Panorama

Weltweite FahndungZwei Poker-Räuber flüchtig

18.03.2010, 08:43 Uhr

Zwei der so genannten Poker-Räuber sitzen in U-Haft. Gestern Abend hatte die Polizei den 20-jährigen Ahmad El-Awayti aus Berlin-Kreuzberg gefasst. Zwei weitere Räuber befinden sich noch auf der Flucht. Nach ihnen wird jetzt weltweit gefahndet.

Die Suche nach zwei flüchtigen Tätern des spektakulären Überfalls auf das Poker-Turnier in Berlin wird intensiv fortgesetzt. Die 19 und 20 Jahre alten Männer könnten sich bereits ins Ausland abgesetzt haben, weshalb weltweit nach ihnen gesucht werde, sagte ein Polizeisprecher. Am Montagabend hatte sich ein 21-Jähriger gestellt und die Tat gestanden. Aufgrund seiner Angaben wurde ein weiterer Täter in Berlin-Mitte gefasst. Dabei soll es sich um den 20-jährigen Ahmad El-Awayti aus Berlin-Kreuzberg handeln.

Die jungen Männer aus Kreuzberg und Neukölln hatten am 6. März bei dem Raubüberfall im Luxushotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz 242.000 Euro erbeutet. Eine bereits mit rund 600.000 Euro gefüllte Tasche konnte von einem Sicherheitsmann und einem Hotelmitarbeiter sichergestellt werden. Die Täter wurden von Videokameras gefilmt und hinterließen zahlreiche Spuren. So benutzten sie ihren Privat-Pkw zur Flucht.

Bei den Räubern handelt es sich um junge Männer mit türkischer und arabischer Herkunft, die der Polizei schon vorher bekannt waren. Unter anderem gingen Diebstähle und Raubüberfälle auf ihr Konto.

Unvorsichtige Täter

Alle vier waren der Polizei schon durch Diebstähle oder Raubüberfälle bekannt und saßen auch teilweise schon im Gefängnis. Einer von ihnen gilt als vielfacher Wiederholungstäter. Zwei Beschuldigte sind türkische Staatsbürger, einer ist Deutscher mit türkischen oder arabischen Wurzeln und einer staatenlos.

Auf die Spur der Räuber kam die Polizei über einen Zeugen. Dieser notierte sich das Kennzeichen des Wagens, mit dem die Bande nach dem Überfall flüchtete. Das Kennzeichen habe direkt zu einem der Täter geführt, sagte der Leiter des Raubdezernats der Kriminalpolizei, Stefan Teller. In den nächsten Tagen habe die Polizei weiter Spuren ausgewertet und Beweise gegen den Verdächtigen gesammelt, bis am 12. März ein Haftbefehl ausgestellt wurde.

Von Hintermännern der Bande sei zurzeit nichts bekannt, sagte Staatsanwalt Frank M. Heller. Der festgenommene Mann habe gesagt, er habe das Hyatt-Hotel und das Turnier ausgekundschaftet. "Als er gesehen hat, dass das Wachpersonal keine Schusswaffen hat, haben sie den Entschluss zum Überfall gefasst."

Quelle: dpa