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Die Umgebung des Hotels Splendid gleicht einem Schlachtfeld.
Die Umgebung des Hotels Splendid gleicht einem Schlachtfeld.(Foto: dpa)

Bilanz der Regierung: 26 Tote bei Terroranschlag in Burkina Faso

Bei einem islamistischen Terroranschlag auf ein beliebtes Restaurant und ein Luxushotel in der Hauptstadt von Burkina Faso werden 26 Menschen getötet und weit über 50 teils schwer verletzt. Zu dem Anschlag bekennt sich Al-Kaida.

Bei einem Überfall islamischer Extremisten auf ein bei westlichen Gästen beliebtes Hotel in Burkina Faso sind etwa zwei Dutzend Menschen getötet worden. Der Präsident des westafrikanischen Landes, Roch Marc Christian Kabore, sagte am Samstag, 26 Menschen aus 18 Ländern seien umgekommen. Zudem wurden 56 Menschen teils schwer verletzt, wie Premierminister Paul Kaba Thiéba nach einer Krisensitzung des Kabinetts ergänzte.

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Bei der Erstürmung des Hotels Splendid in Ouagadougou wurden demnach 126 Menschen aus der Gewalt der Angreifer befreit, weitere 30 wurden im Restaurant "Cappuccino" in Sicherheit gebracht. Vier Angreifer seien getötet worden, erklärte der Regierungschef. Der französische Botschafter in Ouagadougou hatte zuvor von 27 Toten gesprochen.

Ein Al-Kaida-Ableger und eine weitere Extremistengruppe bekannten sich zu dem Angriff. Es war der erste Islamisten-Anschlag in Ouagadougou. Die Attentäter setzten Autos und ein nahe gelegenes Cafe in Brand, bevor sie in das Hotel vorstießen. Dann kam es zu einem heftigen Gefecht mit den anrückenden Sicherheitskräften. Explosionen erschütterten die Umgebung.

 Die Sicherheitskräfte riegelten die Umgebung des Splendid-Hotels ab und rückten in zwei Gruppen in den Eingangsbereich vor, der teilweise in Flammen stand. Sie wurden der Regierung zufolge von französischen Soldaten unterstützt, die in der ehemaligen Kolonie stationiert sind. Drei Dschihadisten wurden bei der Abwehr durch die Sicherheitsleute getötet. ein weiterer Attentäter wurde den Angaben zufolge später im nahe gelegenen Hotel Yibi erschossen.

Warnung vor Islamisten-Bündnis in Nordafrika

Zu dem Angriff bekannten sich die Al-Kaida im Islamischen Maghreb und die Gruppe Al-Mourabitoun. Beide Gruppen hatten sich auch zu einem Anschlag im benachbarten Mali im November bekannt, bei dem in Bamako 20 Menschen getötet wurden. In Mali sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie helfen im Rahmen eines UN-Einsatzes, das Land nach einem Islamisten-Aufstand im Jahr 2012 wieder zu stabilisieren.

Der Libyen-Beauftragte der Vereinten Nationen, Martin Kobler, warnte vor einem Islamisten-Bündnis in Nordafrika. Es sei zu erkennen, dass die Extremisten-Miliz Islamischer Staat einen Schulterschluss mit Gruppen südlich von Libyen wie zum Beispiel der nigerianischen Boko Haram suche, sagte der deutsche Diplomat der "Bild"-Zeitung. "Das muss die internationale Gemeinschaft unbedingt verhindern." So lange es in Libyen keinen funktionierenden Staat gebe, sei das Land ein idealer Rückzugs- und Operationsraum für Islamisten.

Quelle: n-tv.de

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