Politik
Rohingya fliehen mit Hab und Gut Richtung Bangladesch.
Rohingya fliehen mit Hab und Gut Richtung Bangladesch.(Foto: dpa)
Donnerstag, 28. September 2017

Verfolgte Minderheit in Myanmar: 500.000 Rohingya sind auf der Flucht

Der gewaltsame Konflikt zwischen Rebellen und dem Staatsapparat in Myanmar zwingt Zehntausende Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Über eine halbe Million Rohingya suchen inzwischen Zuflucht im Nachbarstaat Bangladesch.

Die Krise um die Rohingya-Minderheit in Myanmar hat nach UN-Angaben inzwischen mehr als eine halbe Million Flüchtlinge ins benachbarte Bangladesch getrieben. Nach Schätzungen des UN-Büros für Nothilfe (OCHA) liege die Zahl vermutlich sogar deutlich über 700.000 Menschen, sagte UN-Sprecher Farhan Haq in New York. Dies sei die größte Massenbewegung von Flüchtlingen in der Region seit Jahrzehnten.

Auch die mit den UN verbundene Internationale Flüchtlingsorganisation IOM zählt inzwischen rund 502.000 Rohingya, die die bangladeschische Küstenregion Cox's Bazar seit dem 25. August erreicht hätten. An diesem Tag waren bei einem gegen Rohingya gerichteten Militäreinsatz zahlreiche Ortschaften zerstört worden.

Der Zustrom habe einen "kritischen humanitären Notfall" ausgelöst, teilte die IOM mit. Rund 217.000 Menschen lebten in Lagern, die sich noch im Aufbau befänden, 192.000 weitere seien in provisorischen Camps untergekommen. Anwohner hätten zudem rund 92.000 Rohingya aufgenommen. Der schlechte Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen erhöhe die Gefahr von Krankheiten, hieß es.

UN-Besuch in Rakhine abgesagt

Die Regierung in Myanmar sagte unterdessen einen für Donnerstag geplanten Besuch führender UN-Mitarbeiter im Bundesstaat Rakhine wegen schlechten Wetters ab. Die rund 50 Diplomaten und UN-Mitarbeiter zählende Gruppe habe wegen des Wetters nicht aus Rangun abfliegen können, teilte das Informationsministerium Myanmars mit. Der Besuch soll nun am kommenden Montag nachgeholt werden. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich am Donnerstag erstmals in einer offenen Debatte mit der Krise befassen.

Der Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Die Rohingya gehören zu den am stärksten verfolgten Minderheiten weltweit. Die Muslime in dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar sind seit Jahren Repressionen ausgesetzt.

Quelle: n-tv.de

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