Politik

Liveticker zur Flüchtlingskrise: +++ 23:15 Steinbach zu Zwangsvermietungen für Flüchtlinge: "Das ist Enteignung" +++

n-tv.de beendet hiermit den Liveticker

Eine befristete Zwangsvermietung zur Unterbringung der Flüchtlinge lehnt der Haus- und Grundbesitzerverein ab. Viele der 900 Haus- und Grundvereine böten den Flüchtlingen gemeinsam mit den Kommunen bereits Wohnungen privater Vermieter an. "Dieses Engagement wollen wir fortsetzen", hieß es.  Widerstand gibt es auch in der Unionsfraktion. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte der Unionsfraktion, Erika Steinbach (CDU), sagt: "Das ist eine Enteignung." Dies würde nur mit einer gesetzlichen Regelung gehen, und sie halte dies für "das verkehrte Signal".

+++ 22:45 Bund und Länder prüfen offenbar Zwangsvermietungen für Flüchtlinge +++
Bund und Länder prüfen nach Angaben des ARD zur Unterbringung von Flüchtlingen eine zeitlich befristete Zwangsvermietung leerstehender Immobilien. Grundlage der Prüfung sei ein Papier der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, berichtet die ARD. Demnach ist ein Beschleunigungsgesetz in der Prüfung, das bei der Zwangsvermietung an Flüchtlinge vor allem auf nicht genutzte Gewerbeimmobilien abziele. Auch Einfamilienhäuser könnten demnach betroffen sein.

+++ 22:35 Flüchtlings-Sonderzug trifft in Berlin ein +++
Ein Sonderzug mit mehr als 500 Flüchtlingen ist in Berlin am Regionalbahnhof Flughafen Schönefeld eingetroffen. Der Zug kommt direkt aus Salzburg, von Schönefeld aus sollen die Flüchtlinge mit Bussen direkt in die neuen Unterkünfte am Olympiapark gebracht werden, teilt die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mit. Die neuen Unterkünfte waren am Vortag mit Hilfe der Bundeswehr fertiggestellt worden. Zwischenfälle gab es bei der Ankunft des Zuges laut Polizei nicht.

+++ 22:17 Frankreichs Konsulin verkaufte Boot an Flüchtlinge +++
Die französische Regierung hat am Freitag eine Honorarkonsulin Frankreichs in der Türkei vom Dienst suspendiert, weil sie Boote an Flüchtlinge verkauft hat. Der französische Außenminister Laurent Fabius traf die Entscheidung zur Suspendierung, wie sein Ministerium in Paris bekanntgab. Die Frau betreibt in der Türkei ein Geschäft für Bootsbedarf. Die Entscheidung zur Suspendierung erfolgte nach einem Bericht des französischen Fernsehsenders France 2. Darin ist die Honorarkonsulin als Händlerin im türkischen Badeortt Bodrum zu sehen - neben einer französischen Flagge und einem Schild, das sie als Honorarkonsulin Frankreichs ausweist.

+++ 22:00 BAMF hat bereits 600 neue Mitarbeiter +++
Gut 600 der 1000 zusätzlichen Stellen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind vergeben. Neun Wochen nach Inkrafttreten des Nachtragshaushalts, mit dem das BAMF die neuen Stellen zugesichert bekommen hatte, sei 260 Bewerbern zugesagt worden, weitere 350 folgten in Kürze, teilte das Bundesamt am Freitag mit. Ende November sollen alle Stellen besetzt sein. Verglichen mit 2014 sollen dann 450 weitere "Entscheider", die über Ablehnung oder Annahme von Asylanträgen befinden, eingestellt sein. "Wir arbeiten mit Hochdruck an den Personaleinstellungen, damit wir auf die steigende Zahl der Flüchtlinge reagieren können", sagte BAMF-Präsident Manfred Schmidt. Bereits Ende 2014 und Anfang 2015 hatte das BAMF 650 neue Mitarbeiter eingestellt. Im kommenden Jahr sollen bis zu 1000 weitere dazukommen.

+++ 21:54 4500 Flüchtlinge an Österreichs Grenze +++
Am Freitag sind bis zum späten Nachmittag am österreichis-ungarischen Grenzübergang in Nickelsdorf 4500 Flüchtlinge angekommen, wie die Polizei in Burgenland erklärte. 

 

+++ 21:19 Bahn lässt Flüchtlinge auch ohne Ticket fahren +++
Die Deutsche Bahn will bei Kontrollen bei Flüchtlingen und bei Helfern "ein Auge zudrücken". Laut "Spiegel Online" will der Konzern Passagiere, die sich glaubhaft als Flüchtlinge oder Helfer ausgeben, nicht bestrafen, sollten sie keinen Fahrausweis vorzeigen können. Bei ihrer Registrierung bekommen Flüchtlinge ohnehin Freifahrtscheine. Doch bis dahin sind sie oft ohne Ticket unterwegs. Dass das Vorgehen der Bahn nicht auch von anderen Passagieren ausgenutzt werde, sei möglich, so eine Bahnsprecherin. Doch man hoffe, "dass das nicht eine Gruppe von Menschen zum Missbrauch animiert".

+++ 20:44 Niedersachsen plant Flüchtlingsdrehkreuz +++
In der Lüneburger Heide soll ein Drehkreuz für Flüchtlinge in Norddeutschland entstehen. Asylbewerber sollen direkt per Bahn von Österreich nach Bad Fallingbostel gebracht werden, dort in Busse umsteigen und auf die norddeutschen Länder verteilt werden. Das teilte das niedersächsische Innenministerium mit. Der Bund wolle in Fallingbostel in direkter Nähe zur Kaserne in Oerbke auf einem Gleisanschluss einen Verteilknoten für Flüchtlinge einrichten, hieß es vom Ministerium. Am Samstag wollen sich Vertreter von Bund und Land zur weiteren Planung direkt in Fallingbostel treffen.

