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Dienstag, 07. März 2017

Jagd im Zoo auf wertvolles Horn: Wilderer erlegen Nashorn in Frankreich

Auf dem Schwarzmarkt erzielen die Hörner Höchstpreise. Entsprechend brutal und skrupellos machen Wilderer Jagd auf Nashörner - in der Regel in der Wildnis Afrikas oder Asiens. Doch nun fällt ihnen sogar ein Tier in einem Zoo in Frankreich zum Opfer.

Ein Nashorn ist in einem französischen Zoo mit drei Kugeln erschossen worden. Der oder die unbekannten Täter sägten zudem eines der beiden Hörner des Breitmaulnashorns ab und stahlen es, wie ein Sprecher der Gendarmerie bestätigte. Der Nashornbulle Vince wurde tot im Zoo von Thoiry westlich von Paris gefunden. "Das gesamte Personal ist extrem schockiert", teilte der Zoo mit, der von Wilderei sprach.

Die Täter hätten vermutlich eine Kettensäge genutzt. Das zweite Horn sei nur angeschnitten worden, was vermuten lasse, dass sie gestört wurden. Zwei weitere Nashörner blieben verschont. "Nashorn-Horn ist in Asien mehr wert als Gold. Wilderer machen vor nichts halt und haben nun erstmals sogar ein Tier in einem europäischen Zoo getötet", erklärte Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife.

Der Handel mit Horn von Nashörnern ist auf internationaler Ebene seit rund vier Jahrzehnten verboten. Auf dem Schwarzmarkt zahlen Kunden Berichten zufolge etwa 60 000 Euro pro Kilogramm. Vor allem in China und Vietnam ist das Horn gefragt: Ihm werden dort aphrodisierende und heilende Kräfte zugeschrieben. Dabei besteht das Horn aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fingernägel. In Südafrika hatten Wilderer im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben mehr als 1000 Nashörner getötet.

Quelle: n-tv.de

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