Politik
Das Zentrum von Aleppo wird seit Tagen immer wieder von Luftschlägen der syrischen Armee und Russlands erschüttert.
Das Zentrum von Aleppo wird seit Tagen immer wieder von Luftschlägen der syrischen Armee und Russlands erschüttert.(Foto: REUTERS)

Blutige Offensive in Nordsyrien: 500 Menschen bei Offensive in Aleppo getötet

Seit zehn Tagen führt Machthaber Baschar al-Assad den Kampf um die syrischen Provinz mit aller Härte - und der Unterstützung russischer Bomben. Vorwürfe, dieses Vorgehen würde die Friedensgespräche erschweren, weist Moskau zurück.

Bei der Offensive der syrischen Armee in der Provinz Aleppo sind bereits mehr als 500 Menschen getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, sind unter den Opfern 274 syrische Rebellen und ausländische Dschihadisten sowie 89 Zivilisten - darunter 23 Kinder. Die Regierungstruppen hatten ihre Offensive mit Unterstützung der russischen Luftwaffe am 1. Februar begonnen. Zehntausende Menschen flohen seither an die Grenze zur Türkei, wo nur wenige, zumeist verletzte Flüchtlinge durchgelassen werden.

Im zerstörten Aleppo leben noch immer rund 300.000 Menschen.
Im zerstörten Aleppo leben noch immer rund 300.000 Menschen.(Foto: AP)

Sollten Assads Truppen die von den Rebellen gehaltenen Teile der Stadt einkesseln, könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Lebensmittelversorgung für 300.000 noch in der Stadt ausharrende Menschen zusammenbrechen. Seit zwei Jahren kämpfen beide Seiten um die Stadt, die einst mit zwei Millionen Einwohnern die größte des Landes war.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, übte derweil scharfe Kritik an den russischen Luftangriffen in Syrien. "Hinter den Angriffen auf Aleppo steckt ein menschenverachtendes Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin, Syriens Machthaber Baschar al-Assad und von Hisbollah-Milizen, die vom Iran gestützt werden", sagte Röttgen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Offenbar bestehe das Ziel darin, die Opposition gegen Assad wegzubomben. "Putin setzt derzeit auf die militärische Karte. Aber auch er wird erkennen müssen, dass es für Syrien nur eine politische Lösung gibt."

Russland weist Kritik zurück

Zuvor hatte schon Bundeskanzlerin Angela Merkel Russland vorgeworfen, Zivilisten zu bombardieren und damit auch die Friedensgespräche zu erschweren. Der Kreml wies diese Kritik als unbewiesene Behauptung zurück. Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, sagte, Moskau erwarte von den Syrien-Gesprächen am Donnerstag in München einen positiven Effekt für den Friedensprozess. Es sei wichtig, alle zentralen Fragen durchzugehen, um der Lösung des Syrien-Konflikts neuen Schwung zu verleihen.

Zu dem Treffen in München werden die Außenminister der USA und Russlands sowie zahlreicher Regionalakteure aus Nahost erwartet. Die Genfer Friedensverhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition waren vergangene Woche ausgesetzt worden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen