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Das idyllische Queens ist stark betroffen.
Das idyllische Queens ist stark betroffen.(Foto: REUTERS)

Neuer Sturm vor der US-Küste: Wieder werden Gebiete evakuiert

Erst vor einer Woche zieht der Jahrhundertsturm "Sandy" über die US-Ostküste hinweg. In der Folge werden viele Menschen obdachlos, die Infrastruktur wird schwer geschädigt, mehr als 100 Menschen verlieren ihr Leben. Jetzt braut sich erneut ein Sturm zusammen und wieder müssen an gleicher Stelle ganze Regionen vorsorglich evakuiert werden.

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Aus Sorge vor einem gilt für Teile einer bereits von Wirbelsturm "Sandy" betroffenen Stadt an der US-Ostküste erneut ein Evakuierungsbefehl. Die Menschen in tiefer gelegenen Gebieten der Stadt Brick Township im Bundesstaat New Jersey seien aufgefordert worden, bis zum Dienstagabend (Ortszeit) ihre Häuser zu verlassen, teilten die Behörden mit. Wie viele der rund 75.000 Einwohner der Stadt betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Der Sturm, der Kälte, Regen und Wind im Gepäck hat, könnte Meteorologen zufolge am Mittwochabend auf die US-Ostküste treffen. Er soll aber längst nicht so stark wie "Sandy" sein.

Auch im Bundesstaat New York wächst die Sorge vor dem neuen Sturm: Möglicherweise müssten erneut Häuser evakuiert werden, warnte der Gouverneur des US-Bundesstaates, Andrew Cuomo. Normalerweise stelle ein solcher Sturm keine tödliche Gefahr dar, die aktuelle Situation sei aber nicht normal, sagte Cuomo weiter. "Leute, nehmt das ernst", warnte der Gouverneur. So stelle der Schutt, der nach wie vor in den von "Sandy" verwüsteten Gebieten liege, eine Gefahr dar, weil er erneut hochgewirbelt werden könne. Befürchtet wurden auch neue Überschwemmungen.

Eine Notunterkunft für Obdachlose in einer Schule in New Jersey.
Eine Notunterkunft für Obdachlose in einer Schule in New Jersey.(Foto: AP)

Die Küstenregionen von New York und New Jersey wurden am härtesten getroffen, als "Sandy" am 29. Oktober an Land ging. Insgesamt wurden 15 US-Bundesstaaten in Mitleidenschaft gezogen, mindestens 109 Menschen kamen in den Vereinigten Staaten und Kanada ums Leben. Es entstanden Schäden in Milliardenhöhe. Zuvor hatte der Wirbelsturm verheerende Verwüstungen in der Karibik angerichtet, besonders betroffen war Haiti.

Höhe Schwarzmarktpreise für Benzin

Aus einer beschädigten Raffinerie in Linden im Bundesstaat New Jersey seien fast 30.000 Liter Öl ausgelaufen, teilte die Küstenwache mit. Die Raffinerie bleibe daher zunächst geschlossen. Das verunreinigte Wasser werde derzeit mit Tanklastwagen abgesaugt. Bis Sonntag seien bereits 1,7 Millionen Liter Wasser-Öl-Gemisch abgepumpt worden.

Wegen Benzinmangels stellte die US-Armee 90 Millionen Liter Kraftstoff zur Verfügung, wie das das Pentagon mitteilte. Demnach wurden je 45 Millionen Liter Benzin und Diesel an Tankstellen in New York und New Jersey geliefert. Zuvor hatte die Logistikbehörde des Verteidigungsministeriums bereits 1,5 Millionen Liter in die betroffenen Gebiete gebracht. Nach Behördenangaben mangelt es an mehr als einem Viertel der Tankstellen in der Region New York an Treibstoff, die Stationen wurden teilweise von Sicherheitskräften bewacht. Auf dem Schwarzmarkt erreichte Benzin Höchstpreise; so wurde im Internet das Vier- bis Fünffache des üblichen Preises verlangt.

Offenbar weniger Obdachlose in New York

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In müssen nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg deutlich weniger Menschen in Notunterkünften untergebracht werden als zunächst angenommen. Er gehe von weniger als 10.000 Betroffenen aus, sagte Bloomberg. Zuvor hatte er von 30.000 bis 40.000 Menschen gesprochen.

Offiziellen Angaben zufolge leben in der Stadt New York derzeit knapp 5000 Menschen in 14 Notunterkünften. Zudem wurden 200 Wärmezentren eingerichtet, um denjenigen zu helfen, die bei sinkenden Temperaturen noch ohne Heizung auskommen müssen. An zwölf Stellen wurden Essen und Decken verteilt. Etwa 100.000 New Yorker sind nach wie vor ohne Strom. Im ganzen gleichnamigen Bundesstaat sind es fast eine halbe Million.

Quelle: n-tv.de

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