetter für die Reisenden ins umliegende Ausland aus?

Dabei gilt generell: erst einmal Vorteil Nord und West. Alle diejenigen, die es nach Benelux oder Skandinavien zieht, erwartet am Pfingstwochenende überwiegend hoher Luftdruck mit einem geringen Regenrisiko bei freundlichem Wetter. Von Spanien über Süd- und Zentralfrankreich und Italien bis herüber an den Balkan und Griechenland müssen Sie dagegen schon eher mit Schauern und Gewittern rechnen, die sich dort im Tagesverlauf bilden können. Die extrem kühlen Temperaturen, die es dort zu Wochenbeginn gab, sind aber vorbei.

Wie kalt war es denn?

An der südfranzösischen Mittelmeerküste beispielsweise gab es am Montag nur Tageshöchstwerte um 15 Grad. Und so blickte man wohl von Cannes oder Nizza aus neidisch auf Bestensee oder Genthin in Brandenburg, wo es zeitgleich um 30 Grad gab.

Wie sehen die konkreten Aussichten bei uns aus?

Der Freitag - für viele wohl der Reisetag mit Staugefahr - bringt nur wenig Ungemach. Die Sonne dominiert und die Temperaturen erreichen zwischen 16 Grad an der Ostsee und bis zu 26 Grad am Rhein. Auch der Samstag verläuft vielerorts sonnig und trocken. Einzig in Richtung Alpenrand können sich später vereinzelt gewittrige Regengüsse entwickeln. Dazu erreichen die Temperaturen bei Seewind um 15, sonst meist 17 bis 24 Grad. In den tieferen Lagen im Westen sind auch bis 25 Grad drin.

Gar nicht so unsommerlich.

Frühsommerlich eben. Und das ist auch der Eindruck am Sonntag und Montag. Wobei von den Mittelgebirgen südwärts nach schönem Start in den Tag die Wahrscheinlichkeit für örtliche Gewitter voraussichtlich ansteigen wird. Aus heutiger Sicht wird es aber bei weitem nicht alle treffen und trotz der erhöhten Schauerneigung würde ich den Witterungseindruck nach wie vor als "freundlich" bezeichnen. Wenig ändern wird sich weiterhin bei der Temperaturspanne, die meist zwischen 15 und 25 Grad liegt. Ähnlich sieht es auch anschließend aus.

Quelle: ntv.de