Panorama

Deutsche sind ein Sonderfall"Work-Life-Balance" klappt nicht

24.05.2012, 10:33 Uhr
treppenhaus
Treppenhaus in Hannover. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutschen kriegen den Kopf nicht frei. Ihr beruflicher Alltag ist meist auch bestimmend für ihr Privatleben. Eine Balance zwischen beiden Polen ist laut einer Studie nicht möglich. Daraus resultiert auch, dass ein großer Teil der Deutschen mit seiner Freizeit unzufrieden ist.

Bei deutschen Angestellten klappt die Balance zwischen Beruf und Privatleben einer Studie zufolge nicht so gut wie bei ihren Kollegen in vielen anderen Ländern. Die Ergebnisse für Deutschland liegen weit unter dem internationalen Durchschnitt, ergab eine Befragung des Bürodienstleisters Regus. Demnach sind beim Gleichgewicht zwischen Berufsleben und Freizeit Länder wie Mexiko, Brasilien und China Spitze. Deutschland landet abgeschlagen auf Platz 15.

Entsprechend niedrig ist hierzulande im internationalen Vergleich auch der Anteil der Menschen, die mit ihrer Freizeit zufrieden sind. Während in Deutschland nicht einmal die Hälfte der Befragten das Gefühl hat, ausreichend Zeit für sich selbst und die Familie zu haben, sind es in den Niederlanden zwei von drei Angestellten.

Dennoch hat sich in den vergangenen beiden Jahren auch in Deutschland der Studie zufolge einiges getan: Die Zufriedenheit der Angestellten mit ihrer Situation stieg im Vergleich zu 2010 deutlich. Die regionalen Unterschiede sind aber groß: In Bayern und Hamburg sind die Menschen mit der "Work-Life-Balance" deutlich glücklicher als zum Beispiel in Baden-Württemberg.

Entspannte Wirtschaftslage hilft

Regus befragte insgesamt rund 16.000 Beschäftigte weltweit. 65 Prozent der Angestellten in Deutschland gaben an, aktuell mehr Zeit im Job zu verbringen als 2010. 64 Prozent der Befragten hierzulande haben mittlerweile aber auch mehr Spaß an der Arbeit als noch vor zwei Jahren.

"Zwar sind die Arbeitnehmer in den letzten Jahren zufriedener geworden, diese Entwicklung ist aber zum Großteil auf die entspanntere Wirtschaftslage zurückzuführen", gibt der Geschäftsführer von Regus Deutschland, Michael Barth, zu bedenken. "Unternehmen, die Toptalente anstellen und halten wollen, sollten angesichts des dynamischeren Arbeitsmarktes nicht ignorieren, welch hohen Einfluss das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben bei der Auswahl der Arbeitsstelle hat."

Quelle: ntv.de, dpa