Dienstag, 25. August 2009
Überwachung in Großbritannien: 1000 Kameras lösen einen Fall
Von Überwachungskameras versprach man sich eine bessere Aufklärung von Verbrechen. Doch laut einem Bericht von Scotland Yard ist der Erfolg offenbar gering.Die meisten Überwachungskameras weltweit sind nach Angaben der Online-Enzyklopädie "Wikipedia" in Großbritannien installiert - doch geholfen hat das offenbar wenig: Laut einem internen Bericht der Londoner Polizei Scotland Yard kommt auf 1000 Kameras pro Jahr nur ein gelöstes Verbrechen. Die Polizei müsse mehr tun, damit das Vertrauen der Bürger in das System nicht verloren gehe, zitierten britische Zeitungen, die den Bericht veröffentlichten, demnach Chefinspektor Mick Neville. Viele Bürger beklagten sich, dass sie zwar per Kamera aufgezeichnet würden, Polizisten jedoch oft bei Verbrechen das Material nicht auswerten wollten oder könnten.
Im vergangenen Jahr seien nur 1000 Fälle mit Hilfe des Kameramaterials gelöst worden - und das, obwohl es mehr als eine Million Kameras in London gebe und die Regierung 500 Millionen Pfund (572 Millionen Euro) dafür ausgegeben habe. Ein Sprecher von Scotland Yard sagte, die Zahlen seien Schätzwerte und gingen nur auf eine kleine Auswahl von Fällen ein.
Die sogenannten CCTV-Kameras sind seit langem ein Zankapfel in Großbritannien. Wegen der hohen Zahl an Überwachungskameras sprechen Kritiker deshalb von einem Überwachungsstaat. Andere halten die Kameras für wenig wirksam: Schon ein Bericht des Innenministeriums habe ergeben, dass die Kameras einen "bescheidenen Einfluss" hätten, um Kriminalität zu bekämpfen.
Die zunehmende Überwachung der Bürger wird auch in Deutschland immer häufiger diskutiert. Die Piratenpartei, die dieses Jahr erstmals zur Bundestagswahl antritt und sich für einen besseren Schutz der Privatsphhäre einsetzt, lehnt eine weitere Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen ab.
kkl/dpa
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