Politik

Gegen Streubomben: 30 Staaten ratifizieren Konvention

Die internationale Konvention zum Verbot von Streubomben kann zum 1. August dieses Jahres in Kraft treten. UN-Generalsekretär Ban begrüßt das bevorstehende Inkrafttreten als großen Fortschritt bei der weltweiten Abrüstung. Die wichtigsten Herstellerländer von Streubomben, darunter Russland, die USA und China, lehnen das Abkommen allerdings ab.

Landminensuche im Libanon (Archivfoto 2008).
Landminensuche im Libanon (Archivfoto 2008).(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach der Ratifizierung durch 30 Staaten kann die internationale Konvention zum Verbot von Streubomben am 1. August in Kraft treten. Wie die UNO in New York mitteilte, ratifizierten Burkina Faso und Moldawien als 29. und 30. Land das im Dezember 2008 geschlossene Abkommen. Damit sei das Quorum für das Inkrafttreten der Konvention erreicht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem "großen Fortschritt des internationalen Abrüstungsprogramms" und rief die restlichen Unterzeichner-Staaten auf, den Ratifizierungsprozess abzuschließen.

Vertreter aus 104 Staaten hatten im Dezember 2008 in Oslo das internationale Streubomben-Verbot unterzeichnet. Die Konvention schreibt den Verzicht auf Gebrauch, Herstellung, Lagerung und Transport von Streumunition vor. Die wichtigsten Herstellerländer von Streubomben, darunter Russland, die USA und China, lehnen das Abkommen allerdings ab. Deutschland hatte die Konvention bereits im vergangenen Sommer ratifiziert. Die Bestände der Bundeswehr sollen demnach bis 2015 vernichtet sein.

Streubomben zählen zu den gefährlichsten Waffenarten der Welt. Sie enthalten eine Vielzahl kleinerer Splitterbomben oder Minen, die sich in der Luft über einer riesigen Fläche ausbreiten. Unentdeckt herumliegende Blindgänger können noch Jahrzehnte später schon bei der geringsten Berührung detonieren. Seit dem Beginn des Einsatzes von Streumunition wurden nach Schätzungen von Hilfsorganisationen mehr als 100.000 Menschen durch diese Waffen getötet oder verstümmelt. Jedes vierte Opfer ist demnach ein Kind.

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Quelle: n-tv.de

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