Politik

Live-Ticker: Ukraine startet Offensive: +++ 6:00 n-tv.de beendet Live-Ticker +++

Die ukrainische Armee hat mit einem Angriff gegen die Städte Slawjansk und Kramatorsk begonnen, die seit Tagen von prorussischen Separatisten beherrscht werden. Die Separatisten melden, dass sie zwei Militärhubschrauber abgeschossen haben. Der Milizenführer und selbsternannte "Bürgermeister" von Slawjansk hält weiter sieben OSZE-Geiseln gefangen.

+++ 6:00 n-tv.de beendet Live-Ticker +++
n-tv.de beendet den Live-Ticker zur Ukraine vorerst - zumindest die Nachrichtenlage scheint derzeit ruhig. Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen hier.

+++ 01:43 Russland verurteilt Ausschreitungen in Odessa +++
Russlands Außenministerium macht die ukrainische Regierung für die Straßenschlachten und den Brand des Gewerkschaftshauses mit 31 Toten in Odessa verantwortlich. Die Ereignisse seien auf die Unverantwortlichkeit Kiews zurückzuführen, zitiert die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass aus einer Mitteilung des Ministeriums. Moskau verurteile das Geschehen scharf. Die "Tragödie von Odessa" sei ein weiterer Beleg für "Kiews kriminelles Vertrauen auf Gewalt und Einschüchterung", heißt es.

+++ 00:28 Regierung korrigiert Opferzahl nach Brand in Odessa auf 31 +++
Die ukrainische Regierung korrigiert die Zahl der Toten nach dem Brand in einem Gebäude in Odessa nach unten. Wie das Innenministerium in Kiew mitteilt, kamen bei dem auf "kriminelle Brandstiftung" zurückzuführenden Feuer 31 Menschen ums Leben. Zuvor war von 38 Toten die Rede gewesen, wobei 30 der Opfer durch Rauchgasvergiftungen und acht weitere an Verletzungen gestorben seien, die sie sich durch Sprünge aus Fenstern zugezogen hätten. Insgesamt 50 Menschen, darunter zehn Polizisten, mussten demnach medizinisch behandelt werden.

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+++ 23:28 Armee weitet Offensive offenbar auf Kramatorsk aus +++
Die ukrainischen Streitkräfte greifen nach Medienberichten auch in der Stadt Kramatorsk Stellungen der Separatisten an. Nach unbestätigten Angaben der russischen Agentur Ria Nowosti soll es Tote und Verletzte geben. Kramatorsk liegt im Gebiet Donezk, etwa 20 Kilometer südlich von Slawjansk.

+++ 22:52 Separatisten wollen OSZE-Geiseln angeblich freilassen +++
Die moskautreuen Separatisten in der Ostukraine wollen ihre auch aus Deutschland stammenden Geiseln nach russischen Angaben unter Bedingungen freilassen. Die festgehaltenen Militärbeobachter sollen in die Obhut des russischen Sondergesandten Wladimir Lukin kommen, der sich derzeit in der Ostukraine aufhält. Das teilt das Außenamt in Moskau nach einem Telefonat von Außenminister Sergej Lawrow mit dem Schweizer Bundespräsidenten und amtierenden OSZE-Vorsitzenden Didier Burkhalter mit. Voraussetzung sei, dass Lukins Mission nicht von ukrainischen Truppen behindert werde. Burkhalter habe zugesagt, entsprechend auf Kiew einzuwirken. Die Geiseln sind seit einer Woche in der Hand der Separatisten.

+++ 21:59 Ukrainische Truppen rücken ins Zentrum von Slawjansk vor +++
Ukrainische Regierungstruppen rücken trotz Warnungen aus Russland mit schweren Waffen ins Zentrum der von Separatisten besetzten Stadt Slawjansk vor. Zwei Soldaten seien bei einem Feuergefecht in der Ostukraine getötet worden, teilt das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Die russische Staatsagentur Itar-Tass meldet, das Hauptquartier der prorussischen Aktivisten, die die Stadt seit Wochen kontrollieren, liege unter Beschuss. Die Agentur Interfax zitiert Separatisten, wonach elf gepanzerte Fahrzeuge sowie mehrere Busse mit Infanterie ins Zentrum eingedrungen seien.

