Blick auf die provisorische Simulation der Bauakademie des Architekten Karl Friedrich Schinkel neben dem Aussenministerium in Berlin.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Montag, 08. Februar 2010
Schinkels Bauakademie: Wiederaufbau rückt in weite Ferne
Der geplante Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie in Berlins historischer Mitte rückt in weite Ferne. Der Versuch, einen Investor zu finden, ist gescheitert,Nach jahrelangem Ringen ist der baldige Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie in Berlins historischer Mitte gescheitert. Es fand sich kein privater Investor, der die Bedingungen der Hauptstadt komplett erfüllen wollte. Das Vergabeverfahren sei deshalb eingestellt worden, teilte der Berliner Liegenschaftsfonds am Montag mit.
Schinkel errichtete die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Akademie 1831-1835.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Damit rückt der Wiederaufbau der Bauakademie als Nachbarin des geplanten Stadtschlosses (Humboldt-Forum) wieder in weite Ferne. Noch im September war das Land optimistisch, Anfang dieses Jahres einen Geldgeber zu finden. Nun will der Liegenschaftsfonds prüfen, ob es andere Möglichkeiten zur Wiedererrichtung gibt. Die Kosten dafür wurden in den vergangenen Jahren auf rund 20 Millionen Euro geschätzt - bei einer Bauzeit von rund drei Jahren.
Für Investoren wenig attraktiv
Schinkels Bauakademie, 1832 bis 1836 errichtet und nach Kriegszerstörungen von der DDR 1962 abgerissen, gilt als bedeutender früher Industriebau. Wie gut sich das rote Ziegelstein-Gebäude in der Nähe der Museumsinsel und noch erhaltener Schinkel-Gebäuden machen würde, simuliert seit 2004 eine Attrappe aus wetterbeständigen bedruckten Planen. Eine Ecke der Akademie ist seit fast zehn Jahren als Anschauungsobjekt gemauert. Touristen bleiben gern davor stehen.
Fast verloren wirkt die rekonstruierte Fassade der Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel auf dem Schlossplatz in Berlin.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Dass sich nun trotz neuer vielversprechender Ankündigungen kein Geldgeber fand, erstaunt allerdings wenig. Denn der Deal, den sich Berlin vorstellte, war selbst für Investoren mit einem großen Herz für Architektur wenig attraktiv. Sie mussten im Vergabeverfahren nicht nur nachweisen, dass sie die Bauakademie komplett auf eigene Kosten nach historischem Vorbild errichten können. 75 Prozent der Nutzfläche sollten sie darüber hinaus an eine neue Architektur-Akademie abgeben. Nur dann wollte Berlin das Filet-Grundstück kostenlos abgeben. Gewinn lässt sich bei diesen Auflagen kaum erzielen.
Ein Interessent bot dem Liegenschaftsfonds schließlich an, die Baukosten bis zu einer gedeckelten Maximalsumme zu übernehmen. Für mögliche Mehrkosten aber müsse das Land aufkommen. Diese Bedingung akzeptierte Berlin nicht. Für den Wiederaufbau der Bauakademie macht sich seit Jahren der Architekt Hans Kollhoff stark.
dpa
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