Strafanzeige gegen UnbekanntWolf in Brandenburg erschossen
Erstmals seit der Rückkehr von Wölfen nach Deutschland ist ein einheimisches Tier erschossen worden. Das zuständige Forstamt im brandenburgischen Spreewald stellte Strafanzeige.
Erstmals seit der Rückkehr von Wölfen nach Deutschland ist ein einheimisches Tier erschossen worden. Die tote Wölfin sei am Rande des brandenburgischen Spreewaldes bei Luckau gefunden worden, erklärte das Landesumweltministerium. Bei einer Sektion im Institut für Zoo- und Wildtierforschung seien Geschosssplitter gefunden worden, sagte Gesa Kluth vom Wildbiologischen Büro Lupus, das die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte. Vom Täter fehlt bisher jede Spur.
Das Forstamt Lübben stellte Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Der Naturschutzbund Deutschlands (NABU) und der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) verurteilten den Abschuss des streng geschützten Tieres. "Die Jägerschaft ist für eine natürliche Einwanderung von Wölfen. Mögliche Konflikte lassen sich nicht mit illegalen Abschüssen lösen, sondern mit Managementplänen", sagte DJV-Vizepräsident Wolfgang Bethe. "Wir müssen gemeinsam lernen, mit Rückkehrern wie dem Wolf zu leben", erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Zahlreiche andere europäische Länder zeigten, dass dies möglich sei.
Nach mehr als 140 Jahren waren im Jahr 2000 in der sächsischen Lausitz erstmals wieder frei lebende Wölfe in Deutschland geboren worden. Derzeit leben in Sachsen und Brandenburg vier Familienverbände, deren Gesamtzahl auf 35 bis 40 Tiere geschätzt wird. Es sind die einzigen in Deutschland sesshaften Wölfe. Seit den 90er Jahren waren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern mehrere Wölfe erschossen worden. Dabei handelte es sich nach Expertenmeinung aber immer um Grenzgänger aus Polen oder Tschechien.