+++ 21:39 Kanada schickt 50 Soldaten nach Polen +++
Die Krise in der Ukraine veranlasst auch Kanada Truppen in den Osten Europas zu verlegen. Wie das kanadische Portal "CBCnews" berichtet, sollen 50 Soldaten nach Polen geschickt werden. Der Außenminister Kanadas wird mit den Worten zitiert: "Kanada wird seinen Teil übernehmen".

+++ 21:31 Dutzende Tote bei Feuer in Odessa +++

Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen prorussischen und Kiew-treuen Demonstranten in Odessa sterben bei einem Gebäudebrand mehrere Dutzend Menschen. Das ukrainische Innenministerium spricht von 38 Toten, wobei 30 von ihnen durch Rauchgasvergiftungen und acht weitere an Verletzungen gestorben seien, die sie sich durch panische Sprünge aus Fenstern zugezogen hätten. Das Feuer sei auf "kriminelle Brandstiftung" zurückzuführen, heißt es weiter.

+++ 20:50 UNO will in Moskau und Kiew vermitteln +++
Angesichts der sich zuspitzenden Krise in der Ukraine schickt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon seinen Stellvertreter Jeffrey Feltman nach Moskau und Kiew. Feltman werde in der kommenden Woche "ranghohe Beamte und internationale Partner" treffen und sich um eine friedliche Lösung des Konflikts bemühen, teilt UN-Chef Ban in New York mit. Feltman werde alle Beteiligten zur größtmöglichen Zurückhaltung und zur Rückkehr zur Diplomatie auffordern.

Brennpunkt Slawjansk: Im Osten der Ukraine hält ein Milizenführer sieben OSZE-Geiseln gefangen.
Brennpunkt Slawjansk: Im Osten der Ukraine hält ein Milizenführer sieben OSZE-Geiseln gefangen.

+++ 20:07 Gewerkschaftsgebäude in Odessa brennt +++
In der südukrainischen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer stecken bislang unbekannte Täter ein Gewerkschaftsgebäude in Brand. Ein weiterer Mann sei bei den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen prorussischen Separatisten und Anhängern der Regierung in Kiew getötet worden, teilt die Polizei mit.

+++ 19:50 Ban fordert Zurückhaltung +++
UNO-Generalsekretär Ban Ki Mun fordert die Konfliktparteien in der Ukraine zu Zurückhaltung auf. Beschwerden sollten friedlich geäußert werden, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. heißt es in einer Mitteilung der Vereinten Nationen. Ban forderte zudem "die Verantwortlichen" auf, die festgenommenen OSZE-Beobachter umgehend freizulassen.

+++ 19:29 Ukraine beschränkt Einreise von Russen +++
Die Ukraine beschränkt die Einreise von Russen und Bewohnern der abtrünnigen Halbinsel Krim. "Aufgrund der Gefahr von terroristischen Handlungen wurden die Kontrollen verschärft", sagt ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes. Demnach werden Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren vorübergehend nur noch in die Ex-Sowjetrepublik gelassen, wenn sie aus familiären oder beruflichen Gründen einreisen wollten und dies mit Dokumenten belegen könnten. Zudem werden 20 bis 35 Jahre alte Frauen von der Krim besonders kontrolliert, Familien mit Kindern hingegen problemlos durchgelassen.

+++ 19:08 Zahl der Toten in Odessa gestiegen +++
In Odessa sind bei Krawallen zwischen Separatisten und Anhängern der ukrainischen Regierung in Kiew drei Menschen getötet worden. 15 Menschen seien verletzt worden, teilt die Polizei mit.

Merkel und Obama bei ihrer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses.
Merkel und Obama bei ihrer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses.(Foto: REUTERS)

+++ 18:54 Putin soll Milizen zur Aufgabe bewegen +++
US-Präsident Obama fordert Russland auf, seinen Einfluss auf bewaffnete Gruppen in der Ukraine geltend zu machen und sie zur Aufgabe zu bewegen. Russland müsse mit raschen weiteren Sanktionen rechnen, sollte sich die Lage in der Ukraine nicht stabilisieren, sagt Obama in Washington auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel.

