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Die Zensurmaßnahmen könnten verhindern, dass die Öffentlichkeit Details aus den Verhältnissen in CIA-Gefängnissen erfährt.
Die Zensurmaßnahmen könnten verhindern, dass die Öffentlichkeit Details aus den Verhältnissen in CIA-Gefängnissen erfährt.(Foto: REUTERS)

Zuhören nur mit Verzögerung: 9/11-Prozess wird zensiert

Die Gerichtsverhandlung um die Terroranschläge vom 11. September 2001 wird unter besonderen Umständen geführt. Beobachter sollen das Geschehen nur mit Verzögerung verfolgen dürfen. Damit soll die nationale Sicherheit geschützt werden, aber auch Foltermethoden können so verheimlicht werden.

Aussagen im sogenannten "Jahrhundertprozess" gegen die Hauptdrahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 sollen vor der Öffentlichkeit teilweise geheim gehalten werden. Wie der "Miami Herald" meldet, gab der zuständige Richter grünes Licht für entsprechende Zensur-Maßnahmen.

Demnach können Zuschauer, die den Prozess im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay (Kuba) nur von einem schallisolierten Raum aus verfolgen dürfen, alle Äußerungen nur mit 40 Sekunden Verzögerung hören. Das solle Zensoren im Gerichtssaal die Möglichkeit geben, Aussagen auszusortieren, welche die nationale Sicherheit gefährden könnten.

Die Entscheidung von Richter James Pohl schließt der Zeitung zufolge praktisch aus, dass die Öffentlichkeit etwas über die Verhörmethoden in geheimen CIA-Gefängnissen erfährt. Alle fünf Angeklagten haben geltend gemacht, dass sie Folter ausgesetzt waren, bevor sie 2006 nach Guantánamo verlegt wurden.

Wann der Prozess beginnt, ist noch offen. Der Gruppe der Angeklagten um Chalid Scheich Mohammed droht im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe.

Quelle: n-tv.de

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