Sonntag, 20. März 2011
Weltweite Trauer um Eisbären: Zoobesucher weinen um Knut
Schockiert und traurig reagieren die Zoobesucher in Berlin auf den Tod des Eisbären Knut. Blumen und Kerzen schmücken den Zooeingang. Weltweit löst die Nachricht vom überraschenden Ableben des Tiers Bestürzung aus. Knut war am Samstag plötzlich tot zusammengebrochen.Nach dem Tod von Eisbär Knut haben zahlreiche Berliner im Zoologischen Garten Abschied von dem Publikumsliebling genommen. Schon vor Öffnung der Tore um 9.00 Uhr versammelten sich viele Menschen vor dem Zoo. "Wir haben dich sooo geliebt!" Und "Tschüss Knut!" stand auf abgelegten Zetteln. Viele Kerzen brannten zwischen Blumensträußen.
Die kaufmännische Direktorin des Zoos, Gabriele Thöne, sagte: "Ich bin tief erschüttert. Es ist so, als wäre ein Freund gegangen. Knut war ein Mitgeschöpf, das uns allen sehr nahe war."
Trauer im Internet
Auf der ganzen Welt wollten Menschen ihre Gedanken zum Tod des Eisbären-Stars mitteilen. Bei Twitter und Facebook nahmen Tausende Anteil. Auch internationale Medien verbreiteten die Nachricht auf ihren Webseiten.
Seit seiner Geburt war Knut ein Medienstar. Internationale Medien berichteten immer wieder über die rührende Geschichte des kleinen Eisbären, der von seinem Ziehvater Thomas Dörflein per Hand aufgezogen wurde. Über Twitter wurde die Nachricht vom Tod Knuts am Samstag in Sekundenschnelle verbreitet. Zu den Facebook-Gruppen "Knut" und "Knut der kleine Eisbär" kam am Samstag noch Gruppen namens "R.I.P. Knut - Wir werden dich vermissen" und "R.I.P. Knut - We love you forever" (Ruhe in Frieden Knut - wir werden Dich immer lieben) hinzu.
Auf allen vier Seiten hinterließen die Nutzer ihre Abschiedsgrüße an Knut auf Deutsch und Englisch. "Du warst ein besonderer Bär, denn Du hast den Menschen Freude gebracht. Ich danke dir für die schönen Momente mit dir und wegen dir. Nun seit ihr wieder vereint - Thomas Dörflein und Knut", schreibt eine Facebook-Nutzerin. Knuts Ziehvater Dörflein war 2008 einen plötzlichen Herztod gestorben.
Todesursache wird untersucht
Knuts Kadaver war am späten Samstagabend aus dem Bärengehege mit Hilfe eines Krans geborgen worden, nachdem das Wasser im Graben abgelassen worden war. Das bestätigte ein Zoo-Mitarbeiter. Der erst vierjährige Eisbär war am Samstag um 15.22 Uhr plötzlich zusammengebrochen, ins Wasser gestürzt und gestorben. Eine Sektion soll Anfang der Woche die Todesursache klären.
Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz und den Bären-Betreuer Heiner Klös. Durch die Zusammenlegung mit drei älteren Eisbärinnen sei der vierjährige Knut stark unter Stress geraten. Außerdem seien durch die Handaufzucht und die Hinwendung zum Menschen bei dem Eisbären enorme Verhaltensauffälligkeiten programmiert worden. Die Organisation verwies darauf, dass sie erst vor kurzem vor der "tier- und artwidrigen Haltung Knuts" gewarnt habe.
dpa
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