Neue Initiative der KoalitionZigaretten nur noch ab 18
Die sechsköpfige Koalitionsarbeitsgruppe zum Nichtraucherschutz ist sich einig: Jugendlichen unter 18 Jahren sollen keine Zigaretten mehr verkauft werden dürfen.
Jugendlichen unter 18 Jahren sollen keine Zigaretten mehr verkauft werden dürfen. Darin seien die Experten der sechsköpfigen Koalitionsarbeitsgruppe zum Nichtraucherschutz einig, sagte Verbraucherstaatssekretär Gerd Müller (CSU) der "Tageszeitung - Taz". Die Arbeitsgruppe wird demnach vorschlagen, das Jugendschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass Tabakwaren erst an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden können und nicht wie bisher ab 16 Jahren.
Unklar ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Fraktionskreisen weiter, wann die Arbeitsgruppe ein Gesamtergebnis auch im Ringen um ein Rauchverbot in Gaststätten vorlegt. Die Koalitions-Politiker kommen an diesem Donnerstag wieder zusammen. Strittig ist der Umgang mit Kneipen und Diskos ohne Essensangebot.
Zum angestrebten Verkaufsverbot an Minderjährige sagte Müller der Zeitung, je früher jemand mit dem Rauchen anfange, um so höher sei die Gefahr einer Raucherkarriere. 82 Prozent der erwachsenen Raucher hätten als Teenager angefangen. "Wer also einmal das 20. Lebensjahr erreicht hat, hat gute Chancen, sein Leben lang Nichtraucher zu bleiben." Arbeitsgruppenmitglied Lothar Binding (SPD) sagte der "Taz": "Ich möchte alles tun, die Abgabe an Jugendliche zu erschweren." Mit welcher Methode genau das klug gemacht werde, müsse noch abschließend diskutiert werden.
Bisher war das Verkaufsverbot für Kinder unter 16 Jahren nach Angaben des Blatts weitgehend wirkungslos geblieben, da jedes Kind Zigaretten am Automaten ziehen kann. Allerdings darf die Industrie auf Grund einer älteren Verschärfung des Jugendschutzgesetzes von 2007 an nur noch Automaten mit Alterskontrolle betreiben. Dafür benötigt der Käufer eine EC-Karte mit Chip.
Ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller BDTA sagte: "Wir haben gerade erst eine Rieseninvestition gemacht. Eine Verschärfung der Altersgrenze würde neue Kosten erzeugen und eine Übergangszeit erfordern: Minimum zwei Jahre."