+++ 20:12 Blog stößt Anzeigenflut gegen Rassisten an +++
Ausländerfeindliche Hass-Postings gegen Flüchtlinge im Internet haben zu einer Flut von Anzeigen bei der Berliner Polizei geführt. Besonders private Hass-Postings, die von dem Internet-Blog "Perlen aus Freital" öffentlich gemacht werden, würden häufig den Sicherheitsbehörden gemeldet, teilte die Polizei bei Facebook mit. Diese Hass-Parolen seien aber der Polizei meistens schon bekannt, entsprechend werde bereits ermittelt. "Deshalb bitten wir Sie/Euch von Anzeigen abzusehen, wenn Sie den "Hass-Post" lediglich aus dem Blog "Perlen aus Freital" kennen.", schrieb die Polizei.

+++ 19:59 Flüchtlingskrise hebelt EU-Stabilitätskriterien aus+++
Die finanziellen Belastungen durch die Flüchtlingskrise könnten Ausnahmen bei den EU-Haushaltsregeln nach sich ziehen. Die EU-Staaten hätten die EU-Kommission um Klärung gebeten, ob die Krise eine Notlage im Sinne des Stabilitäts- und Wachstumspakts sei, sagte der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna. Sein Land hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagte zu, die Situation zu analysieren und forderte eine europäische Antwort auf die Krise. Zuvor hatte der EU-Kommissar erklärt, dass Österreich, Italien, Irland und Luxemburg die Frage nach den Auswirkungen auf den Stabilitätspakt aufwerfen dürften. Die EU-Haushaltsregeln müssten aber eingehalten werden.

+++ 19:51 München fordert Hilfe der Bundesländer ein +++
München fordert zur Bewältigung der Flüchtlingskrise dringend Hilfe von den Bundesländern und der Bundesregierung ein. Während sich die bayerische Landeshauptstadt für das Wochenende auf 40.000 Ankömmlinge einstellt, hätten die Bundesländer insgesamt freie Unterbringungen für 1500 Menschen gemeldet, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. "Das halte ich für skandalös", fügte er hinzu. Außer Bayern nehme bislang vor allem Nordrhein-Westfalen Flüchtlinge auf. "Die anderen möchte ich dringend bitten, sich nicht wegzuducken. So kann es nicht weitergehen", sagte Reiter.

Präsident und Flüchtling stehen im Regen.
Präsident und Flüchtling stehen im Regen.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 19:27 Gauck warnt vor "Blauäugigkeit" +++
Bundespräsident Joachim Gauck hat zu entschlossenem und unbürokratischem Handeln in der Flüchtlingskrise aufgerufen. Bei der Eröffnung des zweitägigen Bürgerfestes im Park von Schloss Bellevue warnte Gauck  zugleich vor "Blauäugigkeit" und verglich die Integration der Flüchtlinge mit einem Marathonlauf. "Es kommen auch härtere Zeiten auf uns zu", sagte er. Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel traf Gauck auf dem Fest mit einer Gruppe von Flüchtlingen unter anderem aus Afghanistan zusammen. Der Präsident und die Kanzlerin informierten sich an einem Stand des Vereins "Ausbildung statt Abschiebung" aus Bonn. Unter den 6000 Gästen des Festes waren neben Merkel auch mehrere Bundesminister sowie zahlreiche Abgeordnete und Botschafter.

+++ 19:10 Andrang in München ungebrochen +++
Der Flüchtlingsandrang in München ist ungebrochen. Am Freitag wurden bis Mitternacht 10.000 Menschen in der Landeshauptstadt erwartet, wie die Regierung von Oberbayern mitteilte. Oberbürgermeister Dieter Reiter forderte die anderen Bundesländer dringend zur Unterstützung auf. München sei angesichts von 40.000 am Wochenende erwarteten Flüchtlingen mit seinen Kapazitäten am Limit. Tausende hätten sich auf den Weg gemacht. Es sei Aufgabe der Bundeskanzlerin und der anderen Länderchefs, mehr zu tun.

+++ 18:37 De Maizière will Tempo drosseln +++
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere fordert, die massenhafte Einreise von Flüchtlingen zu drosseln. "Das Tempo des Zustroms ist sehr hoch, zu hoch", sagt der CDU-Politiker. "Wir brauchen dringend eine Entschleunigung, sonst kommen wir selbst an Belastungsgrenzen."

+++ 18:17 Hacker rächen getretene Flüchtlinge +++
Als Reaktion auf die Tritte einer Kamerafrau gegen Flüchtlinge in Ungarn haben tunesische Hacker die Website des Internet-Fernsehens N1TV lahmgelegt. Der Sender teilte mit, dass die Seite aufgrund des Cyberangriffs einer Gruppe mit dem Namen "Fallaga" nicht erreichbar sei und forderte Nutzer auf, stattdessen die N1TV-Seiten bei Facebook oder Youtube zu besuchen. Der Begriff "Fallaga" wird in Tunesien für Kämpfer verwendet, die für die Unabhängigkeit des nordafrikanischen Landes von Frankreich eintraten. Die ungarische Kamerafrau war dabei gefilmt worden, wie sie im Süden Ungarns Flüchtlinge getreten hatte.

+++ 18:06 Ungarn untersucht entwürdigende Behandlung von Flüchtlingen +++
Der Sender N1TV, der zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört, entließ die Frau, nachdem der Vorfall bekanntgeworden war. Ungarns Polizei hat eine interne Untersuchung angeordnet nach der Veröffentlichung von Internetaufnahmen, die beklemmende Szenen aus einem ungarischen Flüchtlingslager zeigen. In zwei Videos, die der österreichische Grünen-Politiker Alexander Spritzendorfer auf YouTube publizierte, sind Polizisten dabei zu sehen, wie sie im Aufnahmelager Röszke auf entwürdigende Weise Essen an Flüchtlinge verteilen. Laut einem Bericht der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI wird dieser Vorfall nun von der Polizei überprüft.

Spritzendorfer bestätigte, seine Frau Michaela Spritzendorfer-Ehrenhauser habe das Video gedreht. Zu sehen ist darin, wie ungarische Polizisten - zum Teil mit Atemmaske im Gesicht - verpackte Brötchen in die Menge der sich drängenden Flüchtlinge werfen. Männer, Frauen und Kinder greifen verzweifelt danach und versuchen, an die Kisten mit den Brötchen zu gelangen. Journalisten haben zu ungarischen Flüchtlingslagern - anders als Politiker - keinen Zutritt.

