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Benedikt XVI. hatte als erster Papst der Neuzeit seinen Rücktritt erklärt.
Benedikt XVI. hatte als erster Papst der Neuzeit seinen Rücktritt erklärt.(Foto: dpa)

Papst Benedikts Pontifikat endet heute: Zollitsch weist Gerüchte zurück

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, will die Gerüchte über die Gründe für den Rücktritt des Papstes nicht gelten lassen. Solche Verschwörungstheorien habe es schon immer gegeben. Benedikt XVI. geht heute Abend in den Ruhestand. Dann ist der Stuhl Petri für ein paar Wochen unbesetzt.

Nach knapp acht Jahren endet heute Abend das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. Damit beginnt auch die Zeit der Sedisvakanz - der Zeit des "leeren Stuhls Petri". Für den 85-Jährigen soll der Donnerstag noch einmal ein normaler Arbeitstag werden, bevor er gegen 17 Uhr mit dem Hubschrauber zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo fliegt, wo er zunächst wohnen wird.

In Deutschland werden am Abend in vielen katholischen Kirchen die Glocken läuten. Zudem gibt es Dankgottesdienste, darunter einen zentralen in der Kathedrale St. Hedwig in Berlin, zu dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet wird.

An den Gerüchten sei nichts dran, meint Zollitsch.
An den Gerüchten sei nichts dran, meint Zollitsch.(Foto: dpa)

Unterdessen wies der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, Gerüchte über die Gründe für den Rücktritt des Papstes zurück. "Es hat immer wieder Verschwörungstheorien im Vatikan gegeben", sagte Zollitsch dem Sender Phoenix. "Da muss man sich fast dran gewöhnen." Es seien aber "wirklich die physischen Kräfte, die beim Papst sehr nachgelassen haben". Er sei überzeugt, das ist für den Papst der Grund, wirklich zu sagen, "ich gebe meinen Dienst auf".

Zeitung zitiert aus "Geheimbericht"

Die italienische Zeitung "La Repubblica" hatte in der vergangenen Woche berichtet, Benedikts Rücktritt könne mit einem geheimen Schwulennetzwerk im Vatikan zu tun haben. Demnach seien Kardinäle wegen ihrer "sexuellen Orientierung" durch Laien erpressbar gewesen. Die Zeitung bezog sich auf einen 300-seitigen Geheimbericht. Vatikansprecher Federico Lombardi wies die Verschwörungsgerüchte zurück und beklagte Diffamierung und Falschinformationen.

Zollitschs Einschätzung zufolge müsse Benedikts Nachfolger ein Papst sein, "der die Kirche in die Zukunft führt". Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche müsse "nach vorn" schauen und die Gottesfrage klar stellen. Er kenne eine ganze Reihe "tüchtiger Kardinäle", vor denen er "großen Respekt habe", sagte Zollitsch. Zuvor hatte Zollitsch gesagt, er halte die Wahl eines nicht aus Europa stammenden Nachfolgers für gut möglich.

Benedikt XVI. hatte seinen Amtsverzicht vor gut zwei Wochen überraschend bekanntgegeben. Im März sollen die Kardinäle zum Konklave zusammenkommen und einen Nachfolger für Benedikt bestimmen. Am gestrigen Mittwoch fand auf dem Petersplatz die letzte große Generalaudienz statt.

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Quelle: n-tv.de

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