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Das Trio wird wegen mehrerer Verbrechen gesucht.
Das Trio wird wegen mehrerer Verbrechen gesucht.(Foto: dpa)

Razzien und Spurenauswertung: 100 Ermittler suchen Ex-RAF-Mitglieder

Hausdurchsuchungen, DNA-Auswertungen, geheime Fahndung: Die Suche nach dem Trio ehemaliger RAF-Mitglieder läuft auf Hochtouren. Auch wenn viele Hinweise aus der Bevölkerung eingehen, bleibt die Spurenlage dünn.

Bei der Fahndung nach den drei mutmaßlichen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg, Daniela Klette und Ernst-Volker Staub hat es nach Informationen der "Welt am Sonntag" Hausdurchsuchungen gegeben. Sie fanden dem Bericht zufolge unter anderem im Saarland statt. In Niedersachsen seien rund 100 Beamte von Landeskriminalamt und Polizei an der Suche nach dem Trio beteiligt, berichtete die Zeitung.

Der Gesamtkomplex zu der Fahndung sei aus ermittlungstaktischen Gründen als geheim eingestuft worden, berichtete die Zeitung. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes hätten die DNA-Spuren des Trios ausgewertet, es sei dazu ein internes Gutachten verfasst worden. Diesem Gutachten nach stimmten die Spuren überein, die nach zwei gescheiterten Überfällen auf Geldtransporter in Groß Mackenstedt/Stuhr bei Bremen und Wolfsburg am 6. Juni und am 28. Dezember 2015 gefunden worden waren. Nach einem Beitrag in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" sind offenbar 180 Hinweise bei der Polizei eingegangen.

Dritte RAF-Generation

Der 61-jährige Staub, der 47-jährige Garweg und die 57 Jahre alte Klette sollen nach Angaben der Bundesanwaltschaft der dritten RAF-Generation angehören. Die RAF hatte sich 1998 für aufgelöst erklärt. Staub, Garweg und Klette sollen spätestens ein Jahr danach eine neue terroristische Vereinigung gegründet haben. Sie stehen im Verdacht, bereits im Juli 1999 in Duisburg einen Geldtransporter überfallen zu haben. Sie erbeuteten damals umgerechnet rund 500.000 Euro.

Den drei Beschuldigten werden aber auch Taten aus RAF-Zeiten zur Last gelegt. Gemeinsam mit weiteren RAF-Mitgliedern sollen sie im März 1993 einen Sprengstoffanschlag auf die im Bau befindliche Justizvollzugsanstalt im hessischen Weiterstadt verübt haben. Damals entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.

Die heute 57-Jährige Klette soll zudem an einem versuchten Sprengstoffanschlag auf das Verwaltungsgebäude der Deutschen Bank in Eschborn nahe Frankfurt am Main beteiligt gewesen sein. Die Zündvorrichtung für den in einem Auto versteckten Sprengstoff versagte aber. Auch an einem Anschlag auf die US-Botschaft in Bad Godesberg im Februar 1991 soll Klette beteiligt gewesen sein. Dabei sollen mindestens 250 Schüsse auf das Botschaftsgebäude abgegeben worden sein.

Quelle: n-tv.de

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