+++ 18:02 Papst spricht mit serbischem Präsidenten +++
Papst Franziskus und Serbiens Präsident Tomislav Nikolic haben am Freitag über die Lage der syrischen und irakischen Flüchtlinge auf dem Balkan gesprochen. Beide seien sich einig, dass die Krise schnell gelöst werden müsse, teilte der Vatikan nach der Audienz im Apostolischen Palast mit. Bei dem Gespräch ging es auch um die Annäherung Serbiens an die EU sowie den ökumenischen Dialog. Die große Mehrheit der Serben sind orthodoxe Christen.

+++ 17:39 Länderminister warnen vor "Kollaps" +++
Die Innenminister der Länder haben vor wachsenden Engpässen bei der Aufnahme neuer Flüchtlinge in Deutschland gewarnt. "Wir wissen, dass auch unsere Aufnahmemöglichkeiten an Kapazitätsgrenzen stoßen werden", sagte der Chef der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Ressortchef Roger Lewentz. "Wir brauchen Flächen, damit es eben nicht zu einem Kollaps kommt." Die Bundesregierung rechnet allein an diesem Wochenende mit der Ankunft von 40.000 weiteren Flüchtlingen in Deutschland. Nach Angaben von Lewentz hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière signalisiert, dass der Bund mehr Plätze zum Beispiel in Bundeswehrkasernen zur Verfügung stellen könnte, die zum Teil noch belegt seien. Es gehe auch um Liegenschaften des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundespolizei.

+++ 17:18 Interpol und Europol bereiten Anti-Schleuser-Gipfel vor +++
Die internationalen Polizeiorganisationen Interpol und Europol haben angesichts der Flüchtlingskrise zu einem verstärkten Kampf gegen Schleuser aufgerufen. Sie bereiten ein Gipfeltreffen hochrangiger Polizeibeamter aus Herkunfts-, Durchreise- und Zielländern von Flüchtlingen vor, wie Interpol mitteilte. "Kriminelle machen Millionenprofite mit der Verzweiflung derer, die vor Konflikten oder Armut fliehen", sagte Interpol-Chef Jürgen Stock. Dieses Geld könne anschließend in Korruption und schwere grenzüberschreitende Kriminalität fließen.

+++ 16:53 Chaotische Szenen an der österreichisch-ungarischen Grenze +++
N-tv Reporter Dirk Emmerich ist mit Flüchtlingen derzeit an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn unterwegs.

+++ 16:46 ThyssenKrupp will 380 Flüchtlinge beschäftigen +++
ThyssenKrupp schafft Arbeitsplätze für Flüchtlinge: In den nächsten zwei Jahren wird der Konzern rund 150 Ausbildungsplätze, etwa 230 Praktikumsplätze sowie Facharbeiter- und Akademikerstellen einrichten, wie ThyssenKrupp ankündigte. Die zusätzlichen Stellen sollen an verschiedenen Standorten in Deutschland entstehen. Auch viele andere Unternehmen denken darüber nach, wie sie Flüchtlinge beschäftigen können. So erwägt auch Siemens, Flüchtlingen Ausbildungsplätze anzubieten. Und Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte kürzlich, dass er sich vorstellen könne, in Aufnahmezentren Arbeitnehmer für seinen Konzern anzuwerben.

+++ 16:42 Zahl der Asylanträge im August verdoppelt +++Die Zahl der Asylanträge in Deutschland hat sich im August gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt. Es seien rund 36.400 Anträge beim Bundesamt für Migration gestellt worden, erklärt das Innenministerium. Entschieden habe das Amt knapp 16.800 Anträge im August. Als Flüchtlinge anerkannt wurden davon gut die Hälfte.

+++ 16:19 Asylstatistik: Syrer überholen Kosovaren und Albaner +++
Während im Frühjahr noch viele Asylbewerber aus den Balkanstaaten nach Deutschland kamen, treffen jetzt vorwiegend Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ein. Das geht aus einer Asylstatistik für August hervor, die die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl veröffentlichte. Danach stammten im vergangenen Monat 44,5 Prozent aller Neuankömmlinge aus Syrien. Elf Prozent der neu eingetroffenen Flüchtlinge kamen aus Afghanistan und 8,9 Prozent aus dem Irak. Albanien lag mit 8,1 Prozent nur noch auf Platz vier. Im Februar hatte es noch ganz anders ausgesehen: Damals waren die meisten Asylbewerber aus dem Kosovo und aus Albanien gekommen.

+++ 16:05 Bahn fährt wieder auf Vogelfluglinie +++Nach dem vorübergehenden Stopp des Zugverkehrs zwischen Deutschland und Dänemark fährt die Deutsche Bahn von diesem Samstag an wieder mit Fernzügen von Hamburg über Puttgarden in Richtung Kopenhagen. "Auch die Linie Hamburg-Flensburg-Aarhus nimmt am Morgen wieder ihren Betrieb auf", sagte ein Bahnsprecher. Unklar sei jedoch, ob es durch mögliche Kontrollen an der Grenze zu Verzögerungen kommen werde. Dänemark hatte den Zugverkehr von und nach Deutschland am Mittwoch vorübergehend gestoppt, um die Zahl der einreisenden Flüchtlinge zu begrenzen.

+++ 16:01 Gabriel nennt Juncker-Plan unzureichend +++
Vize-Kanzler Sigmar Gabriel hält den Verteilungsplan von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für nicht ausreichend. "Das ist ein erster, aber wenn wir ehrlich sind, kleiner Schritt", sagte der SPD-Chef. Nach Junckers Plan sollten 160.000 Flüchtlinge in der EU verteilt werden, nach Deutschland sollten davon 40.000. "Wir nehmen in einem Monat mehr als 100.000 auf. Daran sieht man, dass das längst nicht reichen wird."