+++ 18:36 Obama droht mit weiteren Sanktionen +++
US-Präsident Obama droht Russland mit weiteren Sanktionen. Es werde rasch zusätzliche Schritte geben, falls Russland die Lage weiter außer Kontrolle bringe, sagt Obama nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel. Obama lobt Merkel, die ein "unverzichtbarer Partner" in der EU und der G7-Gruppe sei. "Danke, dass Du ein so starker Partner in dieser Frage bist", sagte er mit Blick auf die Ukraine. Zugleich kritisiert er die "ungeheuerliche Behandlung" der sieben OSZE-Militärbeobachter in der Ostukraine.

+++ 18:29 Russland dementiert Berichte über Saboteure +++
Russland hat ukrainische Angaben zurückgewiesen, wonach bewaffnete russische Saboteure versucht hätten, über die Grenze in die Ukraine zu gelangen. Dieser Bericht entspreche nicht der Realität, meldet die Nachrichtenagentur Itar Tass unter Berufung auf den russischen Geheimdienst FSB.

Ein ukrainischer Soldat beobachtet die Lage an einer Straßensperre bei Slawjansk.
Ein ukrainischer Soldat beobachtet die Lage an einer Straßensperre bei Slawjansk.(Foto: REUTERS)

+++ 18:07 Puschilin: "Offensive verzögert Freilassung von OSZE-Beobachtern"
Die ukrainische Militäroffensive im Osten des Landes gefährdet nach den Worten des Milizenführers Denis Puschilin die Freilassung der in Slawjansk verschleppten OSZE-Militärbeobachter. Der "Angriff auf Slawjansk wird die Freilassung der OSZE-Mitglieder verzögern", sagt der Anführer der Separatisten in Donezk. Die "Entscheidung, sie freizulassen", sei noch nicht getroffen worden. Puschilin ist der Anführer der jüngst ausgerufenen "Republik Donezk".

+++ 17:31 UN-Sicherheitsrat will sich noch heute treffen +++
Der UN-Sicherheitsrat will sich auf Drängen Russlands hin noch am Freitag in einer Sondersitzung mit der Krise in der Ukraine befassen. Das Treffen sei für 18 Uhr (MESZ) angesetzt, heißt es. Russland beantragte die Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums. Moskau übt scharfe Kritik am militärischen Vorgehen der Ukraine gegen Separatisten in der Stadt Slawjansk. Der Rat hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach Sondersitzungen zur Ukraine abgehalten. Dabei hatten sich einige der 15 Mitglieder teils heftig gestritten. Etwas Greifbares war aber bislang nicht herausgekommen. Einen Resolutionsentwurf, mit dem das Referendum zum Anschluss der Krim an Russland verurteilt werden sollte, hatte Moskau mit seinem Veto blockiert.

+++ 17:12 Ein Toter bei Krawallen in Odessa +++
In Odessa am Schwarzen Meer wird bei Krawallen zwischen prorussischen Separatisten und Anhängern der Regierung in Kiew ein Mann erschossen. Der Mann sei in die Brust getroffen worden, teilt die Polizei in Odessa mit. Demonstranten hätten Brandsätze und Steine geworfen.

+++ 17:01 Turtschinow: Saboteure an Grenze abgefangen +++
Bewaffnete russische Saboteure haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Alexander Turtschinow versucht, in der Nacht in die Ukraine einzudringen. Sie seien von ukrainischen Grenztruppen zurückgedrängt worden. Der Einsatz gegen prorussische Separatisten in Slawjansk werde fortgesetzt.

+++ 16:37 Russland fordert Treffen des UN-Sicherheitsrates +++
Russland will, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der Ukraine befasst. Laut Medienberichten fordert Moskau ein baldiges Treffen des höchsten Gremiums der Vereinten Nationen. Anlass sind die jüngsten Kämpfe im Osten des Landes.

+++ 16:21 Krawalle in Odessa +++
In der südukrainischen Stadt Odessa prügeln sich Anhänger Moskaus und Kiews. Hunderte mit Schlagstöcken bewaffnete und mit Helmen geschützte prorussische Aktivisten griffen eine Demonstration von 1500 Unterstützern der ukrainischen Regierung an. Dutzende Menschen auf beiden Seiten wurden verletzt. Die Polizei versuchte, die verfeindeten Gruppen zu trennen. Odessa war bislang von den Unruhen im Osten des Landes weitgehend verschont geblieben. Die Schwarzmeerstadt hat rund eine Millionen Einwohner.

