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Werden wohl kein Traumpaar mehr: Günther Oettinger und AfD-Chefin Frauke Petry in einer Twitter-Montage.
Werden wohl kein Traumpaar mehr: Günther Oettinger und AfD-Chefin Frauke Petry in einer Twitter-Montage.(Foto: Twitter)

"Ihr Kopfkino ist unappetitlich": AfD-Chefin Petry lässt Oettinger abblitzen

Eigentlich will sich AfD-Chefin Petry über die sonderbaren Gedankenspiele von EU-Kommissar Oettinger nur "im Stillen amüsieren". Dann reagiert sie doch - mit ungebremster Empörung. Für die spöttelnde Netzgemeinde ist das ein gefundenes Fressen.

Mit unmissverständlichen Worten hat AfD-Chefin Frauke Petry auf die Äußerungen des EU-Kommissars Günther Oettinger reagiert. Diese seien "geschmacklos", so Petry. "Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich", konterte sie der "Bild"-Zeitung. "Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt." Oettinger hatte auf einer Veranstaltung am Montagabend erklärt, er würde sich "heute Nacht noch erschießen, wenn "die komische Petry" seine Frau wäre. Hintergrund waren die Forderungen Petrys, notfalls an den Grenzen auf Flüchtlinge schießen zu lassen.

In den sozialen Netzwerken erntete Oettinger, der wegen seiner ausbaufähigen Englisch-Kenntnisse bereits öfter durch den Kakao gezogen wurde, einen regelrechten Shitstorm. Von einer Entgleisung war die Rede - Petry-Unterstützer nannten ihn gar einen "Hassprediger". Petrys Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell, erklärte über Twitter, Oettinger schieße, "wie er Englisch spricht."

Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke erklärte, der Kommentar des EU-Kommissars markiere "einen neuen Tiefpunkt der politischen Auseinandersetzung mit der AfD". Er habe damit nicht nur sich selbst diskreditiert, sondern auch seine Partei. "Abendländische Benimmregeln - gerade Frauen gegenüber - sollten auch für Herrn Oettinger selbstverständlich sein", forderte Höcke. "Eine Entschuldigung gegenüber Frau Petry wäre hier das Mindeste."

Oettinger legt nochmal nach

Spott und Häme gab es zudem nicht nur von den Komikern der ZDF-"heute-show", die twitterten: "Dabei hätte sie die Waffe doch schon beim ersten Grenzübertritt in der Hochzeitsnacht gezogen". Die Satiriker der NDR-Sendung "extra3" mutmaßten, Oettinger sei womöglich einfach nur "falsch ins Deitsche übersetzt worda".

Trotz Kritik legte der CDU-Mann in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Morgen sogar noch einmal nach. Die Aussagen von Petry über den Schusswaffengebrauch an der Grenze seien "menschenverachtend und unmöglich", sagte Oettinger. "Und deswegen: Diese Frau ist eine Schande für die deutsche Politik, und das habe ich deutlich gesagt."

Quelle: n-tv.de

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