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Alltag in Aleppo: Die Menschen versuchen sich, durch die Trümmer der Stadt zu schlagen.
Alltag in Aleppo: Die Menschen versuchen sich, durch die Trümmer der Stadt zu schlagen.(Foto: AP)

Warnung der Welthungerhilfe : Aleppos Fall wird Flüchtlingskrise zuspitzen

Trotz der vereinbarten Feuerpause fallen weiterhin Bomben auf Aleppo - die Lage für die Menschen verschlechtert sich mit jedem Tag dramatisch. Sollte die Stadt in die Hände von Assads Truppen fallen, prophezeien Hilfsorganisationen eine neue Flüchtlingswelle.

Mehrere Hilfsorganisationen in Deutschland haben vor einem dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen gewarnt, sollte die umkämpfte Stadt Aleppo durch die syrischen Regierungstruppen eingenommen werden. "In Aleppo ist die Situation für die Bevölkerung bereits dramatisch", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, in Berlin. "Wenn die Stadt fällt, ist mit bis zu 250.000 weiteren Flüchtlingen zu rechnen." In den vergangenen Tagen waren bereits Zehntausende Bewohner aus Aleppo an die nur gut 40 Kilometer entfernte türkische Grenze geflohen und sitzen dort fest.

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Derweil fliegen die russische und die syrische Luftwaffe nach US-Angaben mit unverminderter Härte und ungeachtet der vereinbarten Feuerpause weiterhin Angriffe im Raum Aleppo. "Wir haben keine Abnahme der Intensität gesehen. Wenn überhaupt, hat sie zugenommen", sagte Pentagon-Sprecher Steve Warren. Zum Einsatz kämen Kampfflugzeuge, von Hubschraubern abgeworfene Fassbomben sowie Kurzstreckenraketen.

"Das rücksichtslose Ignorieren von zivilen Verlusten macht die Lage nur komplizierter und verlängert das Leiden der Zivilisten", sagte Warren. Eigentlich hatte sich die Syrien-Kontaktgruppe am vergangenen Freitag in München unter Beteiligung Russlands auf eine Feuerpause in dem Bürgerkriegsland verständigt, die binnen einer Woche in Kraft treten sollte.

Griffen syrische Kampfjets die Klinik an?

Schon am Montag waren Schätzungen zufolge mehr als 60 Zivilisten bei Luftangriffen auf Krankenhäuser und Schulen in der Gegend um das nordsyrische Aleppo getötet worden. Moskau wies jedoch jede Verantwortung zurück. Warren sagte, es sei unklar, ob die russische oder syrische Luftwaffe diese Ziele attackiert habe. Fakt sei aber, dass russische und syrische Kampfjets in der Gegend Angriffe geflogen hätten.

Während des seit fast fünf Jahren andauernden syrischen Bürgerkriegs wurden nach UN-Schätzungen mehr als 260.000 Menschen getötet. Russland unterstützt Machthaber Baschar al-Assad, der gegen die Rebellen und den Islamischer Staat (IS) kämpft. Die USA und verbündete Staaten bekämpfen ebenfalls die IS-Miliz, fordern aber einen Abtritt von Assad.

Quelle: n-tv.de

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