+++ 15:42 Russland droht, Gaslieferungen zu drosseln +++
Russland droht der Ukraine, seine Gaslieferungen schon im Juni zu drosseln. Sollte die mit milliardenschweren Rechnungen in der Kreide stehende Regierung in Kiew im Mai keine Vorauszahlung leisten, werde der staatlich-kontrollierte Gazprom-Konzern weniger Gas liefern, sagte der russische Energieminister Nowak. Er äußerte sich in Warschau nach Verhandlungen mit seinem ukrainischen Kollegen Juri Prodan und EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Die Gas-Schulden des Nachbarlandes bezifferte Nowak auf rund 3,5 Milliarden Dollar. Er äußerte zudem die Sorge, dass die Ukraine nicht in der Lage sein könnte, in den Sommermonaten genug Gas zu speichern, um den Transit nach Westeuropa im Winter zu garantieren.

+++ 15:14 Aktivisten: Ukraininische Truppen erobern nur wenige Straßen +++
Die ukrainischen Regierungstruppen nehmen bei ihrer Offensive in Slawjansk nach Angaben prorussischer Aktivisten nur wenige Straßen in Vororten der Großstadt ein. "Den von Kiew kontrollierten Einheiten ist es nicht gelungen, die Stadt zu erobern", sagte ein Sprecher der "Selbstverteidigungskräfte". Die "Volksmiliz" kontrolliere weiterhin die ostukrainische Stadt mit etwa 125.000 Einwohnern. Es seien ab und an noch Schüsse zu hören, aber groß angelegte Operationen gebe es nicht mehr. Zuvor hatte "Bürgermeister" Wjatscheslaw Ponomarjow noch eingeräumt, die Regierungstruppen hätten den Bahnhof eingenommen.

+++ 14:46 Russen dürfen nicht mehr nach Charkow und Donezk fliegen +++
Kiew verbietet Flüge russischer Airlines in die ostukrainischen Großstädte Charkow und Donezk. Das teilt die russische Luftfahrtbehörde mit und spricht von einem "beispiellosen Verstoß gegen internationales Recht". Es drohe die Gefahr einer "humanitären Blockade" in der Ostukraine. In diesen Regionen halten prorussische Milizen in vielen Städten staatliche Gebäude besetzt. Die ukrainische Führung fürchtet, dass sie Verstärkung aus dem nahen Russland erhalten und hat bereits die Einreise für russische Männer stark verschärft. Gegenmaßnahmen seien nicht geplant, betonte die Moskauer Behörde.

+++ 14:29 Von der Leyen: OSZE-Inspekteuren geht es gut +++
Laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen geht es den OSZE-Inspekteuren "nach dem was man aktuell weiß, heute morgen noch den Umständen entsprechend gut". Das teilte das Verteidigungsministerium mit. Von der Leyen sagte sie, sei "in großer Sorge" um die in Slawjansk festgehaltenen Inspekteure und telefoniere täglich mit ihren Amtskollegen aus Polen, Dänemark und Tschechien. Inspetkeure aus diesen Ländern werden ebenfalls festgehalten.  

+++ 14:03 Separatisten ziehen angeblich aus Slawjansk ab +++
Die Information ist noch mit Vorsicht zu genießen, doch gibt es Hinweise darauf, dass die Separatisten vorerst aus Slawjansk abziehen. Reporter vor Ort berichten von Gerüchten, die Regierungstruppen kontrollierten bereits einen Ring um die Stadt.

+++ 13:45 Russland gibt USA und EU Mitschuld +++
Russland gibt den USA und der EU eine Mitschuld an der militärischen Eskalation in der Ukraine. "Indem sie die Organisatoren des Regierungsumsturzes in Kiew in ihrer Linie einer gewaltsamen Niederschlagung der Proteste unterstützt haben, haben sich USA und EU große Verantwortung aufgeladen", teilt das Außenamt in Moskau mit. Damit werde eine friedliche Krisenlösung immer unwahrscheinlicher. "Wir fordern den Westen mit Nachdruck auf, seine destruktive Politik (...) zu beenden."

