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Im ersten Durchlauf verhakten sich einige er Kunststoff-Rodelschlitten, die mit Karabinern und Seilen eng miteinander verbunden waren.
Im ersten Durchlauf verhakten sich einige er Kunststoff-Rodelschlitten, die mit Karabinern und Seilen eng miteinander verbunden waren.(Foto: picture alliance / dpa)

Längster Rodelzug der Welt: Wintersport-Fans stellen Weltrekord auf

Schlitten an Schlitten in einer langen Kette rodeln 416 Fahrer den höchsten Berg in Hessen hinunter. Das Ziel ist klar: Sie wollen den bestehenden Weltrekord brechen. Doch im ersten Durchlauf klappt nicht alles reibungslos.

"Welt-re-kord, Welt-re-kord" skandieren die Rodler voller Vorfreude auf den letzten Metern bis zum Ziel. Als die Bestmarke geschafft ist, bricht Jubel aus. Die Wintersportfreunde steigen von den Schlitten, fallen sich strahlend in die Arme und klatschen sich mit den Händen ab. Geschafft! Nach langem Zittern ist auf der Wasserkuppe im zweiten Anlauf der Rodel-Weltrekord geglückt.

416 Fahrer, die sich im Internet anmelden konnten, sind Schlitten an Schlitten in einer langen Kette eine Skipiste auf Hessens höchstem Berg hinabgerodelt. Das Rekord-Institut für Deutschland überwachte die 150 Meter lange, ununterbrochene Fahrt des Rodelzugs und zertifizierte den Rekord in der Rhön, dem Mittelgebirge im Drei-Länder-Eck von Hessen, Bayern und Thüringen.

Initiator Christoph Seipp atmete nach der nervenaufreibenden Schlitterpartie tief durch. "Ich bin sowas von erleichtert", sagte er. "Das war ein bisschen wie im WM-Finale. Danke an alle, die mitgemacht und durchgehalten haben." Der feste Glaube an die Bestmarke sank bedenklich, als der erste Versuch mit 422 Schlitten schiefging. Einige der Kunststoff-Rodelschlitten, die mit Karabinern und Seilen eng miteinander verbunden waren, verhakten sich. Bodenwellen und aufgewühlter Schnee sorgten auf der wegen des Publikumsverkehrs nicht mehr ganz planen Piste für erhöhten Schwierigkeitsgrad. Einige Schlitten stürzten zur Seite und schließlich riss das Seil.

Rekord im zweiten Anlauf

Dabei hatten die Organisatoren - Kuscheldecken-Designer Seipp, ein Schlittenhersteller und der Skilift-Betreiber Wiegand - in der Vorwoche alles getestet. Allerdings im viel kleineren Maßstab mit etwas mehr als 40 Schlitten. Da ging noch alles gut. Rolf Allerdissen vom Rekord-Institut hatte eine Vermutung, wieso der erste Versuch misslang: Der Schlitten-Zug setzte sich nicht gleichmäßig in Bewegung, während vorne schon Tempo gemacht wurde, standen die hinteren Teilnehmer noch auf der Stelle. Da musste selbst die stabilste Verbindung reißen.

Im zweiten Anlauf gab es dann für die Rodler genauere Anweisungen: nicht zu schnell werden, bloß Schrittgeschwindigkeit fahren. Nachdem der Rodelzug wieder instand gesetzt und neu aufgestellt worden war, ging es dann mit gemächlicherem Tempo los - und die Kette der Schlitten hielt der Belastung bis zum Ziel in 150 Metern Entfernung stand. Somit geht der Rekord nun auf die Wasserkuppe in die Rhön. Die bisherige Bestmarke wurde im Januar 2015 aufgestellt, als in Obereggen in Südtirol 240 Schlitten zusammengekommen waren.

Quelle: n-tv.de

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