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Terror in der belgischen Hauptstadt: 34 Tote bei Anschlägen in Brüssel

Am Brüsseler Flughafen Zaventem ereignen sich zwei Explosionen, kurz darauf detoniert ein Sprengsatz in einer U-Bahn im Stadtzentrum. Die Sicherheitsbehörden gehen von konzertierten Terroranschlägen aus und warnen vor der Gefahr weiterer Anschläge. Die Opferbilanz ist unklar. Die Rede ist von Dutzenden Toten und weit über 100 Verletzten.

Die belgische Hauptstadt Brüssel ist von mehreren Explosionen erschüttert worden. Betroffen waren der Flughafen Zaventem sowie eine Metrostation in der Hauptstadt. Nach vorläufigen Erkenntnissen kamen mindestens 26 Menschen ums Leben. Die belgischen Sicherheitsbehörden gehen von Selbstmordattentaten aus. Premierminister Charles Michel sagte, sein Land sei von "blinden, gewalttätigen und feigen Anschlägen" getroffen worden. Einer seiner Minister warnte vor wenigen Minuten vor der Gefahr weiterer Anschläge. Es seien womöglich noch potenzielle Attentäter in Brüssel unterwegs. Nach noch unbestätigten Berichten sollen insgesamt 34 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt worden sein.

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Das nationale Krisenzentrum in Belgien ist nach den Anschlägen über eine spezielle Telefonnummer zu erreichen. Unter +32 781 51 771 können sich Anrufer aus dem Ausland erkundigen, wie das Zentrum am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die Mitarbeiter baten aber darum, möglichst über soziale Medien zu versuchen, Menschen zu kontaktieren.

Am Flughafen habe sich gegen 8 Uhr wahrscheinlich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, sagte Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw. Laut Gesundheitsministerin Maggie De Block kamen dort bei zwei Explosionen 11 Menschen ums Leben kamen. 81 Menschen wurden demnach verletzt. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, 31 davon seien "sehr schwer" und 23 weitere "schwer" verletzt. Andere Quellen sprechen von 14 Toten.

Mindestens eine der Explosionen am Flughafen Zaventem ereignete sich am Schalter von American Airlines. Laut Belga fielen kurz vor den Explosionen Schüsse, zudem hätten Personen Arabisch gesprochen. Augenzeugen zufolge erlitten viele Opfer schwerste Verletzungen an den Beinen, was auf eine Bombe am Boden - möglicherweise in einem Gepäckstück - hinweist.

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Explosion in einfahrender Metro

In der Brüsseler Innenstadt gab es gegen 9 Uhr eine starke Explosion an der Metrostation "Maelbeek" in der Nähe des EU-Hauptquartiers. Die Explosion ereignete sich, als eine U-Bahn gerade in den Bahnhof einfuhr. Bilder vom Tatort zeigen einen völlig zerstörten Waggon. Dort kamen der Nachrichtenagentur Belga zufolge mindestens 15 Menschen ums Leben, 55 sollen verletzt worden sein. Hier spricht die Agentur VRT von bislang 20 Toten.

Auf der Straße vor der Station wurden auf dem Gehweg Verletzte behandelt. Auch anderthalb Stunden später rasten noch Rettungswagen mit Blaulicht und Sirenen an den Ort des Anschlags. Ob Deutsche unter den Opfern sind, ist bisher unklar. Auch das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Krisenstab eingerichtet.

Nahverkehr und Flughafen gesperrt

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Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hat Terror-Ermittlungen aufgenommen. Die belgische Regierung hatte zuvor bereits die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Alle Metrostationen Brüssels wurden geschlossen, die Verkehrsbetriebe stellten den gesamten öffentlichen Nahverkehr ein. Sämtliche Verkehrstunnel in der belgischen Hauptstadt wurden zudem für den Verkehr gesperrt. Die Deutsche Bahn hat ihren Fernverkehr nach Brüssel ebenfalls gestoppt.

Der Flughafen wurde gesperrt, alle Flüge für diesen Tag abgesagt. Der Flugverkehr nach Brüssel wird zum Teil umgeleitet. Auch der regionale Zugverkehr zum Flughafen wurde eingestellt. Auf Bildern vom Brüsseler Flughafen waren blutverschmierte Menschen mit zerrissener Kleidung zu sehen. In einer der Flughafenhallen stürzte offensichtlich durch die Wucht der Explosionen die Deckenverkleidung herab. Eine riesige Glasfront wurde zerstört.

Frankreich erhöht Polizeipräsenz an den Grenzen

Erst am vergangenen Freitag war der mutmaßliche Top-Terrorist Salah Abdeslam bei einem Großeinsatz der Polizei in der als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Gemeinde Molenbeek festgenommen worden. Er ist einer der Hauptverdächtigen für die Anschläge in Paris vor vier Monaten mit 130 Todesopfern. Abdeslam war bis zu seiner Festnahme einer meistgesuchten Terrorverdächtigen Europas. Experten hatten mit einer Vergeltungsaktion nach der Festnahme gerechnet. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist allerdings nicht erwiesen.

Die französischen Behörden erhöhten nach den Anschlägen von Brüssel die Polizeipräsenz an den Grenzen sowie in Bahnhöfen und Flughäfen. Innenminister Bernard Cazeneuve schickte dafür 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz. Die Bundespolizei im Saarland kontrolliert verstärkt an der Grenze zum Nachbarland Luxemburg. An der Autobahn 8 nach Luxemburg seien Kontrollen sporadisch eingerichtet worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Bexbach. Die Bundespolizei verstärkte ihre Kontrollen auch am Flughafen in Frankfurt am Main.

Quelle: n-tv.de

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