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Innerhalb Afghanistans reiste de Maiizère mit einem Militärflugzeug weiter.
Innerhalb Afghanistans reiste de Maiizère mit einem Militärflugzeug weiter.(Foto: dpa)

Details bis kommende Woche: Afghanistan-Rückzug in Planung

Dass sich die Bundeswehr in den nächsten Monaten aus Afghanistan zurückzieht, ist beschlossene Sache. Wie genau, soll nun sehr bald feststehen, sagt der Verteidigungsminister bei einem Besuch in Kabul. Zuvor erhält er einen Einblick in den Alltag vor Ort – allerdings völlig unfreiwillig.

Die Bundesregierung will spätestens in der kommenden Woche über einen Rückzugsplan für Afghanistan entscheiden. Dies sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bei einem unangekündigten Minister sieht Waffenmangel . Es war das erste Mal, dass der Minister mit einer zivilen, nicht extra gesicherten Maschine in Afghanistan landete.

Der Abzug der internationalen Truppen bis Ende 2014 solle in angemessenen Stufen erfolgen, sagte de Maizière nach einem Treffen mit seinem afghanischen Ressortkollegen Bismullah Khan Mohammadi in Kabul. "In Deutschland werden wir bis zur nächsten Woche eine Entscheidung treffen, wie wir es machen." Deutschland hat derzeit 4760 Soldaten in Afghanistan stationiert, damit ist die Bundeswehr nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Truppensteller.

In Zivilflugzeug nach Afghanistan

Die angestrebte Zahl der afghanischen Sicherheitskräfte sei "nahezu erreicht", sagte de Maizière weiter. "Die Qualität ist sehr gut geworden." Die afghanischen Streitkräfte sollen nach dem Abzug der internationalen Truppen komplett die Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes übernehmen.  De Maizière sagte Afghanistan zu, dass es sich auch nach 2014 auf Deutschland verlassen könne.

De Maizière war am Morgen zu dem unangekündigten Besuch eingetroffen. Zunächst besuchte er das große internationale Militärcamps im nordafghanischen Masar-i-Scharif, in dem die Bundeswehr ihr Hauptquartier hat. Es war das erste Mal, dass der Minister in einem zivilen Regierungs-Airbus in Masar-i-Scharif einflog. Dies sei auch "ein Zeichen für die bessere Sicherheit", sagte er. Bisher waren deutsche Regierungsmitglieder auf dem Weg nach Afghanistan im usbekischen Termes in Militärmaschinen umgestiegen, die extra gegen Raketenbeschuss gesichert sind.

Einblicke in orientalischen Innenstadtverkehr

Ungewohnte Einblicke in das alltägliche Verkehrschaos der afghanischen Hauptstadt Kabul erhielt de Maiziere schon auf dem Weg ins Verteidigungsministerium. Extra für die lange Fahrzeug-Kolonne des Ministers hatten die Sicherheitskräfte die Straßen abgesperrt. Doch während vorn in der Kolonne die gepanzerten Geländewagen mit den Journalisten an Bord um Staus herum gelotst wurden, blieb der Minister an einer Kreuzung stecken.

"Einige dachten wohl, jetzt sind die wichtigen Leute durch", berichtete der Minister später schmunzelnd. "Das Warten fand ich aber schön, weil ich dann mal gesehen habe, wie der Verkehr in Kabul unter normalen Umständen ist, wenn für den Minister die Straßen nicht abgesperrt sind."

Quelle: n-tv.de

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