Kein Ende in BBC-Missbrauchsaffäre: Zahl der Opfer steigt auf 450
Die britische Sendeanstalt manövriert sich mit Fehlern bei der Aufarbeitung des Missbrauchs-Skandals in eine der schwersten Krise ihrer Geschichte. Zahlreiche hochrangige Mitarbeiter verlieren ihren Job. Jetzt wird bekannt, dass das Ausmaß in dem Skandal weit größer ist, als angenommen.
Der Kinderschänder-Skandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile erreichtimmer schrecklichere Dimensionen. Die Zahl der Opfer sei auf 450 gestiegen, teiltedie britische Polizei mit. Zuvor war bereits von mehr als 300 Opfern die Rede gewesen.
Savile, früher Moderator von "Top of the Pops", und andere sollen sichüber Jahre hinweg an jungen Menschen vergangen haben. Die Taten sollen zum Teilauf dem Sendergelände der britischen BBC geschehen sein. Scotland Yard teilte zudemmit, man habe einen weiteren Verdächtigen im Missbrauchsskandal festgenommen. Eshandle sich dabei um einen Mann um die 60. Es ist die vierte Festnahme in dem Fall.
Zuvor waren bereits der 69 Jahre alte TV-Comedian Freddie Starr, der 68-jährigeRocker Gary Glitter sowie ein weiterer Mann festgenommen und von der Polizei befragtworden. Alle drei sind inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Jimmy Savilekann von niemandem mehr zur Verantwortung gezogen werden. Er starb bereits 2011.Erst im Oktober dieses Jahres wurden die Vorwürfe bekannt.
Köpfe rollen
Die BBC steht angesichts des Skandals vor tiefgreifenden Reformen. Am Wochenendewar Sender-Chef George Entwistle zurückgetreten und sprach selbst von einer "angemesseneReaktion". Als Generaldirektor sei er "letztlich verantwortlich für dengesamten Inhalt" der BBC-Sendungen, begründete der erst im September ins Amtgekommene Entwistle seinen Rücktritt. "Die ganzen Ereignisse der vergangenenWochen haben mich zu dem Schluss gebracht, dass die BBC einen neuen Chef haben sollte."
Vor Entwistle hatten bereits Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Vize StephenMitchell ihren Hut genommen. Auch der Chef der Investigativ-Abteilung, Iain Overtongab seinen Posten ab. Rücktrittsforderungen kamen auch gegen Chris Patten auf, derals Rundfunkratspräsident den Sender beaufsichtigt. Die britische Sendeanstalt hattesich mit Fehlern bei der Aufarbeitung des Missbrauchs-Skandals in eine der schwerstenKrise ihrer Geschichte manövriert.
Quelle: n-tv.de


