Freitag, 05. September 2008
Pentagon baut um: Afghanistan statt Irak
Das US-Verteidigungsministerium plant, die Zahl der im Irak stationierten Truppen zu senken und das Kontingent in Afghanistan aufzustocken. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen ranghohen Pentagon-Vertreter.
Demnach will das Ministerium am Mittwoch US-Präsident George W. Bush vorschlagen, bis März 2009 insgesamt rund 8000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Nach Afghanistan sollen 4500 zusätzliche Soldaten entsandt werden, darunter auch ein Marine-Bataillon, das zum Jahresende eigentlich eine andere Einheit im Irak hätte ablösen sollen. Zudem sei vorgesehen, eine Kampfbrigade im Februar nun doch nicht in den Irak, sondern nach Afghanistan zu verlegen.
CNN berichtet, der scheidende Oberkommandeur der US-Streitkräfte im Irak, General David Petraeus, habe vorgeschlagen, knapp 8000 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Bush erwäge den Vorschlag.
Einige Einheiten würden den Irak während der nächsten fünf Monate verlassen, da sie ihre Missionen erfüllt hätten. Die erste deutliche Reduzierung von Truppen werde es Anfang 2009 geben, zitierte CNN eine anonyme Quelle. Damit würde eine Brigade frei, die nach Afghanistan geschickt werden könne.
Die USA haben derzeit 146.000 Soldaten im Irak und 33.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, will Bush in der kommenden Woche eine Entscheidung über die Truppenstärke im Irak treffen.
Petraeus warnt vor weiteren Anschlägen
Trotz des deutlichen Gewaltrückgangs im Irak warnte Petraeus vor der andauernden Gefahr von Al-Kaida-Anschlägen. Dem Sender Al-Arabija sagte er, die jüngsten Erfolge hätten zwar die Beziehungen zwischen der Bevölkerung und dem amerikanischen Militär gekittet. Auf die Frage, ob die Extremistenorganisation von Osama bin Laden besiegt sei, warnte er jedoch vor zu viel Optimismus. Kein Militärführer würde dies behaupten, erklärte er. Die Gruppe sei immer noch gefährlich.
Die Gewalt im Irak ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen. Nach amerikanischen und irakischen Angaben hat Al-Kaida dort schwere Rückschläge hinnehmen müssen.
Petraeus wird bei der relativen Befriedung des Landes seit 2006 eine zentrale Rolle zugesprochen. Er übernimmt künftig die Verantwortung für die US-Einsätze in einer größeren Region, die neben den Nahen Osten auch den Irak und Afghanistan umfasst.
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