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Mit russischen Maschinenpistolen sollen sich die Bürgerwehren vor Angriffen von Taliban oder IS-Kämpfern schützen.
Mit russischen Maschinenpistolen sollen sich die Bürgerwehren vor Angriffen von Taliban oder IS-Kämpfern schützen.(Foto: dpa)

Kampf gegen IS und Taliban: Afghanistan bewaffnet seine Bürger

Weil den Streitkräften etwa 25.000 Soldaten im Kampf gegen den Terror fehlen, sollen nun Bürgerwehren die Provinzen schützen. 650 Männer sind bisher rekrutiert - für sie gibt es Kalaschnikows, Panzerfäuste und "eine kurze Einweisung" in Sachen Waffen.

Die afghanische Regierung bewaffnet in der östlichen Provinz Nangarhar Zivilisten für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das hat der Kommandeur eines in Nangarhar stationierten Armeecorps auf Nachfrage bestätigt. Die Zivilisten würden in Dörfern rekrutiert, die jüngst während einer großen Offensive aus der Hand des IS befreit worden waren. Die neuen Bürgerwehren sollten aber nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen die Taliban Schutz bieten.

Bisher habe der Nationale Sicherheitsrat etwa 650 Mann in den beiden Bezirken Atschin und Nasian bewaffnet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Es könnten aber mehr werden. Sie hätten Kalaschnikow-Gewehre, Panzerfäuste und russische Maschinengewehre des Typs Dechtjarow Schpagin sowie eine kurze Einweisung in die Waffen erhalten. Den afghanischen Streitkräften fehlen nach Angaben des Nato-Sprechers Wilson Shoffner etwa 25.000 Mann im Kampf gegen die Extremisten.

Taliban ziehen sich in Berge zurück

Derweil hat Taliban-Anführer Mullah Achtar Mansur laut einem Bericht der "Express Tribune" seine Kämpfer aufgefordert, sich in die Berge Afghanistans zurückzuziehen, um nach der jüngsten Absage an Friedensgespräche dem "Druck" der afghanischen und pakistanischen Regierungen aus dem Weg zu gehen. Die Taliban hatten am Wochenende die seit Dezember geplante Friedensinitiative Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA platzen lassen und erklärt, sie würden nicht zu dem Gesprächstermin im März erscheinen.

Der "Express Tribune" zufolge werben aber zwei hochrangige Kommandeure, Maulawi Abdul Dschalil und Anwar ul Hak Mudschahid, für die Gespräche. Die afghanische Regierung gibt sich weiter hoffnungsvoll. Der Verantwortliche für die Gespräche, der stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai, sagte, die Absage sei nur "ein taktischer Schachzug". Der Sprecher des Präsidentenpalastes, Safar Haschemi, betonte, Friedensgespräche seien ein Prozess. Es brauche Zeit, um den Ball ins Rollen zu bringen.

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Quelle: n-tv.de

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