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In Wolfenbüttel haben Hilfskräfte Sandsäcke aufgetürmt. Diese sollen die Häuser vor den Wassermassen schützen.
In Wolfenbüttel haben Hilfskräfte Sandsäcke aufgetürmt. Diese sollen die Häuser vor den Wassermassen schützen.(Foto: dpa)
Freitag, 28. Juli 2017

Halten die Dämme?: Wolfenbüttel steht teilweise unter Wasser

Während nach dem Hochwasser mancherorts das große Aufräumen beginnt, wird andernorts noch gebangt. Doch immerhin hat der Regen nachgelassen. Dennoch weiß niemand, ob das Schlimmste deswegen überstanden ist oder ob noch Wasser nachkommt.

Das Hochwasser sorgt in Teilen Niedersachsens weiter für erhebliche Anspannung, in Sachsen-Anhalt hat sich die Lage nach dem Rückzug der Fluten dagegen vielerorts etwas beruhigt. Während im Harz am Freitag die Aufräumarbeiten im Mittelpunkt stehen, Schäden begutachtet und repariert werden, halten die Wassermassen die Menschen im niedersächsischen Braunschweig und der Umgebung weiter in Atem.

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In Wolfenbüttel überschwemmte das Hochwasser Teile der Innenstadt. Der Pegelstand der Oker ist zunächst stabil, aber auf hohem Niveau, erklärte ein Polizeisprecher. Eine Straße am Rande der Altstadt steht mehr als knietief unter Wasser. Häuser mussten evakuiert werden. Die Anwohner wurden aufgerufen, ihre Autos in Sicherheit zu bringen. Teilweise wurde auch der Strom abgeschaltet. Auch die Bewohner eines Seniorenwohnheims mussten vor dem Wasser in Sicherheit gebracht werden.

Auch in Braunschweig war die Lage in der Nacht noch angespannt. "Wir wissen nicht, wie viel Wasser noch kommt", sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die in Braunschweig beobachteten Pegelstände der Flüsse Schunter und Mittelriede fielen, die der Oker blieben konstant. Die Hochwasserwelle soll sich in den kommenden Tagen vor allem in die Unterläufe der Flüsse Leine und Oker verlagern. Für den Bereich der Leine in Hannover wird der Höchststand ab Freitagabend erwartet.

Millionenschaden an der Uni Hildesheim

In Hildesheim drücken die Wassermassen weiter gegen die durchweichten Dämme. "Die Pegelstände fallen, aber leider nicht so rasch wie erwartet", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Freitagmorgen. An einer Stelle flickten Feuerwehrleute ein Leck, an einer anderen Stelle schwappe Wasser über den Damm. "Das hat aber keine Auswirkung auf die Bevölkerung oder Wohngebäude, das Wasser floss hier einfach ins Grüne", erklärte der Sprecher weiter.

An der Universität Hildesheim richtete das Hochwasser allerdings einen Millionenschaden an, die Folgen werden den Lehrbetrieb wohl noch im Wintersemester schwer belasten. "Es ist bitter", erklärte eine Hochschulsprecherin und berichtete von "massiven Schäden". Betroffen ist demnach der Kulturcampus in einer denkmalgeschützten Burganlage. "Die Institute stehen im Wasser."

Auch in Sachsen-Anhalt ist noch nicht alles überstanden. Sorgen bereiteten zuletzt unter anderem die Orte Harsleben, Langenstein und der Wernigeröder Ortsteil Silstedt. In Harsleben hatte sich die Situation zugespitzt, als der Goldbach über die Ufer trat. In Wernigerode hingegen soll nach Angaben der Stadt eine vom Hochwasser betroffene Kita wieder öffnen. In der Innenstadt habe sich die Lage beruhigt, die zum Schutz aufgeschichteten Sandsäcke würden jetzt wieder weggebracht, sagte Stadtsprecher Tobias Kascha.

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Quelle: n-tv.de

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