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Zyklon "Winston" über den Fidschis: Die Falschfarbenaufnahme des  US-Wetterdienstes NOAA zeigt das Ausmaß des Tiefdrucksystems.
Zyklon "Winston" über den Fidschis: Die Falschfarbenaufnahme des US-Wetterdienstes NOAA zeigt das Ausmaß des Tiefdrucksystems.(Foto: dpa)

"Winston" wütet in der Südsee: Zyklon tötet Inselbewohner

Mit unvorstellbar Gewalt zieht Tropensturm "Winston" durch den Pazifik: Der Zyklon der Kategorie 5 trifft die rund 900.000 Einwohner auf den Fidschis mit voller Wucht. Mindestens fünf Menschen kommen während des Unwetters ums Leben.

Auf den Fidschi-Inseln sind nach dem Durchzug des außergewöhnlich mächtigen Zyklons "Winston" Medienberichten zufolge mindestens fünf Todesopfer zu beklagen. Die Zahl habe der Direktor der Behörde für Katastrophenschutz, Akapusi Tuifagalele, betätigt, berichtete das Nachrichtenportal "Fijilive" am Morgen nach dem Sturm. Unzählige Häuser wurden abgedeckt oder stürzten ein. Einige Menschen seien unter eingestürzten Dächern und Wänden eingeklemmt, hieß es.

Umgeknickte Palmen, überschemmte Straßen: Blick über die Hauptinsel Viti Levu nach dem Sturm.
Umgeknickte Palmen, überschemmte Straßen: Blick über die Hauptinsel Viti Levu nach dem Sturm.(Foto: REUTERS)

Auf der kleineren Insel Koro seien sämtliche Häuser im Dorf Kade seinen Angaben zufolge zerstört worden, einschließlich der Kirche und der Schule. Das volle Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Helfer haben Mühe, die teils isoliert im Pazifik liegenden Inseln des Archipels zu erreichen.

Die Inseln waren während des Sturms komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Der Flugverkehr wurde eingestellt, Schiffe blieben aufgrund des enormen Wellengangs im Hafen. Die Behörden öffneten die vorgesehenen Evakuierungszentren, in denen Anwohner Schutz vor dem Unwetter suchen konnten.

US-Wetterexperten sprachen von einem "Monstersturm" und stuften den Zyklon in der höchsten Kategorie 5 ein. Der riesige Wolkenwirbel war in der Nacht zu Sonntag mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern in der Stunde über den Inselstaat im Südpazifik gezogen. "Winston ist der stärkste Zyklon und der erste der Kategorie 5, der auf Fidschi je registriert wurde", kommentierte eine australische Meteorologin das Unwetterereignis.

Das Seewetter-Zentrum des US-Wetterdienstes NWS veröffentlichte Zeitrafferaufnahmen aus dem All, die zeigen, wie sich Zyklon "Winston" den Fidschis nähert.

Der Zyklon zog Richtung Westen über den Inselstaat hinweg aufs offene Meer hinaus. In der Hauptstadt Suva und weiten Teilen des Landes fiel der Strom aus. "Das Telefon-Festnetz funktioniert, aber das Mobilfunknetz liegt brach", berichtete Augenzeuge Peter Lange im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Der pensionierte Kapitän aus Deutschland lebt an der Südküste der Hauptinsel in Pacific Harbour, rund 40 Kilometer westlich von Suva. "Hier sind einige Bäume entwurzelt." Nach Radioinformationen sei der Schaden auf den Inseln weiter nördlich deutlich größer.

Ausgangssperre, Militär im Einsatz

Die Regierung erklärte das gesamte Staatsgebiet der Republik Fidschi mit seinen mehr als 300 Eilanden zum Katastrophengebiet und verhängte eine totale Ausgangssperre. Sie sollte erst am Montag (Ortszeit) aufgehoben werden. Das Militär aktivierte alle Soldaten für Hilfseinsätze.

Auf den Fidschi-Inseln leben rund 900.000 Einwohner. Die weitläufige Inselgruppe liegt rund 2700 Kilometer östlich von Australien auf halber Strecke nach Haiwaii. Die US-Ostküste ist rund 8700 Kilometer entfernt. Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen. Die meisten Besucher kommen aus Australien und Neuseeland.

Quelle: n-tv.de

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