Politik

CIA: Bin Laden ist isoliertAl-Kaida aber größte Gefahr

14.11.2008, 09:03 Uhr

Nach Ansicht des CIA ist Osama bin Laden mittlerweile weitgehend isoliert und muss vor allem um sein Überleben kämpfen. Trotzdem bleibe Al-Kaida die Bedrohung Nummer eins.

Das Terror-Netzwerk Al-Kaida stellt nach Ansicht des US-Geheimdienstes CIA nach wie vor die größte terroristische Einzelgefahr für die US-Sicherheit dar. Zwar sei Terroristenchef Osama bin Laden zusehends isoliert von Al-Kaida. Er sei gezwungen "einen Großteil seiner Energie seinem eigenen Überleben zu widmen." Doch sei es dem Terrornetzwerk gelungen, sich in den Stammesgebieten entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze neu zu organisieren, sagte CIA-Direktor Michael Hayden in Washington.

Die Rückzugsgebiete der Terroristen in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion seien ein besonderes Problem. "Heute hat praktisch jede größere terroristische Bedrohung, die meine Dienste verfolgen, Verbindungen in die Stammesgebiete", sagte Hayden.

Allerdings gerate Al-Kaida auch dort zunehmend unter Druck, räumte Hayden offenbar mit Blick auf Aktionen pakistanischer Sicherheitskräfte sowie die umstrittenen Einsätze des US-Militärs auf pakistanischem Boden ein. Die pakistanische Regierung hatte jüngst gegen diese US-Einsätze protestiert; die USA übernahmen allerdings offiziell nicht die Verantwortung für solche Aktionen.

US-Angriff in Pakistan

Unterdessen sind bei einem US-Raketenangriff auf Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet mindestens zehn Menschen getötet worden. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es, mehrere Menschen seien verletzt worden. Ziel des Angriffs im Stammesgebiet Nord-Waziristan sei ein Rebellenversteck gewesen. Eine mit Raketen bestückte amerikanische Drohne - ein unbemanntes Flugzeug - habe den Angriff ausgeführt.

Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte, der anonym bleiben wollte, sagte, unter den Toten seien auch Ausländer. Einzelheiten nannte er nicht. Als Ausländer bezeichnen die Behörden in den Stammesgebieten meist arabische oder zentralasiatische Al-Kaida-Anhänger.

Mindestens zwei Raketen seien in einem Haus an der Grenze zwischen Nord- und Südwaziristan eingeschlagen, hieß es. Aus der Region heraus greifen Taliban- und Al-Kaida-Anhänger immer wieder Ziele in Pakistan und auch in Afghanistan an. US-Raketenangriffe auf die Stammesgebiete haben in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen und sorgen für wachsenden Unmut in der Bevölkerung. Die pakistanische Regierung - offiziell ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terrorismus - hat mehrfach ein Ende der Angriffe gefordert.