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Ziel der Täter waren nach Ansicht der Ermittler wahrscheinlich nur ein oder zwei Familienmitglieder.
Ziel der Täter waren nach Ansicht der Ermittler wahrscheinlich nur ein oder zwei Familienmitglieder.(Foto: AP)

Sechs Tote - auch ungeborenes Kind: Wilkinsburg-Massaker galt Familienclan

Sie agieren wie Soldaten im Gefecht: Die beiden Männer, die in den USA eine Grillparty überfallen, treiben ihre Opfer zunächst auf der Veranda zusammen und schießen ihnen dann aus kurzer Distanz in den Kopf. Alle Opfer gehören zur gleichen Familie.

Nach der Schießerei am späten Mittwochabend auf einer Grillparty (Pennsylvania) gibt es ein sechstes Todesopfer. Wie die Polizei bestätigte, war eine der vier ermordeten Frauen, die 25-jährige Chanetta Powell, im achten Monat schwanger. Zwei Männer, die ebenfalls im Kugelhagel getroffen wurden, befänden sich noch immer in kritischem Zustand, hieß es. Weil alle Opfer zur gleichen Familie gehören, gehen die Ermittler nun davon aus, dass es sich um einen gezielten Anschlag handelte. Das Motiv ist aber noch völlig unklar.

Polizisten stellten 48 Patronenhülsen sicher.
Polizisten stellten 48 Patronenhülsen sicher.(Foto: AP)

Auch in welcher Beziehung die beiden flüchtigen Schützen zu der Familie stehen, wollte die Polizei zunächst nicht bekannt geben. Staatsanwalt Stephen Zappala schloss aber nicht aus, dass es eine Verbindung ins Drogenmilieu geben könnte. Nach wie vor fehlt von den Tätern jede Spur. Sie waren nach der Schießerei im Hinterhof einer Wohnsiedlung wahrscheinlich zu Fuß geflohen. Ermittler fanden bisher 48 Patronenhülsen auf dem Boden - abgefeuert aus einer Handfeuerwaffe und einem Sturmgewehr.

"Die Opfer wurden auf der Veranda zusammengetrieben", erklärte Ermittler Chris Taylor der "Pittsburgh Post-Gazette". "Das machte sie zu einem leichteren Ziel - wie bei einer militärischen Operation. Es muss schrecklich gewesen sein." Die Schüsse seien aus derart geringer Distanz abgegeben worden, dass einige Kugeln die Körper von mehreren Opfern durchschlugen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien alle Opfer durch Kopfschüsse getötet worden. "Es war vorsätzlich, es war berechnend, es war geplant", sagte Zappala der CNN. "Etwas so Brutales habe ich in 18 Jahren als Bezirksstaatsanwalt noch nicht erlebt."

Erfolglose Suche nach den Tätern

Jessica Shelton verlor drei Kinder und zwei Nichten bei der Attacke. Sie wandte sich bei einer Pressekonferenz an die Täter. "Ihr habt nicht nur unschuldige Menschenleben ausgelöscht, sondern auch Kindern die Eltern geraubt", sagte sie unter Tränen. "Das ist einfach nicht richtig!" Tatsächlich gehen die Ermittler davon aus, dass die Schützen es lediglich auf ein oder zwei Familienmitglieder abgesehen hatten. Sie setzten 20.000 Dollar für Hinweise auf die Täter aus.

Eine Anwohnerin, die zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Heimweg war, sagte einem lokalen Fernsehsender, die Gegend gelte normalerweise nicht als gefährlich. "Die Straße hier ist immer ruhig. Außer Kindern gibt es hier nichts." Doch Wilkinsburg grenzt an Pittsburgh. Und dort gibt es laut Medienberichten eine hohe Kriminalitätsrate. In den USA sterben immer wieder Menschen durch Waffengewalt. US-Präsident Barack Obama setzt sich seit Jahren für schärfere Regelungen ein. Bisher scheiterte er damit aber an dem von den Republikanern dominierten Kongress, der eine Änderung von Gesetzen blockiert.

Quelle: n-tv.de

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