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AfD-Chefin Frauke Petry muss sich in Sachen Vertrauenswürdigkeit Horst Seehofer geschlagen geben.
AfD-Chefin Frauke Petry muss sich in Sachen Vertrauenswürdigkeit Horst Seehofer geschlagen geben.(Foto: picture alliance / dpa)

Frauke Petry verliert Sympathien: AfD-Wähler liebäugeln mit Seehofer

CSU-Chef Horst Seehofer kommt bei den AfD-Wählern besser an als Parteichefin Petry: Einer neuen Forsa-Umfrage zufolge sähe sogar mehr als die Hälfte von ihnen gern die CSU auf bundesdeutschen Stimmzetteln. Ein Warnsignal für die Rechtspopulisten.

Die Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) haben einer Umfrage zufolge mehr Vertrauen zu CSU-Chef Horst Seehofer als zu ihrer eigenen Parteivorsitzenden. Frauke Petry erhält von den AfD-Unterstützern in der jüngsten Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL nur 47 von 100 Vertrauenspunkten. Seehofer wurde mit 69 Punkten bewertet. Bei der Beurteilung aller Befragten schneidet Petry noch schlechter ab: Mit 19 Punkten bildet die Chefin der rechtspopulistischen Partei das Schlusslicht des Rankings.

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Generell verliert die Alternative für Deutschland in der Wählergunst deutlich an Zustimmung. Würde am Sonntag gewählt, würden nur noch 10 Prozent der Partei ihre Stimme geben - in der Vorwoche waren es noch 13 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner machte für das Abrutschen der Rechtspopulisten auch die Einigung der Europäischen Union mit der Türkei in der Flüchtlingskrise verantwortlich. Zudem treibe die erhöhte Terrorgefahr nach den Anschlägen in Brüssel die Wähler wieder stärker zu den etablierten Parteien.

Bei den drei Landtagswahlen Mitte März war die AfD mit zweistelligen Ergebnissen in die Parlamente eingezogen. In Sachsen-Anhalt erhielt die Partei fast ein Viertel der Stimmen - Bestwert für die Rechtspopulisten. Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stimmten mehr als zehn Prozent der Wähler für die AfD. Umfragen von Infratest-dimap für die ARD hatten am Wahlsonntag allerdings gezeigt, dass viele AfD-Wähler gern der CSU ihre Stimme gegeben hätten - wenn die Partei bundesweit wählbar wäre.

AfD-Wähler würden auch CSU wählen

Zwischen 57 und 72 Prozent der AfD-Wähler fänden es demnach gut, wenn die Partei von Horst Seehofer, die immer wieder die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert, in ganz Deutschland auf dem Stimmzettel stünde. Von allen Befragten waren nur zwischen 24 und 31 Prozent dieser Meinung.

In der Forsa-Umfrage wurde gefragt: "Welchem der folgenden Politiker vertrauen Sie wieviel?" Die Befragten mussten dann einen Wert zwischen 0 und 100 nennen, um ihr Vertrauen auszudrücken. Für die Forsa-Studie wurden 2005 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt.

Quelle: n-tv.de

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