Essen und Trinken

Knackig und kernigWiderstand zwecklos

26.11.2009, 02:00 Uhr

Die Verpackung muss ‘runter! Das bisschen Arbeit muss man noch hinter sich bringen, während die Vorfreude steigt. Denn der Höhepunkt steht noch aus.

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Nussknacker müssen gefüttert werden! (Foto: picture-alliance / dpa)

Draußen wird’s kalt und zeitig dunkel, in den Kaufhäusern eng und das ewige "Jingle bells” treibt einem den vorweihnachtlichen Schweiß auf die Stirn. Es ist Zeit - den Nussknacker auszupacken!

Bevor ich an die leckeren Kerne komme, ist erst einmal Suchen angesagt. Bei mir entschwindet das gute Stück jedes Jahr in der außerweihnachtlichen Zeit nämlich auf unerklärliche Weise vom bestimmungsgemäßen Platz in der Nussschale in irgendwelchen Schubladen. Ein Griff - und die Suche beginnt. (Ich hoffe, dass das nicht nur bei mir so ist!) So beläuft sich mein Fundus unterdessen auf geschätzte drei bis fünf Nussknacker, weil ab und zu dieses Werkzeug nicht pünktlich vor Weihnachten wieder auftauchte, sondern ich erst zu Ostern rein zufällig darauf stieß. Vermutlich auf der Suche nach der Eierfarbe.

Aber es lohnt sich auf alle Fälle, ein wenig Aufwand zu betreiben. Nüsse sind kleine Kraftpakete, daher waren sie lange Zeit als Dickmacher verschrien. Nicht, dass sie heutzutage nicht mehr dick machen würden, schließlich liefern sie immer noch ganz schön Kalorien: Wer sich 100 Gramm Nüsse einverleibt, hat im Handumdrehen etwa 600 kcal zu sich genommen, so viel wie mit mancher Hauptmahlzeit. Also Nüsse nicht unkontrolliert knabbern!

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Krähen sind wahre Experten für die Nuss-Suche und das Knacken der Schale: Die schlauen Vögel transportieren den Leckerbissen in luftige Höhe und lassen ihn dann zum Öffnen auf den harten Straßenbelag fallen. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Aber ganz auf die knackigen Kerlchen verzichten sollte man nicht, liefern sie doch lebensnotwendige Vitamine, Nähr- und Mineralstoffe. Dafür reichen aber 30 Gramm. Ihr hoher Fettanteil ist Schuld an dem früheren schlechten Image der Nüsse. Wir unterscheiden aber längst zwischen "guten” und "schlechten” Fettsäuren. Nüsse (nicht Erdnüsse, die gehören zu den Bohnen), vor allem Walnüsse enthalten die für unseren Organismus unbedingt notwenigen essentiellen Fettsäuren. Nüsse könne zum Beispiel den Cholesterinspiegel um etwas fünf Prozent senken. Da freut sich Ihr Herz!

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Da ist es ja wieder, das gute Stück! (Foto: © Bernd Sterzl / PIXELIO)

Nüsse erfreuen weit mehr als das Herz. Pinienkerne, Walnüsse und Haselnüsse gelten seit jeher als Aphrodites Favoriten. In der historischen Liebesküche werden geröstete Nüsse hoch gepriesen. Der Arzt und Botaniker Pierandrea Mattiolus (auch Pier Andrea Matthiolus), er lebte von 1501 bis 1577, jedenfalls behauptete, sie machten "unkeusch”.

Ich glaube kaum, dass der Genuss von "Walnuss-Gugelhupf” Sie zu derartigen Gelüsten verleitet. Der ist so unschuldig, der schmeckt auch Ihren Kindern:

Zutaten:

200 g gemahlene Walnüsse

1 TL Lebkuchengewürz

1 Bio-Orange

200 g Butter

200 g Zucker

300 g Mehl

1 Pä Vanillinzucker

4 Eier

2 TL Backpulver

50 g Schlagsahne

Salz, Paniermehl

Zubereitung:

Nüsse ohne Fett in einer Pfanne rösten, bis sie duften. Sofort aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Von der gesäuberten Orange zur Hälfte die Schale abreiben und unter die Nüsse mischen. Ebenso das Lebkuchengewürz.

Den Backofen auf etwa 180 Grad vorwärmen. Eine große Gugelhupf-Form (Napfkuchen-Form) oder zwei kleine fetten und mit Paniermehl ausstreuen.

Butter, Zucker, Vanillinzucker und eine Prise Salz schaumig rühren, dann die Eier unterschlagen. Das gesiebte Mehl, Backpulver, Nüsse und Sahne unterrühren.

Teig in die Form füllen und backen. Die große Form benötigt etwa eine Stunde, die kleinen Formen 35 Minuten. Nimmt der Teig zu viel Farbe an, evtl.. mit Alufolie abdecken.

Nach dem Abkühlen Kuchen aus der Form stürzen und nach Belieben verzieren: mit Staubzucker bestreuen oder mit Glasur überziehen.

Viel Spaß beim Knacken und Backen - und Essen - wünscht Heidi Driesner.