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Trümmer liegen nach dem Unfall am 1. Februar auf der Tauentzienstraße.
Trümmer liegen nach dem Unfall am 1. Februar auf der Tauentzienstraße.(Foto: dpa)

69-Jähriger starb bei Autorennen: Zweiter Raser in Berlin festgenommen

Anfang Februar stirbt ein Mann bei einem illegalen Autorennen im Berliner Zentrum. Nun sitzen die beiden Raser in Haft, die den Unfall verursacht haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, "ohne Rücksicht auf Verluste" gehandelt zu haben.

Nach dem Tod eines Unbeteiligten bei einem illegalen Autorennen durch Berlins Stadtzentrum ist auch der zweite Unfallfahrer festgenommen worden. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde der 24-Jährige am Mittwoch im Bezirk Marzahn unter dem Verdacht des Totschlags verhaftet. Bei dem Unfall zwischen Gedächtniskirche und dem Kaufhaus des Westens war am 1. Februar ein 69-Jähriger getötet worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen vor, mit seinem Mercedes-Benz CLA ein Autorennen gegen einen 27-Jährigen und dessen Audi A6 gefahren zu haben. Dabei habe der 24-Jährige mehrfach rote Ampeln ignoriert und sei mit weit mehr als 100 Stundenkilometern über den Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße gerast.

"Ohne Rücksicht auf Verluste"

Beide Fahrer hätten "ohne Rücksicht auf Verluste" gewinnen wollen und dabei den möglichen Tod von Dritten billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Den Männern werde deshalb ein bedingter Tötungsvorsatz vorgeworfen.

Bilderserie

Der 27-Jährige war bereits am Dienstag im Stadtteil Moabit festgenommen worden. Auch gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Er sitzt nun in Untersuchungshaft, weil Fluchtgefahr besteht. Für Totschlag mit bedingtem Vorsatz liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis.

Beide Beschuldigte überfuhren an dem Montag um 0.40 Uhr mit hoher Geschwindigkeit eine rote Ampel, wobei der 27-Jährige mit einem von rechts kommenden Jeep kollidierte. Der Audi A6 schleuderte den Jeep Wrangler älteren Baujahrs von der Kreuzung an der Nürnberger Straße mehr als 100 Meter weit in Richtung Kaufhaus des Westens. Der Jeep-Fahrer starb noch am Unfallort.

Der Fahrer des Mercedes CLA hatte offenbar versucht, dem Crash auszuweichen und war dabei auf dem Hochbeet des Mittelstreifens gelandet. Die Raser wurden ebenso schwer verletzt wie die 22-jährige Beifahrerin des 24-Jährigen.

Mehrere Tote bei anderen Rennen

In den vergangenen Wochen wurden immer wieder gefährliche verbotene Rennen bekannt. In der Nacht zu Dienstag wurden in Berlin-Moabit zwei unbeteiligte Menschen in einem Taxi verletzt. Zwei Autofahrer hatten sich ein Rennen geliefert, einer der Wagen stieß an einer Kreuzung mit dem Taxi zusammen - die Raser fuhren nach dem Unfall weiter.

In Köln, wo 2015 drei Menschen bei illegalen Autorennen starben, wurden im Januar zwei junge Männer wegen eines ähnlichen Unfalls verurteilt. Die beiden waren in der Innenstadt ein Rennen gefahren. Einer missachtete mit 115 Kilometern pro Stunde eine rote Ampel und rammte ein Taxi. Ein Fahrgast starb. Das Amtsgericht verurteilte die Raser wegen fahrlässiger Tötung zu Jugendstrafen von 16 und 12 Monaten auf Bewährung.

Zwei weitere junge Männer stehen seit Mitte Februar in Köln wegen fahrlässiger Tötung bei einem mutmaßlichen illegalen Autorennen vor Gericht. Laut Anklage rammte einer der von ihnen mit seinem Wagen eine 19-jährige Radfahrerin. Sie starb an ihren Verletzungen.

Quelle: n-tv.de

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