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Die Hubschrauber vom Typen "Tiger" werden von der Bundeswehr sowie den Streitkräften Frankreichs, Spaniens und Australiens eingesetzt.
Die Hubschrauber vom Typen "Tiger" werden von der Bundeswehr sowie den Streitkräften Frankreichs, Spaniens und Australiens eingesetzt.(Foto: dpa)
Freitag, 11. August 2017

Tödlicher Absturz in Mali: Airbus warnt vor Militär-Hubschrauber

Noch immer ist unklar, warum der Bundeswehrhubschrauber in Mali verunglückte. Trotzdem warnt Airbus alle Streitkräfte davor, Helikopter vom Typen "Tiger" einzusetzen - sie könnten "potenziell unsicher" sein.

Airbus hat nach dem Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers in Mali mit zwei Toten eine Sicherheitswarnung herausgegeben. Das verteidigungspolitische Blog "Augen geradeaus!" berichtet, Airbus Helicopters als Hersteller habe eine Warnung an alle Nutzernationen des Kampfhubschraubers geschickt. Darin würden vorsorglich alle Varianten des Hubschraubers vom Typen "Tiger" für unsicher erklärt. Abgesehen von der Bundeswehr setzen ihn auch die französischen, spanischen und australischen Streitkräfte ein.

Warum der Hubschrauber abgestürzt ist, kann Airbus nicht sagen. Das Unternehmen sei nicht an der Untersuchung des Unglücks beteiligt und habe keine Informationen, die über die bekanntgewordenen ersten Untersuchungsergebnisse der Bundeswehr hinausgingen, erklärte ein Sprecher von Airbus Helicopters in Frankreich. Bis zur endgültigen Klärung der Absturzursache müsse davon ausgegangen werden, dass "potenziell unsichere Bedingungen für die Flugtüchtigkeit" des Tiger-Kampfhubschraubers bestünden.

Auf Nachfrage sprach ein Sprecher von Airbus Helicopters in Deutschland von einer "rechtlichen Absicherung". Das Unternehmen sei zu solchen Sicherheitswarnungen an die Abnehmerländer des Tigers vertraglich verpflichtet. Es sei den Vertragspartnern überlassen, daraus die Schlüsse zu ziehen.

Der Kampfhubschrauber war am 26. Juli in Mali abgestürzt, die beiden Piloten kamen ums Leben. Nach Angaben der Bundeswehr können die Ermittlungen zur Absturzursache noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Aus einem Zwischenbericht ging allerdings hervor, dass der Hubschrauber mit etwa 250 Kilometern in der Stunde in etwa 550 Metern Höhe flog, als er "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging". Nach zehn Sekunden sei der Hubschrauber auf dem Boden aufgeschlagen und habe sofort Feuer gefangen, hieß es weiter. Noch vor dem Aufschlag hätten sich Teile von dem Hubschrauber gelöst, darunter die Hauptrotorblätter.

Quelle: n-tv.de

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