Die Behörde behauptet, am Angriff ukrainischer Regierungstruppen auf prorussische Kräfte in Slawjansk würden auch ausländische Söldner teilnehmen.

+++ 13:28 Entführter US-Journalist wieder frei +++
Der offenbar von prorussischen Milizen in Slawjansk entführte US-Journalist Michael Giglio ist wieder frei. Der "BuzzFeed"-Reporter war am Morgen zusammen mit seiner ukrainischen Dolmetscherin zunächst als vermisst gemeldet worden. Später hieß es, er sei verschleppt worden.

13:21 Unwetter über Slawjansk ++ +
Ein heftiges Gewitter über Slawjansk scheint dafür zu sorgen, dass Kämpfer, Soldaten und Zivilisten erst einmal Schutz vor dem Regen gesucht haben. Bilder zeigen, wie der Platzregen das Stadtzentrum von Slawjansk binnen weniger Minuten unter Wasser gesetzt hat.

Anwohner versuchen mit den ukrainischen Soldaten zu sprechen und sie abzuhalten.
Anwohner versuchen mit den ukrainischen Soldaten zu sprechen und sie abzuhalten.(Foto: dpa)

+++ 12:54 Mutmaßliche Schützen festgenommen +++
Regierungseinheiten verkünden, dass sie vier Männer festgenommen haben, die am Morgen ukrainischen Militärhubschrauber abgeschossen haben sollen. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Fotos von vier gefesselten Männern in Zivilkleidung mit über den Kopf gestülpten Säcken. Ein Bild zeigte eine Pistole und einen Ausweis der "Volksrepublik Donezk", die moskautreue Kräfte in der russisch geprägten Region ins Leben gerufen haben.

+++ 12:47 Zivilisten stellen sich Panzern in den Weg +++
Während die Panzer der ukrainischen Armee langsam auf Slawjansk zurollen, stellen sich Dutzende Zivilisten ihnen in den Weg. Das hier gezeigte Foto wird über verschiedene Twitter-Accounts verbreitet. Die Bewertung ist unterschiedlich und reicht von der Einschätzung, dass dieses Bild den friedlichen Charakter der ukrainischen Armee belege (weil mutmaßlich niemand zu Schaden kommt) bis zu der, dass es die Legitimität der Übergangsregierung in Kiew endgültig zerstört (Panzer gegen die eigene Bevölkerung). Es gibt unbestätigte Berichte, wonach einem Mann beide Beine gebrochen wurden, nachdem er unter eines der Militärfahrzeuge geriet.

+++ 12:19 Separatisten verarzten ukrainischen Hubschrauberpiloten +++
In sozialen Netzwerken machen Videos und Fotos die Runde, die zeigen, wie der überlebende Pilot eines der abgeschossenen Hubschrauber von Separatisten in Slawjansk aus einem Auto gehievt und verarztet wird. Der Mann kann nicht mehr alleine gehen und wirkt verstört. Er blutet am Kopf und scheint eine ernsthafte Beinverletzung zu haben.

+++ 12:07 Westliche Behörden haben Kontakt zu OSZE-Geiseln +++
Das Auswärtige Amt teilt mit, dass "westliche Behörden" direkten Kontakt zu den von prorussischen Aktivisten festgehaltenen OSZE-Gesandten gehabt haben. Genauere Angaben werden nicht gemacht. Es dürfte der erste direkte Kontakt dieser Art mit der Beobachtergruppe gewesen sein. Das dänische Militär teilte zuvor mit, dass es den Festgehaltenen den Umständen entsprechend gut gehe. "In Bezug auf das, was im Moment in Slawjansk vor sich geht, sind sie in Sicherheit", hieß es beim dänischen Verteidigungskommando.

+++ 11:20 Prorussische Aktivisten sprechen von "mehreren Toten" in Slawjansk +++
Beim Einsatz der ukrainischen Armee im Osten des Landes sind mehrere Separatisten getötet worden. Es gebe "mehrere Tote" auf ihrer Seite, sagt ein Sprecher der moskautreuen Kräfte einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa in der Nähe der Stadt Slawjansk. Genaue Zahlen nennt er nicht. Bisher hatte die "Volksmiliz" von einem Toten berichtet. Laut ukrainischer Regierung starben zwei Soldaten. Der Aktivistensprecher bestätigt, dass die Regierungstruppen den Bahnhof von Slawjansk eingenommen hätten. Die Kämpfer hielten aber weiter mehrere Straßensperren bei Slawjansk besetzt.