+++ 15:55 Europäische Investitionsbank bietet Geld für Flüchtlingsprojekte +++
Die Europäische Investitionsbank (EIB) bietet Hilfe bei der Finanzierung von Projekten zur Bewältigung der Flüchtlingskrise an. Als Beispiele nennt EIB-Präsident Werner Hoyer in Luxemburg Mittel für die Unterbringung, Krankenversorgung und technische Organisation der Erstaufnahme. Über genaue Summen könne er noch nicht sprechen, er sei aber überrascht von der positiven Resonanz der EU-Finanzminister auf seinen Vorschlag.

+++ 15:51 Steinmeier erwartet 40.000 Flüchtlinge am Wochenende +++
Die Bundesregierung rechnet an diesem Wochenende mit der Ankunft von 40.000 weiteren Flüchtlingen in Deutschland. "Ich habe gerade die letzten dramatischen Zahlen bekommen: Wir erwarten allein für die nächsten zwei Tage, am Wochenende, circa 40.000 Flüchtlinge aus den südlichen und südöstlichen Nachbarländern", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Prag. Das wären rund doppelt so viele wie am vergangenen Wochenende, als die Bundesregierung in Absprache mit Wien und Budapest beschlossen hatte, Tausenden Flüchtlingen aus Ungarn die Einreise ohne bürokratische Hürden und Kontrollen zu erlauben.

+++ 15:40 Österreichs Kanzler will Telefonkonferenz mit Merkel +++
Die österreichische Bundesregierung rechnet für den Rest des Jahres mit durchschnittlich bis zu 5000 neu ankommenden Flüchtlingen pro Tag. Diese Zahl basiere auf Einschätzungen Deutschlands über den zu erwartenden Flüchtlingsstrom. 90 Prozent der Menschen wollten nach Deutschland weiterreisen, sagte Österreichs Kanzler Werner Faymann.

Für kommenden für kommenden Dienstag plant Faymann nach eigenen Worten eine Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und EU-Ratspräsident Tusk, um das weitere Vorgehen in der Flüchtlingskrise zu erörtern.

+++ 15:29 31 Flüchtlinge in neunsitzigem Kleinbus +++Die ungarische Polizei hat im Südwesten Ungarns einen Italiener festgenommen, der 31 Flüchtlinge in seinem neunsitzigen Kleinbus transportiert hatte. Die Beamten seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung  auf das Fahrzeug im Grenzort Rabafüzes aufmerksam geworden, teilte die Polizei am Freitag auf ihrer Webseite mit. Der 51-jährige mutmaßliche Schlepper hatte die Flüchtlinge über die nahe Grenze nach Österreich bringen wollen. Den Flüchtlingen gelang es offenbar, nach dem Stopp des Wagens durch die ungarische Polizei zu Fuß über die Grenze nach Österreich zu laufen.

+++ 15:21 Spendengala bringt 1,35 Millionen Euro +++
Bei der gemeinsamen Spendenaktion des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit dem ZDF sind bisher 1,35 Millionen Euro zusammengekommen. Das teilte die Caritas mit. Für die Aktion, die am 25. August startete, wurde auch in der ZDF-Show "Menschen auf der Flucht - Deutschland hilft" am Donnerstagabend mit Johannes B. Kerner geworben. In einigen Medien und im Kurznachrichtendienst Twitter wurde die Sendung, die lediglich etwas mehr als zwei Millionen Menschen sahen, teils kritisiert. Das ZDF erklärte in Mainz, im Mittelpunkt hätten die Welle der Hilfsbereitschaft und das Engagement der Bürger gestanden."

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+++ 15:06 Landkreise fordern "dringend eine Atempause" +++
Deutschland braucht dringend eine Atempause", erklärt der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager. Vielerorts müssten Landkreise bereits den Katastrophenschutz einschalten, um die Lage bewältigen zu können. "Wir brauchen dringend ein Signal, dass nicht jeder, der sich auf den Weg nach Europa macht, zu uns kommen kann."

+++ 14:53 Schäuble: Kosten für Flüchtlinge unabsehbar +++
Die Gesamtkosten für die Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland sind nach Darstellung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble noch nicht absehbar. "Wir alle können heute noch gar nicht genau sagen, wie viel wir wirklich brauchen - nicht nur für Länder und Kommunen, sondern auch für den Bund", sagte Schäuble im Bundestag zum Abschluss der Haushaltswoche. Auch müsse die EU etwas tun, damit sich die Zuflucht nach Europa "nicht ins Unbegrenzte weiter entwickelt".

+++ 14:45 Bahn setzt 30 Sonderzüge ein +++
Schäuble bekräftigte wie zu Beginn der Etatdebatte, die Bewältigung der Flüchtlingskrise habe absoluten Vorrang. "Oberste Priorität heißt oberste Priorität." Dies solle möglichst ohne neue Schulden geschafft werden. Die vom Bund geplanten zusätzlichen sechs Milliarden Euro seien auf Basis der Annahme von 800 000 Flüchtlingen erfolgt. Die Prognosen seien aber sehr unsicher, sagte Schäuble.

Annähernd 50 000 Flüchtlinge sind seit Freitag vergangener Woche in mehr als 500 Zügen nach Deutschland eingereist. Diese Zahl nannte die Deutsche Bahn. Bislang seien rund 30 Sonderzüge für Flüchtlinge eingesetzt worden, vor allem mit den Zielen München, Düsseldorf, Dortmund und Berlin.

+++ 14:33 Bewährungsstrafe wegen Internethetze +++
Das Amtsgericht im niedersächsischen Bückeburg verurteilt einen Mann wegen Internet-Hetze gegen Flüchtlinge zu einer Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung. Der 23-Jährige sei wegen Volksverhetzung und Anstiftung zu Straftaten schuldig gesprochen worden, sagt ein Gerichtssprecher. Die "Deister- und Weserzeitung" berichtet, dass er bei Facebook dazu aufgerufen hatte, Flüchtlingsunterkünfte in Brand zu setzen. Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte laut Gericht angeführt, er sei betrunken gewesen, als er den Aufruf schrieb. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

+++ 14:04 Orban will Illegale verhaften lassen +++
Ungarns Regierungschef Viktor Orban kündigt ein drastisches Vorgehen an: Wer illegal über die Grenze nach Ungarn komme, werde vom 15. September an inhaftiert. Tausende Flüchtlinge hätten in den vergangenen Tagen gegen ungarisches Recht verstoßen und nicht mit den Behörden kooperiert. "Wir werden sie nicht mehr höflich begleiten wie bisher", sagt Orban in Budapest. Am kommenden Dienstag will Ungarns Kabinett entscheiden, ob der Krisenfall ausgerufen wird. Dieser bedeutet unter anderem, dass das Militär die Grenzschützer unterstützen darf. Separat soll das Parlament am 21. September entscheiden, ob die Armee auch dann zum Grenzschutz herangezogen werden darf, wenn kein Krisenfall oder Notstand ausgerufen wurde.

