Panorama

Neue Werke fürs AlbertinumDresden kauft Moderne ein

07.06.2010, 12:51 Uhr
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Neue Bilder von Georg Baselitz "Porträt K.L.Rinn" (l) und "Der werktätige Dresdner - Porträt M.G.B." von 1969 zur Neueröffnung des Albertinum. (Foto: picture alliance / dpa)

Sechs Jahre wurde das "Haus der Moderne" der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden umgebaut. Zur Neueröffnung hängen neue Meister.

Luc Tymans, Candida Höfer, Rosemarie Trockel, Dan Graham und Eberhard Havekost - Arbeiten dieser und weiterer Künstler verdankt die Dresdner Galerie Neue Meister ihrem Förderverein. Die Gesellschaft für Moderne Kunst (GMKD) hat allein in den vergangenen zehn Jahren Erwerbungen getätigt, deren Wert heute weit über eine Million Euro beträgt. "Sie bilden die Grundlage für die Hängung der Moderne in der Eröffnungsausstellung 'Das versprochene Land' im neuen Albertinum", sagt Galeriedirektor Ulrich Bischoff. Das Museumsgebäude an der Brühlschen Terrasse öffnet am 20. Juni nach sechsjährigem Umbau als "Haus der Moderne" der Staatlichen Kunstsammlungen.

Das Startkapital für die Sanierung erbrachte eine Auktion, bei der 45 Künstler, darunter auch Gerhard Richter und Georg Baselitz, Werke für eine Versteigerung zur Verfügung stellten. Dabei kamen rund 3,4 Millionen Euro für den Einbau eines hochwassersicheren Kunstdepots zusammen. Die Aufbewahrungsräume für die Gemälde alter und neuer Meister sowie die Skulpturen der Kunstsammlungen hatten sich bei der Flut 2002 als nicht mehr sicher erwiesen.

Zurück zu alter Bedeutung

Der Freundeskreis für die Galerie Neue Meister besteht indes schon seit 1994 und agiert vorwiegend hinter den Kulissen. Auslöser für dessen Bemühen um die Moderne in der Barockstadt war der Disput um das spektakuläre Objekt "Splitting: Four Corners" des US-Künstlers Gordon Matta-Clark (1943-1978). Die aus vier ausgeschnittenen Ecken eines Hauses bestehende Skulptur ging nach anderthalbjähriger Präsentation 1995 wieder zurück in die USA. Ihr Ankauf für 500.000 Dollar war nicht nur am Geld, sondern auch am Widerstand des damaligen Chefs der Kunstsammlungen gescheitert.

Inzwischen lösen derartige Installationen auch beim Dresdner Publikum mehr Interesse als Ablehnung aus, womit die Elbestadt an ihre einstige Bedeutung in der Kunstwelt anknüpfen kann, sagt GMKD-Geschäftsführerin Barbara Bauer. Dazu tragen private Galerien, aber auch die Kunstsammlungen und das Engagement des Vereins bei. "Wir konnten bisher insgesamt mehr als 30 Gemälde, Installationen und auch Videoarbeiten ankaufen, deren Wert sich inzwischen teils erheblich erhöht hat", berichtet Bauer.

Gegenwartskunst gelingt durch Spenden

Galeriedirektor Bischoff schätzt die schnelle und unabhängige Entscheidung zu Ankäufen. Alle Werke werden der Galerie zudem als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt, so dass dem Museum keine Kosten entstehen. "Sollte die Gesellschaft einmal aufgelöst werden, fällt ihr Eigentum an das Museum", sagt Bauer. Die Auswahl treffe der Direktor, der Vereinsvorstand entscheide über den Ankauf. Das Geld kommt aus den Beiträgen und Spenden der 120 Mitglieder und von Sponsoren. "Die meisten Mitglieder sind Dresdner, auch Galeristen und Förderer in München, Hamburg und Berlin gehören dazu."

Das private Engagement könne zwar die durch Krieg und DDR-Zeit bedingten Lücken in der Sammlung nicht füllen, sagt Bauer. "Einen Gerhard Richter könnten wir gar nicht kaufen, das nehmen wir uns auch nicht vor." Die GMKD wolle aber helfen, Vergangenes nachzuholen und vor allem Zukünftiges zu unterstützen und anzuregen. "Ohne ihre kontinuierliche Unterstützung wäre der Anschluss an die Gegenwartskunst in Dresden sicher nicht gelungen", sagt Bischoff.

Quelle: Simona Block, dpa