+++ 11:02 Separatisten rufen Bevölkerung ins Zentrum +++
Nach übereinstimmenden Medienberichten und Tweets von Journalisten vor Ort haben die Separatisten in Slawjansk die Bevölkerung aufgerufen, sich im Zentrum der Stadt zu versammeln. Das Innenministerium in Kiew dagegen warnt die Menschen und empfiehlt ihnen, zuhause zu bleiben und nicht an den Fenstern zu stehen.

+++ 10:48 Putin erhebt schwere Vorwürfe gegen Kiew +++
Kremlchef Wladimir Putin wirft der ukrainischen Regierung vor, mit dem Einsatz gegen moskautreue Aktivisten die "letzte Hoffnung" auf die Umsetzung des Genfer Abkommens zu zerstören. Die Führung in Kiew habe in den Kampfmodus geschaltet und greife friedliche Siedlungen an, sagte Putins Sprecher. Er sprach von einer "Strafaktion" der Regierungstruppen. Putin habe gewarnt, eine solche Operation sei ein Verbrechen. "Leider bestärkt die Entwicklung seine Einschätzung völlig", sagte Peskow.

+++ 10:26 Zwei Journalisten in Slawjansk vermisst +++
In Slawjansk sind zwei Journalisten verschwunden. Das meldet ein ukrainisches Nachrichtenportal für das Donezkbecken (novosti.dn.ua). Es soll sich um den amerikanischen Reporter Michael Giglio vom US-Portal BuzzFeed und dessen ukrainische Dolmetscherin handeln.

+++ 09:59 Bahnhof von Slawjansk unter Kontrolle der Armee +++
Die ukrainische Armee hat offenbar den Bahnhof von Slawjansk unter ihre Kontrolle gebracht. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Aussagen von Wjatscheslaw Ponomarjow. Schon seit dem Morgen ist der Zugverkehr komplett stillgelegt.

+++ 09:53 Steinmeier berät mit OSZE-Vorsitzendem +++
Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist in Bern mit dem Schweizer Bundespräsidenten Didier Burkhalter zusammengetroffen, um die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine zu beraten. Dabei dürfte es auch um die festgehaltenen OSZE-Militärbeobachter gehen. Burkhalter hat derzeit den Vorsitz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE). Am Mittag wird Steinmeier laut Auswärtigem Amt auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton treffen.

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+++ 09:38 Tod von zwei Hubschauberpiloten bestätigt +++
Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigt den Tod von zwei Hubschrauber-Piloten nahe Slawjansk. Zwei Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 seien abgestürzt und mehrere Besatzungsmitglieder verletzt worden, als Separatisten mit tragbaren Flugabwehrgeschützen gefeuert hätten. Zudem sei auf einen Transporthubschrauber vom Typ Mi-8 geschossen worden. Dabei habe es keine Verletzten gegeben. Dies beweise, dass es sich bei den moskautreuen Kräften nicht um friedliche Demonstranten handele, sondern um gut ausgerüstete Terrorgruppen, betont die das Ministerium in Kiew.

+++ 09:29 Russland will offziell nicht eingreifen +++
Die Separatisten behaupten, dass Russland offiziell nicht eingreifen werde. Das berichtet der Informationsdienst "Euro Maidan", der der ukrainischen Übergansregierung nahesteht, über seinen Twitter-Account.

+++ 09:12 Kiew fordert Freilassung der Geiseln +++
Die ukrainische Führung fordert die prorussischen Aktivisten im Osten des Landes zur Freilassung ihrer Geiseln auf, darunter vier Deutsche. Außerdem sollen sie ihre Waffen niederlegen und besetzte Verwaltungsgebäude räumen. Innenminister Arsen Awakow hat zuvor eine neue "Anti-Terror-Operation" gegen die Separatisten bei der Großstadt Slawjansk bestätigt.

Quelle: n-tv.de

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