+++ 13:46 Tusk droht mit Sondergipfel +++
In der Flüchtlingskrise droht EU-Ratspräsident Tusk mit der Einberufung eines Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs noch im September. Das gelte für den Fall, dass es beim Innenministertreffen an diesem Montag in Brüssel keine "konkreten Zeichen von Solidarität und Einheit" geben sollte. Die EU-Staaten sind bei der Aufnahme von Flüchtlingen zerstritten. Eine Einigung am Montag gilt daher als höchst unwahrscheinlich.

+++ 13:36 40.000 Flüchtlinge am Wochenende erwartet +++
Bundesaußenminister Steinmeier erwartet allein für das kommende Wochenende in Deutschland die Ankunft von etwa 40.000 Flüchtlingen und Asylbewerbern. Nach einem Treffen der Visegrad-Staaten sagt der SPD-Politiker in Prag, er habe seine Kollegen aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Polen darauf hingewiesen, dass es einen fairen Mechanismus zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa geben müsse. Die vier Staaten lehnen bisher eine feste Quote zur Aufnahme von Flüchtlingen ab. Allein am Donnerstag waren etwa 7000 Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland angekommen.

+++ 13:23 HRW: Lage in Röszke entsetzlich +++
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) bezeichnet die Zustände in den ungarischen Erstaufnahmelagern an der Grenze zu Serbien als "entsetzlich". "Die in Röszke Internierten werden unter dreckigen, überfüllten Bedingungen festgehalten, sind hungrig und entbehren medizinischer Versorgung", erklärt die HRW-Nothilfe. Die ungarischen Behörden hätten die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass "Migranten und Asylbewerber menschlich behandelt und ihre Rechte respektiert werden". Tausende Flüchtlinge stranden täglich an der serbisch-ungarischen Grenze.

+++ 13:03 Morddrohungen gegen hessischen Landrat +++
Der hessische Landrat Erich Pipa von der SPD sieht sich wegen seines Engagements für Flüchtlinge Morddrohungen von Rechtsextremisten ausgesetzt. Sie gehen von einer "Initiative Heimatschutz Kinzigtal" aus, wie die Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises mitteilt. In einem der Schreiben wird Pipa gedroht, dass ihn jemand umbringen könnte. In dem Neun-Zeiler wird mit diesem Sonntag auch gleich ein konkreter Tag genannt. An dem Tag will der Landrat an der Veranstaltung "Kinzig total" teilnehmen. Pipa wolle trotz der Drohungen dort sein, um Flagge zu zeigen.

+++ 12:44 Deutschland benötigt 350.000 neue Wohnungen +++
Angesichts des starken Zuzugs von Flüchtlingen, aber auch wegen der ohnehin angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt in vielen Großstädten sieht Bundesbauministerin Hendricks einen massiv steigenden Bedarf für den Neubau von Wohnraum. Pro Jahr seien mindestens 350.000 neue Wohnungen erforderlich, so die SPD-Politikerin. Um dies zu erreichen, "müssen wir deutlich mehr Geld in den sozialen Wohnungsbau stecken". Hendricks schlägt vor, "die Kompensationszahlungen an die Länder in Höhe von 518 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten Jahre mindestens zu verdoppeln". Dies solle im Rahmen der parlamentarischen Beratungen über den Etat 2016 umgesetzt werden.

+++ 12:28 Österreicher setzen Bahnverkehr weiterhin aus +++
Die Österreichischen Bundesbahnen setzen den Zugverkehr von und nach Ungarn auch über das Wochenende aus. Dies sei wichtig, um den Betrieb an den Wiener Bahnhöfen zu stabilisieren, teilt das Unternehmen mit. Für Freitag sind sechs reguläre Züge aus Ostösterreich nach Deutschland geplant. Sonderzüge werde es voraussichtlich nicht geben, erklärt das Unternehmen.

(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 12:11 4000 Bundeswehrsoldaten in Rufbereitschaft versetzt +++
Verteidigungsministerin von der Leyen versetzt für dieses Wochenende rund 4000 Bundeswehr-Soldaten in Rufbereitschaft. Sie sollen "im Notfall mit anpacken können", sage die CDU-Politikerin dem Magazin "Der Spiegel". "Was personelle Hilfe angeht, haben wir noch Luft nach oben." Das Motto laute maximale Kulanz. Man helfe, wo man könne. "Das Land kann darauf zählen, dass die Bundeswehr unterstützt", so die Ministerin.

+++ 12:03 SPD: Die CSU handelt wohlfeil +++
SPD-Fraktionschef Oppermann weist die Kritik des Koalitionspartners CSU zurück, die Bundesregierung handele in der Flüchtlingspolitik naiv und blauäugig. "Die CSU handelt wohlfeil", sagt Oppermann. "Sie kann selbst keine Alternative bieten. Da soll nur zusätzlich Angst geschürt werden." Die Kritik sei unsachgemäß und helfe nicht weiter. "Was hat den der CSU-Entwicklungshilfeminister bisher getan, um die Ursachen für Flucht zu verringern?", attackierte Oppermann den Bundesminister Müller.

