Dienstag, 21. Juli 2009
Von wegen Einbußen: Ärzte verdienen mehr
Die von den bayerischen Haus- und Fachärzten befürchteten massiven Honorareinbußen sind weitgehend ausgeblieben. Im Gegenteil: Eine Vielzahl der bayerischen Mediziner kann für das erste Quartal 2009 sogar mit einem Honorarzuwachs rechnen. Das haben die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern und das bayerische Gesundheitsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bringt die Honorar-Reform Bayerns Ärzten zum Teil bis zu 18 Prozent mehr.
Die Ärzte klagen offenbar auf hohem Niveau.
(Foto: picture-alliance/ ZB)
Gegen die seit Jahresanfang gültige bundesweite Honorarreform waren viele Ärzte Bayerns in den vergangenen Monaten unter Hinweis auf angeblich drohende massive Einkommenseinbußen Sturm gelaufen. Sie protestierten mit Demonstrationen und zeitweisen Praxisschließungen und bekamen dabei auch Unterstützung von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).
Verluste teilweise gedeckt
Insbesondere die Diabetesärzte profitieren dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge von der Honorar-Reform. Gewinner seien aber auch Bayerns Neurologen: Sie verdienten im ersten Quartal nach KVB-Berechnungen etwa 13 Prozent mehr, ebenso wie die Chirurgen (plus zehn Prozent) und die Nervenärzte (plus elf Prozent). Die Ärzte hatten bei ihren Protesten dagegen von drohenden Einbrüchen bis zu 40 Prozent gesprochen. Verlierer der Reform sind dem Bericht zufolge vor allem die Kardiologen, die bis zu zehn Prozent Einbußen melden, sowie die Neurochirurgen (minus sechs Prozent) und die Anästhesisten (minus sieben Prozent).
Die Vertreter von Ärzten, Kassen und Ministerium in Bayern haben aber eine Regelung ausgearbeitet, die alle Praxen mit mehr als fünf Prozent Verlust unterstützen soll. Dafür schießen die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" noch einmal mehr als 16 Millionen Euro für die Honorare zu: vier Millionen die Kassen, den Rest die Kassenärztliche Vereinigung.
dpa
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