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Hier wird was frei: Die US-Kaserne "Patton Barracks" in Heidelberg wird ab 2015 leer stehen. Dann können die Studenten kommen.
Hier wird was frei: Die US-Kaserne "Patton Barracks" in Heidelberg wird ab 2015 leer stehen. Dann können die Studenten kommen.(Foto: picture alliance / dpa)

Umzug in die Bundeswehr-Kaserne?: 70.000 Studentenbuden fehlen

In Deutschland fehlen nach Angaben von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) schätzungsweise rund 70. 000 Studentenwohnungen. "Es kann nicht sein, dass wir in den Stadtzentren nur noch aufpolierte Luxusapartments sehen und preiswerter Wohnraum immer mehr verschwindet", sagte Ramsauer dem "Spiegel". Studenten müssten "ordentlich und bezahlbar" wohnen können.

Ramsauer hielt an seinem Vorschlag fest, leerstehende Bundeswehr-Kasernen in Studentenwohnheime umzuwandeln. Es gebe dafür bereits "gute Beispiele", wie etwa in Augsburg. "Hier müssen wir ansetzen."

Sozialer Wohnungsbau stagniert

Am Dienstag will sich der Minister mit Vertretern von Studentenwerken und der Immobilienwirtschaft treffen, um über das Problem der mangelnden Wohnungen für Studenten zu beraten. An dem Runden Tisch nehmen auch Vertreter aus den Ländern teil.

Ramsauer erhob gegen einzelne Bundesländer wie Berlin schwere Vorwürfe, weil sie den Bau von günstigem Wohnraum nicht zügig genug vorantrieben und vom Bund bereitgestelltes Geld nicht nutzten. Es gebe Bundesländer, die nur wenig oder keine Bundesgelder für den sozialen Wohnungsbau abriefen. Als Beispiele nannte Ramsauer Berlin, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. "Bei meinem Gespräch am Dienstag will ich wissen, warum das so ist."

Jeder vierte sucht billige Wohnung

Nicht nur unter Studenten, auch in der restlichen Bevölkerung sind günstige Wohnungen gefragt. Angesichts steigender Preise sucht etwa jeder vierte Mieter in Deutschland eine billigere Wohnung. Rund 24 Prozent der Bürger, darunter viele aus der Mittelschicht, wollen aus den steigenden Mieten die Konsequenz ziehen und sich eine günstigere Bleibe suchen, wie der "Spiegel" unter Berufung auf eine Umfrage des Marktforschungsinstitut TNS Infratest berichtet. Fast jeder zweite Mieter plant demnach, beim Energieverbrauch und bei Konsumausgaben zu sparen.

Der Umfrage zufolge geben Mieter in Deutschland durchschnittlich 37 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für das Wohnen aus. Bei Geringverdienern, die weniger als 1000 Euro zur Verfügung haben, sind es 43 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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