Vor der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Horst bei Boizenburg.
Vor der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Horst bei Boizenburg.(Foto: dpa)

Zudem kritisiert die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer Kanzlerin Merkels Alleingang bei der Entscheidung vom vergangenen Wochenende, Tausende unregistrierte Flüchtlinge aus Ungarn aufzunehmen. "Es war zwar richtig, dass die Kanzlerin aus humanitären Gründen die Grenzen geöffnet hat, auch wenn sie damit ein Risiko für die innere Sicherheit eingegangen ist", sagt die SPD-Politikerin. "Aber sie hat die Länder mit dieser Entscheidung überrumpelt. Das darf nicht wieder passieren."

+++ 11:39 Pro Tor 500 Franken für Flüchtlinge +++
Der Schweizer Fußball-Verband SFL führt am kommenden Spieltag eine Torspende für Flüchtlinge ein. Für jeden Treffer in der ersten und zweiten Liga stellt die SFL 500 Schweizer Franken (455 Euro) für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung. "In der vergangenen Saison waren in unseren Ligen Spieler aus rund 50 Nationen vertreten. Unsere Klubs wissen aus ihrem Alltag um die Bedeutung von Integration und Solidarität", sagt Verbandspräsident Heinrich Schifferle. Wenn die Torspende bereits am vergangenen Spieltag eingeführt worden wäre, hätte die SFL für die 13 Tore der ersten und 19 der zweiten Liga insgesamt 14.500 Franken, umgerechnet rund 13.200 Euro, gespendet.

11:27 Aktivisten prangern "Fütterung" in Röszke an

 Österreichische Aktivisten beklagen einen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen im größten ungarischen Auffanglager. Sie veröffentlichen ein Video, das zeigt, wie Polizisten in Röszke Tüten mit Brötchen in die wartende Menge werfen. "Es erinnerte an die Fütterung von Tieren in ihrem Gehege, wie Guantanamo in Europa", sagt Klaus Kufner, dessen Mitstreiterin Michaela Spritzendorfer die Essensausgabe in dem Lager am Mittwoch heimlich gefilmt hatte. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie etwa 150 Flüchtlinge dicht gedrängt in einem umzäunten Bereich warten, um mit Nahrung versorgt zu werden. "Es war unmenschlich, und es spricht für sich, dass sich die Flüchtlinge nicht um das Essen geschlagen haben, obwohl sie offensichtlich sehr hungrig waren", erklärte Spritzendorfer.

+++ 11:17 EU-Flüchtlingsbeschluss floppt +++
Die EU-Innenminister werden einem EU-Vertreter zufolge an diesem Montag maximal nur einen formalen Beschluss zur Verteilung von 40.000 Flüchtlingen fällen können. Eine Entscheidung zum neuen Vorschlag der EU-Kommission, weitere 120.000 Flüchtlinge zu verteilen, könne erst nach Konsultationen mit dem EU-Parlament erfolgen, heißt es. Nach Angaben dänischer Medien will sich Dänemark nicht an der von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagenen EU-weiten Regelung beteiligen.

+++ 10:36 Unbekannte brennen Flüchtlingshaus nieder +++
Unbekannte zünden im thüringischen Gerstungen ein für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitgestelltes Wohnhaus an. Die Eigentümerin hatte das leerstehende Haus als Unterkunft angeboten. Laut Polizei wurde in der Nacht zum Freitag dann das Feuer gelegt. Nun ermitteln Landeskriminalamt und Staatsschutz. Der Sachschaden wird auf 25.000 Euro geschätzt. Ein Zeuge hatte den Brand in dem Haus bemerkt und die Polizei alarmiert. Verletzt wurde niemand.

+++ 10:21 Flüchtlingsfamilie Al-Amirij jetzt in Berlin +++

Das Foto der Familie Al-Amirij kurz nach dem Erreichen der griechischen Insel Kos geht um die Welt. Als erste als die New York Times über das Schicksal der Familie berichtet.
Das Foto der Familie Al-Amirij kurz nach dem Erreichen der griechischen Insel Kos geht um die Welt. Als erste als die New York Times über das Schicksal der Familie berichtet.(Foto: Daniel Etter/New York Times/Redux)


Ein Foto macht sie zu einem Symbol der Angst und des Leids vieler Flüchtlinge: der weinende Vater, der gerade mit seiner kleinen Tochter glücklich die lebensgefährliche Bootsfahrt von der türkischen Küste auf die griechische Insel Kos überstanden hat.

Die Familie Al-Amirij ist jetzt in Sicherheit.
Die Familie Al-Amirij ist jetzt in Sicherheit.(Foto: dpa)

Das Bild vom August, das als erstes die "New York Times" veröffentlicht, verbreitet sich im Internet und rührt zahllose Menschen. Vor einigen Tagen nun ist der Iraker Laith Majid Al-Amirij mit seiner Familie heil in Berlin angekommen. Am Donnerstag posiert er mit seiner siebenjährigen Tochter Noor vor dem Brandenburger Tor. Die Familie wohnt jetzt auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Berlin-Spandau.

+++ 10:00 Tempelhof-Entscheidung noch diesen Monat +++
Berlin bereitet sich auf die Unterbringung Zehntausender Flüchtlinge vor. Für die Notleidenden sucht das Land Quartiere. Aktuell sind dafür zwei Sporthallen im Olympiapark geplant. Im Gespräch ist weiterhin das Internationale Congress Centrum (ICC), und auch das Velodrom ist noch nicht vom Tisch. Ob der ehemalige Flughafen Tempelhof für die Unterbringung genutzt wird, will der Senat bis Ende des Monates entscheiden. Das größte Problem dort seien die fehlenden Sanitäreinrichtungen. Auch die Instandsetzung des leerstehenden ICC könnte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Momentan erreichen täglich etwa 1000 Flüchtlinge die deutsche Hauptstadt.

+++ 09:31 Flüchtlinge sollen Freiwilligendienst leisten +++
Bundesfamilienministerin Schwesig macht sich dafür stark, dass auch Flüchtlinge Freiwilligendienste leisten können. "Wir wollen Freiwilligendienste für Flüchtlinge, aber auch Freiwilligendienst von Flüchtlingen", sagt Schwesig. Anerkannte Asylbewerber mit einer Arbeitserlaubnis sollten auch einen Freiwilligendienst machen können. "Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integration." Viele Flüchtlinge wollten sich engagieren und mit anpacken. "Dieses Potenzial wollen wir nutzen."

