Politik
Samstag, 05. März 2011

Belastende Dokumente sichern: Ägypter stürmen Stasi-Gebäude

Ägypten steht vor tiefgreifenden Veränderungen, in Alexandria greifen Menschen die Staatssicherheit an und dringen in ein Gebäude der Sicherheitskräfte ein. Es geht um die Sicherung von Akten, die Menschenrechtsverletzungen des Mubarak-Regimes belegen.

In Kairo gingen die Menschen wieder auf den Tahrir-Platz, um ihren Willen nach wirklichen Wandel zu bekräftigen.
In Kairo gingen die Menschen wieder auf den Tahrir-Platz, um ihren Willen nach wirklichen Wandel zu bekräftigen.(Foto: AP)

In der ägyptischen Stadt Alexandria haben rund 200 Demonstranten das Gebäude der Staatssicherheitspolizei gestürmt. Augenzeugen berichteten, vier Polizisten seien verletzt worden. Die Demonstranten hätten die untere Etagen unter ihre Kontrolle gebracht. Die Mitarbeiter der Staatssicherheit hätten sich in die oberen Etagen ihres viergeschossigen Hauptquartiers zurückgezogen. Die Armee habe das Gebäude abgesichert, auch Panzer seien aufgefahren.

Zuvor hätten Demonstranten Brandsätze auf die Polizei geworfen, berichteten Augenzeugen. Die Polizei habe auf die Demonstranten geschossen und einen 26-Jährigen in die Brust getroffen.

In Medienberichten wurde ein namentlich nicht genannter Angehöriger der Sicherheitskräfte mit den Worten zitiert, die Polizei habe nicht scharf geschossen und es habe auch keine Verletzten oder Toten gegeben.

Aufklärung von Menschenrechtsverletzungen

Die Demonstranten wollten nach eignen Angaben die Vernichtung belastender Dokumente durch die Staatssicherheit verhindern. Die Behörde wird für die Gewalt gegen Demonstranten in den letzten Tagen des Regimes von Husni Mubarak und die j"Ägypten macht die Autokraten nervös" verantwortlich gemacht.

Der designierte ägyptische Ministerpräsident Essam Scharaf hatte zuvor in Kairo Tausenden Demonstranten versprochen, auch die Sicherheitskräfte zu reformieren. Scharaf war am Vortag zum Nachfolger von Ahmed Schafik ernannt worden, den noch der am 11. Februar gestürzte Mubarak eingesetzt hatte. Scharaf bat die Demonstranten, die weitreichende Reformen forderten, um Geduld. Es wurde erwartet, dass Scharaf das Kabinett umbildet.

Quelle: n-tv.de

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