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Bergungsarbeiten abgeschlossen: Zahl der Toten bei Zugunglück steigt auf neun

Im oberbayerischen Bad Aibling sterben bei einem Zugunglück mindestens neun Menschen, es gibt viele Schwerverletzte. Weshalb die beiden Regionalbahnen scheinbar ungebremst aufeinanderstießen, ist noch unklar.

Die Unglücksstelle liegt schwer zugänglich in einem Waldstück am Ufer der Mangfall.
Die Unglücksstelle liegt schwer zugänglich in einem Waldstück am Ufer der Mangfall.(Foto: REUTERS)

Bei dem schweren Zugunglück in der Nähe von Bad Aibling sind nach Angaben der Polizei insgesamt mindestens neun Menschen gestorben. Unter den Toten sind demnach auch die beiden Lokführer und die beiden Zugbegleiter der Regionalzüge. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Menschen würden vermisst und seien wahrscheinlich noch in den Trümmern der Züge.  Die unmittelbaren Bergungsarbeiten sind jedoch zunächst abgeschlossen.

Aus bislang ungeklärter Ursache prallten die beiden Züge zwischen Rosenheim und Holzkirchen frontal aufeinander. Mehrere Waggons entgleisten bei dem Unglück. Einige verkeilten sich ineinander und kippten auf die Seite. Rainer Scharf, Sprecher der Bundespolizei, sagte n-tv, es handele es sich um einen eingleisigen Streckenabschnitt. "Ich gehe davon aus, dass die beiden Züge mit einer nicht niedrigen Geschwindigkeit aufeinandergeprallt sind."

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Die Bergungskräfte waren unter anderem mit mehreren Hubschraubern und zahlreichen Krankenwagen im Einsatz. Die Unfallstelle ist schwer zugänglich. Einsatzkräfte der Bergwacht seilten sich aus Hubschraubern ab, um den Verletzten zu helfen. Auch aus dem benachbarten Österreich wurden Rettungskräfte zur Hilfe gerufen. Die Verletzten wurde in umliegende Krankenhäuser in Rosenheim, Miesbach sowie München gebracht. Menschen wurden zu Blutspenden aufgerufen. Am Nachmittag teilte der Blutspendedienst München jedoch mit, dass nun genug Spender gekommen seien und verwies auf die nächsten Tage.

Bahnstrecke gesperrt

Die Züge gehörten zu der privaten Linie "Meridian", die von der Bayerischen Oberlandbahn betrieben wird. Die Züge verkehrten auf einer Strecke, die am Morgen vor allem von Pendlern und Schülern benutzt wird. Wegen der Faschingsferien in Bayern dürften nach Angaben der Polizei jedoch kaum Jugendliche in den Zügen gewesen sein.

Die Bahnstrecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde gesperrt. Sie ist eingleisig, elektrifiziert und mit einer Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) ausgestattet. Damit werden Züge automatisch abgebremst, wenn sie ein rotes Signal überfahren. Nach Angaben der Streckenbetreiberin, der Deutschen Bahn, liegt die zugelassene Höchstgeschwindigkeit bei 100 Kilometern in der Stunde.

Die Bayerische Oberlandbahn hat eine Notfallnummer für Angehörige eingerichtet: 0395 / 43 08 43 90. Die Führung des Unternehmens zeigte sich in einer ersten Stellungnahme bestürzt: "Der Unfall ist ein Riesenschock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeiter zu helfen", so Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. "Wir waren schnell vor Ort und konnten uns ein Bild des schweren Zusammenstoßes machen. Unser Dank gilt den Einsatzkräften und Mitarbeitern, die so schnell Hilfe geleistet haben", so Fabian Amini, der technische Geschäftsführer.

Quelle: n-tv.de

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