+++ 09:03 100 Mio. Euro für Mindestlohnkontrollen in Flüchtlingshilfe stecken +++
Unionsfraktionsvize Michael Fuchs fordert die Abschaffung der Kontrollen wegen des Verdachts eines Mindestlohnverstoßes: "Die Zahlen zeigen, dass das Misstrauen von Arbeitsministerin Nahles gegenüber den Firmen völlig unbegründet ist. Die Kontrollen kosten 100 Millionen Euro im Jahr. Das Geld wäre bei der Flüchtlingshilfe viel besser eingesetzt." Seit Januar gilt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, wobei es allerdings Ausnahmen gibt. Zwischen Januar und Juni wurden insgesamt 24.970 Firmen kontrolliert.

+++ 08:28 Göring-Eckardt: Das ist Dreck. Das kann weg. +++
Mit einer ungewöhnlichen Aktion geht Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gegen fremdenfeindliche Einträge in sozialen Medien vor. In einem Video-Beitrag verliest Göring-Eckardt Hasskommentare, die an sie gerichtet sind: "Das ist Dreck, der gehört in die Mülltonne", sagt sie dazu. Dieser Dreck sporne sie aber an, sie werde sich nicht klein kriegen lassen. Die Aktion sei stellvertretend auch für viele Flüchtlingshelfer, die sich öffentlich nicht wehren könnten, sagt Göring-Eckardt. Sie fordert Facebook auf, gegen fremdenfeindliche Einträge vorzugehen und mahnt das Online-Netzwerk: "Sorgt endlich dafür, dass solcher Hass, dass solcher Dreck nicht mehr auf den Seiten von Facebook steht."

Täglich werden wir auf #Facebook mit Gewaltaufrufen & widerlicher Hetze konfrontiert. Es reicht. Bitte zeigt Facebook, dass Hass im Netz keinen Platz hat. Seid lauter als die Hater & teilt das Video. Team KGE #NoHateSpeech

Posted by Katrin Göring-Eckardt on Donnerstag, 10. September 2015

+++ 08:15 Kommunen "kriechen auf dem Zahnfleisch" +++
Die kommunalen Spitzenverbände befürchten massive Probleme bei der Flüchtlingsunterbringung in Herbst und Winter. "Wenn die Flüchtlingszahlen weiter steigen, wird sich die Situation verschärfen. Einige Kommunen kriechen jetzt schon auf dem Zahnfleisch", sagte der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städtetages, Stephan Gieseler. Am Ende müsse man wohl auch Turnhallen und Bürgerhäuser nutzen. Die werden dann aber der Bevölkerung fehlen. Die Hilfsbereitschaft könne schnell kippen. Man müsse sich jedes leere Haus anschauen, ob es infrage kommt. "Vielleicht könnten auch allein stehende, in großen Häusern lebende Menschen ermuntert werden, Flüchtlinge aufzunehmen." Der unter dem demografischen Wandel leidende und von Leerstand gezeichne te ländliche Raum biete sich für die Flüchtlinge an.

+++ 07:57 Länder tragen Last der ärztlichen Versorgung +++
Länder und Kommunen stehen bei ihrer medizinischen Versorgung vor großen Herausforderungen. Jeder Asylbewerber wird unter anderem auf Infektionskrankheiten untersucht. Wer älter als 16 ist, wird geröntgt, um ansteckende Lungenleiden wie Tuberkulose rechtzeitig zu erkennen. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten Flüchtlinge in den ersten 15 Monaten eine Grundversorgung zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung tragen die Kommunen. Bei 800.000 erwarteten Flüchtlingen in diesem Jahr machen sie einen erheblichen Teil der bislang nicht bezifferten Gesamtlasten für die Migranten aus.

+++ 07:33 Polnische Intellektuelle: "Lasst uns Flüchtlinge aufnehmen!" +++
Nach dem langen Zögern der polnischen Regierung doch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, erheben jetzt Journalisten, Künstler und ehemalige Bürgerrechtler das Wort. Sie ärgern sich über die liberalkonservative Regierung, die mit Blick auf die nahenden Wahlen weitere Zusagen zur Aufnahme von Flüchtlingen lange vermied. Sie ärgern sich auch über die Mehrheit des politischen Spektrums, die diffuse Ängste vor Ausländern, Muslimen und angeblichen Terroristen schürt. "Lasst uns Flüchtlinge aufnehmen! Wir sind selbst ein Land von Flüchtlingen", erinnert der Journalist Jaroslaw Kurski in der linksliberalen "Gazeta Wyborcza" an jene Millionen von Polen, die als politisch Verfolgte oder Armutsflüchtlinge ihr Land verließen. Rund 20 Millionen Menschen in aller Welt seien Nachfahren polnischer Migranten.

+++ 06:57 Kamerafrau rechtfertigt ihr Verhalten +++
Die Kamerafrau, die nahe der serbischen Grenze Flüchtlinge getreten hatte, geht jetzt in die Offensive und versucht, ihr Verhalten zu rechtfertigen. In einem Betrag für die rechtskonservative Zeitung "Magyar Nemzet" berichtet sie von ihrer Panik, als die Flüchtlinge eine Polizeisperre durchbrachen. "Mir ist eine Sicherung durchgebrannt", schreibt sie, und sie habe Angst gehabt, angegriffen zu werden. Zugleich stellt sie klar: "Ich bin doch einfach nur eine arbeitslose Mutter kleiner Kinder, die eine schlechte Entscheidung getroffen hat." Auf den Videos ist zu sehen, wie L. mit einer Kamera auf der Schulter einem Mann mit einem kleinen Kind auf dem Arm ein Bein stellt und ihn so zu Fall bringt. In einem weiteren Video tritt sie ein rennendes Kind. Die Kamerafrau arbeitete für den Internet-Fernsehsender N1TV, der der rechtsextremen Partei Jobbik nahe steht. Von ihrem Sender wurde sie wegen ihres Verhaltens entlassen.

