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Mehrere ToteZugunglück in Lothringen

11.10.2006, 14:26 Uhr

Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge in Lothringen sind am Mittwoch mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge in Lothringen sind am Mittwoch mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere wurden schwer verletzt. Nachdem zunächst von zwölf Toten die Rede gewesen war, sprach die Präfektur am Abend von fünf bestätigten Toten. Darunter ist ein Bahnarbeiter, der das Schotterbett erneuern sollte. Der französische Premierminister Dominique de Villepin und der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker machten sich am Unglücksort selbst ein Bild von der Lage.

Ein mit knapp 20 Berufspendlern besetzter doppelstöckiger Regionalexpress aus Luxemburg stieß in einer Kurve mit voller Wucht mit einem Güterzug zusammen, der von Thionville in Richtung Luxemburg unterwegs war. Die Lokomotiven verkeilten sich ineinander. Güterwaggons sprangen aus den Gleisen und zertrümmerten einen Waggon des Regionalzugs, in dem Passagiere eingeklemmt wurden.

"20 bis 30 Sekunden lag gab es nur Lärm, Lärm, Lärm", sagte der luxemburgische Zugkontrolleur, der das Unglück mit ein paar Rippenbrüchen überlebte, im Fernsehen. "Nichts hat den Aufprall angekündigt."

Die Bergung der Opfer sei sehr schwierig, sagte ein Eisenbahner. "Feuerwehrleute steigen auf die Fahrzeuge um Fahrgäste zu erreichen, die noch in dem Passagierzug stecken." Helfer schnitten die verkeilten Trümmer auf. "Das ist ein Rennen gegen die Zeit", sagte ein Feuerwehrmann. "Man muss die Eingeklemmten so schnell wie möglich erreichen, mit ihnen sprechen und womöglich Transfusionen geben, bis sie geborgen werden können."

Luxemburg schickte 150 Helfer zur Unterstützung der 100 französischen Rettungskräfte am Unfallort wenige Kilometer von der deutschen Grenze. Der Unfall ereignete sich bei einer Baustelle, an der der Verkehr eingleisig vorbeigeführt wurde. Ersten Untersuchungen zufolge soll eine falsche Weichenstellung auf luxemburgischer Seite den Unfall verursacht haben. Der französische Güterzug habe freie Fahrt gehabt. Güterlok und Regionalzug waren neu und funktechnisch gut ausgerüstet.