Ostermärsche fortgesetzt10.000 am "Bombodrom"
Mehr als 10.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter mit einer traditionellen Osterwanderung gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in Nordbrandenburg protestiert.
Mehr als 10.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter mit einer traditionellen Osterwanderung gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in Nordbrandenburg protestiert. Der Protestmarsch gegen das "Bombodrom" gilt als größte Osteraktion der deutschen Friedensbewegung. Kleinere Aktionen gab es am Sonntag laut dem zentralen Ostermarschbüro in Frankfurt in fünf weiteren Städten.
Grünen-Chef Cem Özdemir sowie Regierungsvertreter aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern forderten die Bundesregierung auf, endlich die Pläne für das "Bombodrom" aufzugeben. Die Nutzung des Areals bei Wittstock als Luft-Boden-Schießplatz "würde die Zukunft der Region zum Trümmerhaufen machen", sagte Brandenburgs Staatskanzlei-Chef Clemens Appel in Fretzdorf. Die Bundeswehr will auf dem Areal an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern Tiefflüge trainieren und Übungsbomben abwerfen.
Etwas mehr Beteiligung
In Köln gab es nach Angaben des Ostermarschbüros einen Korso mit 160 Motorradfahrern. Im Zentrum stand dabei der Widerstand gegen die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan und die Forderung nach einer Welt ohne Atomwaffen. Die Organisatoren zeigten sich zufrieden mit der bisherigen Resonanz bei den Ostermärschen. Gegenüber dem Vorjahr sei die Beteiligung leicht gewachsen, sagte der Sprecher des Ostermarschbüros, Peter Delis.
Am Samstag hatten nach Angaben der Organisatoren in 30 Städten rund 7000 Menschen demonstriert. Am Ostermontag sind zum Abschluss in weiteren knapp 20 Städten Aktionen geplant. Größere Kundgebungen werden in Frankfurt, Hamburg und Nürnberg erwartet.
Atomare Sprengköpfe
Grünen-Chef Özdemir sieht die Ostermärsche nicht vor dem Aus. "Man hat die Ostermärsche so oft totgesagt, ich bin mir aber sicher, dass sie ihren Platz in Deutschland behalten werden", sagte er. Der Zuspruch werde entscheidend davon abhängen, wie die Bundesregierung auf die jüngste Abrüstungsinitiative von US-Präsident Barack Obama reagiere. "Deutschland und die Europäische Union dürfen sich nicht hinter den USA verstecken und müssen selbst einen Beitrag leisten."
Özdemir bekräftigte seine Forderung, dass Deutschland zur atomwaffenfreien Zone erklärt werden müsse. Atomwaffengegner gehen davon aus, dass zwischen 10 und 20 atomare Sprengköpfe der USA auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz lagern. Die Existenz der Waffen wurde nie offiziell bestätigt. Özdemir sagte, er vermisse Initiativen zum Abzug der Waffen. "Die Bundesregierung muss global mitwirken, dass Atomwaffen Schritt für Schritt von der Erde verschwinden", betonte der Bundesvorsitzende der Grünen.