Video

+++ 06:24 Lehrerverband beunruhigt: Brauchen 10.000 neue Lehrer +++
Der Philologenverband rechnet mit bis zu 400.000 Flüchtlingskindern, die neu an die Schulen kommen werden und spricht von einer gewaltigen Aufgabe für die deutsche Bildungslandschaft. Hier sei viel Zusatzförderung nötig, beispielsweise in Deutsch als Fremdsprache. Bis zu 10.000 neue Lehrer würden jährlich gebraucht. Laut Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ist mehr als ein Drittel der Asylsuchenden jünger als 18 Jahre, ein Viertel zwischen 18 und 25. Auch in den kommenden Jahren werde es jährlich 50.000 zugewanderte Kinder geben. Die Gewerkschaften fordern den Bund eindringlich auf, die für die Schulen zuständigen Länder jetzt nicht allein zu lassen.

+++ 05:45 Söder: Flüchtlingsansturm überfordert Deutschland +++
Bayerns Finanzminister Markus Söder fordert eine schärfere Asylpolitik. "Der Zustrom und die Sogwirkung werden erkennbar immer größer. Das beginnt uns zu überfordern", sagt der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur".  Die Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft der Menschen seien beeindruckend. "Aber die Vernunft sagt, dass das langfristig Folgen haben wird. Wenn in diesem Jahr mehr Menschen zuwandern, als hier geboren werden, wirkt sich das auf die kulturelle Statik einer Gesellschaft aus." Deutschland verändere sich in diesen Tagen "grundlegender, als wir im Moment vermuten".

Flüchtlinge vor dem Hauptbahnhof in München. Sie warten darauf, in eine Aufnahmeeinrichtung gebracht zu werden.
Flüchtlinge vor dem Hauptbahnhof in München. Sie warten darauf, in eine Aufnahmeeinrichtung gebracht zu werden.(Foto: dpa)

+++ 04:50 Sicherheitsbehörden sagen wegen Flüchtlingsandrangs Herbstempfang ab  +++
Wegen der Herausforderungen durch die wachsende Zahl an Flüchtlingen sagen die Sicherheitsbehörden des Bundes in einem außergewöhnlichen Schritt ihren gemeinsamen Herbstempfang ab. Die aktuelle Lage "ist eine besondere Herausforderung, der sich die Bundesrepublik Deutschland in allen Bereichen und auf allen Ebenen derzeit gegenüber sieht", teilen das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt, der Bundesnachrichtendienst und die Bundespolizei mit. Vor diesem Hintergrund sei entschieden worden, von der Veranstaltung für Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Medien abzusehen.  Details zu den Gründen für die Absage wurden nicht genannt. Der Empfang sollte am 28. September im Berliner Schloss Charlottenburg stattfinden. Es wurden mehrere hundert Gäste erwartet, darunter auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

+++ 04:20 Fähren bringen Hunderte Flüchtlinge nach Schweden +++
Nach der vorübergehenden Schließung der Grenze durch Dänemark machen sich Hunderte Flüchtlinge mit Fähren auf den Weg nach Schweden. Sie werden Freitagfrüh in dem Land erwartet. Der Bahnverkehr in der deutsch-dänischen Grenzregion bleibt beeinträchtigt, obwohl die Grenze wieder passierbar ist.

+++ 03:05 Serbien besorgt über Ungarns verschärfte Einwanderungspolitik +++
Die Verschärfung der Einwanderungsregeln in Ungarn ab kommender Woche bringt für das benachbarte Serbien nach Einschätzung von Regierungschef Aleksandar Vucic eine Menge Probleme mit sich. "Viele Probleme werden ab dem 15. September vor uns liegen", sagt Vucic dem serbischen Staatsfernsehen RTS. An diesem Tag treten in Ungarn neue Regeln in Kraft, wie etwa die Bestrafung illegaler Grenzübertritte mit bis zu drei Jahren Haft. Vucic erinnert überdies daran, dass der Winter bevorstehe und daher mehr Unterkünfte für Flüchtlinge gebraucht würden. "Wir müssen uns auf diesen Winter vorbereiten. Nach dem 15. September bleiben die Flüchtlinge, die bislang zwischen zwei und drei Tage in Serbien blieben, länger, zwischen fünf und sechs Tagen, und wir müssen auf diese neue Realität vorbereitet sein", mahnt der Regierungschef.

Bilderserie

+++ 02:20 Ex-Innenminister Friedrich: "Haben die Kontrolle verloren" +++
Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland ist nach Einschätzung des früheren Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich nicht mehr steuerbar. "Wir haben die Kontrolle verloren", sagt der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse" und verweist auf die Zehntausenden Menschen, die sich unkontrolliert durch Deutschland und Europa bewegten. Die Entscheidung, die Flüchtlinge aus Ungarn unregistriert ins Land zu lassen, sei "eine beispiellose politische Fehlleistung" der Bundesregierung und werde "verheerende Spätfolgen" haben.

+++ 01:20 Merkel verlangt von Deutschen mehr Flexibilität +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangt mehr Flexibilität bei der Betreuung von Flüchtlingen. Man solle "von den üblichen strengen Anforderungen abrücken, um etwa genügend Deutschlehrer für Flüchtlinge zu bekommen", sagt sie der "Rheinischen Post". "Wir müssen improvisieren, vielleicht pensionierte Lehrer und Erzieher reaktivieren oder Studierende einsetzen. Es bringt ja nichts, Menschen unversorgt zu lassen, weil Lehrer noch nicht die allerhöchste Qualifikation haben." Darüber werde der Bund mit den Ländern sprechen, so Merkel.

+++ 00:05 Binnen drei Tagen 22.500 Flüchtlinge auf Lesbos registriert +++
Binnen drei Tagen sind auf der griechischen Insel etwa 22.500 Flüchtlinge und Migranten registriert worden. Die Zahl beziehe sich auf den Zeitraum von Montag- bis Donnerstagabend, teilt die örtliche Polizei mit. Auf Lesbos, wo normalerweise nur etwa 85.000 Menschen leben, kommen derzeit besonders viele Flüchtlinge von der nahen türkischen Küste an, die meisten von ihnen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Hier können Sie die Ereignisse des 10. September nachlesen.

Quelle: n-tv.de

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