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Am Frankfurter Flughafen fallen erneut Flüge aus. Die Lufthansa rechnet ab Mittwoch wieder mit normalem Flugverkehr.
Am Frankfurter Flughafen fallen erneut Flüge aus. Die Lufthansa rechnet ab Mittwoch wieder mit normalem Flugverkehr.(Foto: dpa)

Zwei Probleme mit Flugsicherheit: Wieder Flugausfälle in Frankfurt

Flugreisende können etwas aufatmen, auf Verspätungen und Ausfälle ihrer Flieger sollten sie dennoch weiter vorbereitet sein: Deutschlands größter Flughafen meldet erneut Verspätungen und reduzierte Starts und Landungen wegen des Wintereinbruchs. Dutzende Flüge in Frankfurt sind gestrichen. Zudem machen Piloten und Flugbegleiter auf ein Problem aufmerksam.

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Nach dem Wintercha os am Frankfurter Flughafen hat sich die Lage wieder etwas entspannt. Allerdings seien die Nachwirkungen der Turbulenzen vom Wochenanfang noch zu spüren, sagte eine Sprecherin von Deutschlands größtem Airport. Bis zum Vormittag seien 54 Flüge gestrichen worden, weitere Flugausfälle seien wahrscheinlich. "Auch heute müssen die Flugzeuge enteist werden, das kann zu Verzögerungen führen", fügte sie hinzu. Am Montag waren rund 500 Flüge gestrichen worden. Gleichzeitig liefen Piloten und Flugbegleiter Sturm gegen geplante Dienstzeitvorschriften, die ihrer Ansicht nach die Flugsicherheit gefährden.

Am Sonntag waren es 445 ausfallende Starts und Landungen registriert worden. Von den Streichungen am Dienstag ist vor allem wieder die Lufthansa betroffen. Ihre Maschinen sind wegen der vielen Ausfälle an den Vortagen nicht alle an den vorgesehenen Standorten. Die Airline rechnet aber damit, dass sie bis zum Mittag alles abgearbeitet hat und Mittwoch wieder planmäßig fliegen kann.

Weniger Starts und Landungen als normal

Viele Flugzeuge waren bereits am Sonntag in Frankfurt gestrandet und konnten nicht - wie im Flugplan vorgesehen - eingesetzt werden. Einige dieser Maschinen stehen auch am Dienstag noch dort, so dass der Flughafenbetreiber mit seinem Platzangebot haushalten muss und nur so viele Flugzeuge landen lässt wie zuvor gestartet sind. Ansonsten drohen neue Staus auf den Vorfeldern. Gegenwärtig dürfen 25 Flugzeuge pro Stunde landen. Normalerweise sind es knapp doppelt so viele.

Auch Fraport rechnet damit, dass am Mittwoch alle Staus abgearbeitet sind und alle Flieger wie geplant starten und landen können, vorausgesetzt es gibt keine neuen Wetterturbulenzen. Im Moment schneit es in Hessen und auch in vielen anderen Teilen Deutschlands und Europas. Dies ist aber für Flughäfen und Fluggesellschaften ein "ganz normales Winterwetter". Start- und Landebahnen werden geräumt, Flugzeuge enteist.

Andere Flughäfen arbeiten normal

Vollkommen normalisiert hat sich bereits der Flugverkehr in München, Düsseldorf und Hamburg. Dort sind die Folgen des Eisregens aus Hessen, die auch an diesen Standorten wegen der eng verzahnten Flugpläne zu Streichungen und Verspätungen geführt hatte, nicht mehr zu spüren. Alle drei Airports meldeten einen regelmäßigen Betrieb bei üblichem Winterwetter.

Besser sieht es für die Flughäfen und Airlines auch wieder in Großbritannien und Frankreich aus. Die Flughäfen in Paris und London hatten zu Wochenbeginn ebenfalls unter dem Wintereinbruch gelitten und viele Verspätungen und Flugausfälle verzeichnet.

Neue Problemfront

Indes machten auch am Frankfurer Flughafen Piloten und Flugbegleiter auf geplante Dienstzeitvorschriften aufmerksam, die ihrer Ansicht nach die Flugsicherheit gefährden. Allein am Frankfurter Flughafen wollten rund 200 Piloten und Kabinenangestellte auf die Gefahren durch Übermüdung von Flugbesatzungen aufmerksam machen, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte. Die Europäische Cockpitvereinigung (ECA) hat Aktionen in mehr als 20 europäischen Städten organisiert.

Der Aktionstag wird nach Cockpit-Angaben die wetterbedingten Probleme am Frankfurter Flughafen nicht zusätzlich verschärfen. Kein einziger Flug werde wegen der Aktion ausfallen. Denn an der Demonstration sollen nur Kollegen teilnehmen, die freihaben. Streiks seien nicht geplant.

Die Gewerkschaft kritisiert vor allem die geplante Dauer von Nachtflügen. Sie beruft sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen es bei Dienstzeiten von mehr als zehn Stunden zu gefährlicher Übermüdung komme. Nach dem Willen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) sollten dennoch elf Stunden zur Regel werden. Zudem sollen Piloten künftig Flugzeuge landen dürfen, nachdem sie schon mehr als 22 Stunden wach sind.

Cockpit-Präsident Ilja Schulz warf der EASA Versagen vor. Sie habe den Wünschen der Fluggesellschaften zu weit nachgegeben und Kostenargumente vor die Passagiersicherheit gestellt: "Die Behörde ist beratungsresistent und hat die Chance verpasst, die Flugdienstzeiten auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse sicher zu gestalten."

Quelle: n-tv.de

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